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Den Master überspringen

Frau markiert Proben zur Untersuchung der Zellbelastung.
Promovierte Biologen arbeiten zum Beispiel in der Forschung und Entwicklung von Pharmaunternehmen.
Foto: Axel Jusseit

Fast-Track an der Universität des Saarlandes

Den Master überspringen

Sehr gute Noten und eine große Portion Ehrgeiz öffneten Anke Ziska (28) die Tür zur Promotion in Biologie – und zwar ohne einen Master of Science in der Tasche zu haben. Möglich macht dies das Fast-Track-Programm der Universität des Saarlandes, wie sie berichtet.

Naturwissenschaften, vor allem das Fach Biologie, fesselten mich schon in der Schulzeit. Doch nach dem Abitur 2005 hörte ich von verschiedenen Seiten, dass der Beruf der Biologin eine brotlose Kunst sei. Anstatt ein Biologiestudium aufzunehmen, absolvierte ich zunächst eine zweijährige schulische Ausbildung als medizinische Dokumentationsassistentin, danach immatrikulierte ich mich an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Saarbrücken für das Fach Biomedizinische Technik. Nach zwei Semestern stellte ich jedoch fest, dass die Thematik nichts für mich ist. Also „back to the roots“, dachte ich mir und schrieb mich im Wintersemester 2008/09 an der Universität des Saarlandes für Human- und Molekularbiologie ein. Den Bachelor of Science habe ich als Jahrgangsbeste abgeschlossen, was eine ideale Voraussetzung für die Zulassung zum speziellen Promotionsprogramm war.

Keine Chance ohne super Noten

Ein Porträt-Foto von Anke Ziska

Anke Ziska

Foto: Privat

Direkt in die Promotionsphase eintreten und den Master überspringen darf nur, wessen gemittelte Note aus Bachelorabschluss, den Leistungen in den ersten beiden Semestern im Master und der Fast-Track-Prüfung bei 1,5 oder besser liegt. Bei dieser Prüfung musste ich ein Projekt-Proposal zu meiner geplanten Doktorarbeit anfertigen und vorstellen. Ich habe diese Herausforderungen gemeistert, allerdings wäre ich damals nicht von alleine auf die Idee gekommen, am Fast-Track-Programm teilzunehmen. Ein Professor, der von meinen guten Leistungen gehört hatte, kam auf mich zu und bot mir die Option an, mit Hilfe seiner Betreuung die „vorgezogene“ Doktorarbeit anzufertigen.

Eigenständiges Arbeiten ist Pflicht

Der „persönliche Unterstützer“ muss schon auf die Fähigkeiten seines Schützlings vertrauen, da jenem schließlich einiges an Forschungserfahrung fehlt. Die Doktorarbeit ist nun mal sehr stark durch selbstständige Laborarbeit geprägt. Ich beschäftige mich mit einem Thema im Bereich der Medizinischen Biochemie und Molekularbiologie der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes, die gemeinsam mit dem Uniklinikum des Saarlandes ihren Campus in Homburg hat. Dort erforsche ich im Labor von Professor Dr. Richard Zimmermann den Proteintransport in das Endoplasmatische Retikulum (ER).

Die Zeitersparnis ist der größte Vorteil

Das Gute am Fast-Track ist auf jeden Fall, dass ich ein Jahr des Masterstudiums einsparte und keine Masterarbeit anfertigen musste. Nachteile? Gibt es aus meiner Sicht eigentlich keine. Ende 2016 möchte ich mit der Doktorarbeit fertig sein. Und natürlich denkt man auch an potenzielle Arbeitgeber, denen die Fast-Track-Promotion Eigenschaften wie Motivation, Engagement und selbstständiges Arbeiten des Bewerbers bescheinigt. Letztlich würde ich gerne meinen Platz in der freien Wirtschaft finden – zum Beispiel in einem Pharmaunternehmen im Bereich Forschung und Entwicklung.

abi>> 13.07.2015