Studying in english – ou en francais?

Eine Studentin eines mehrsprachigen Studiengangs holt ein Französisch-Wörterbuch aus dem Regal.
In fremdsprachigen Studiengängen ist der Griff zum Wörterbuch Routine.
Foto: Martin Rehm

Studieren in einer Fremdsprache

Studying in english – ou en francais?

„Global Health“, „Gender and Diversity“ oder „International Tourism Management“ – deutsche Hochschulen setzen immer stärker auf fremdsprachige Studiengänge. Ihre Zahl hat sich innerhalb der vergangenen sieben Jahre fast verdoppelt. Die Kombination aus Fachwissen, Sprachkenntnissen und interkultureller Kompetenz soll Absolventen auf die global vernetzte Berufswelt vorbereiten.

And now we can see that the angel is …“, sagt der Physikprofessor. Die Studierenden kichern, der Professor schaut irritiert hoch und setzt noch mal an: „So, the angel is …“ „… flying away“, prustet ein Student los. Auch nach fast zehn Jahren kann sich Mohammed Elhag köstlich über diese Szene amüsieren. Er war einer der ersten Studierenden im internationalen Studiengang „Environmental and Ressource Management“ (ERM) an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU). „Immer wieder hat der Prof ‚angel‘ statt ‚angle‘, also Engel statt Winkel gesagt – das war urkomisch, aber auch sympathisch und menschlich.“

Heute ist Mohammed Elhag Koordinator des Studiengangs und stolz darauf, dass solche Szenen der Vergangenheit angehören: „Alles ist mittlerweile sehr gut eingespielt. Alle Dozenten sprechen fließend Englisch.“

Zusammenhänge international betrachten

Ein Porträt-Foto von Mohamed Elhag.

Mohamed Elhag

Foto: Wanda Ulrich

Im Studiengang ERM wird konsequent nur Englisch gesprochen und gelehrt. 1998 wurde er als erster fremdsprachiger Bachelorstudiengang in Deutschland ins Leben gerufen. „Klimawandel und Umweltverschmutzung sind globale Probleme“, betont der Studiengangskoordinator. „Indem wir hier Studierende aus der ganzen Welt zusammenbringen, gelingt es uns einerseits, die Zusammenhänge international zu betrachten, und andererseits, dass die Absolventen zurück in ihren Ländern lokal agieren.“ Zum Bachelorstudiengang gehört ein Pflichtauslandsaufenthalt im fünften Semester. Dafür pflegt der Fachbereich Kontakte zu 20 Partneruniversitäten weltweit.

Die Hälfte der Studierenden im Bachelor hat das deutsche Abitur, die andere kommt aus dem Ausland. Im konsekutiven Master sind mehr als 85 Prozent „internationals“. „Sie stammen aus über 90 Ländern der Welt. Früher kamen viele aus Kamerun, derzeit haben wir sehr viele Studierenden aus Indien und Pakistan“, sagt Mohammed Elhag. Aber auch für sie ist Englisch nicht die Muttersprache.

1.400 englischsprachige Studiengänge

Der Studiengang in Cottbus ist nur ein Beispiel von mittlerweile 1.400 englischsprachigen Studiengängen in Deutschland, die die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) derzeit im Hochschulkompass listet. Zusätzlich gibt es je 15 Studiengänge, die auf Spanisch beziehungsweise Französisch gelehrt werden, acht auf Niederländisch, je zwei auf Dänisch und Italienisch und sogar einen auf Indonesisch. (Mehr über einen internationalen Studiengang, der von vier Hochschulen in Deutschland, Frankreich und Luxemburg gemeinsam angeboten wird, erfährst du in „Grenzgänger in vielerlei Hinsicht“.)

Ein Porträt-Foto von Iris Danowski.

Iris Danowski

Foto: privat

„2011 gab es 700 fremdsprachige Studiengänge, heute sind es doppelt so viele“, sagt Iris Danowski, die sich als Referatsleiterin im Arbeitsbereich Internationale Angelegenheiten bei der HRK mit dem Thema Mehrsprachigkeit an Hochschulen beschäftigt. Damit meint sie nicht nur sprach- und kulturwissenschaftliche Studiengänge wie Anglistik, Arabistik oder Sinologie, sondern alle Studiengänge, in denen die Lehrsprache nicht Deutsch ist. „Von insgesamt 19.000 Studiengängen sind allerdings weniger als zehn Prozent fremdsprachig“, betont sie.

Ankündigungen wie die der TU München, alle Masterstudiengänge zukünftig nur noch in Englisch anzubieten, sind aktuell also eine Ausnahme. „Sicherlich wird noch die eine oder andere Hochschule dem Beispiel aus München folgen. Einen flächendeckenden Wandel sehe ich aber nicht kommen“, prognostiziert die Referatsleiterin.

Landwirtschaft, Wirtschaft und Naturwissenschaften vorne

Die meisten fremdsprachigen Angebote sind derzeit Studiengänge im Bereich Agrar- und Forstwissenschaften (18 Prozent). An zweiter Stelle folgen Wirtschaft und Recht mit 15 Prozent und Mathematik und Naturwissenschaften mit 13 Prozent. „Man will durch die Angebote talentierte Nachwuchswissenschaftler und akademische Fachkräfte nach Deutschland holen und andererseits unserem Nachwuchs ein Fenster zur Welt öffnen“, erklärt Iris Danowski.

Ein Porträt-Foto von Monika von Eimern

Monika von Eimern

Foto: privat

Und für wen kommt das Studieren in einer Fremdsprache infrage? „Wer einen Beruf mit viel internationalem Kontakt anstrebt, für den kann ein fremdsprachiges Studium genau das richtige sein“, sagt Monika von Eimern vom Hochschulteam der Agentur für Arbeit in Kleve. Darunter fallen die wirtschaftswissenschaftlichen Bereiche mit Schwerpunkt internationales Management, Außenhandel, Touristik oder Steuerwesen sowie Studiengänge im MINT-Bereich, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. „Englisch als Arbeitssprache gehört in der globalisierten Welt dazu. Wenn ich eine Anstellung in einer Firma suche, die international agiert, muss ich mich mit Kollegen in der ganzen Welt austauschen können“, erklärt sie und fügt an: „Das Gleiche gilt für alle, die in die Wissenschaft gehen wollen.“ (Mehr über ein englischsprachiges und international ausgerichtetes Studium erfährst du in „Für mehr Chancengleichheit in der Welt“.)

Fremdsprache erst im Master?

„Für die wenigsten Abiturienten ist es ein Problem, ein englischsprachiges Studium zu stemmen“, ist sich die Beraterin sicher. In ihrem Beratungsalltag erlebt sie es sehr selten, dass die Fremdsprache der Grund für Schwierigkeiten im Studium oder gar den Abbruch ist: „Die Sprache wird erst zum Problem, wenn andere kritische Faktoren dazukommen – wenn etwa die Lernmotivation nicht stimmt oder es in Fächern wie Mathe hakt. Es muss aber klar sein: Am Anfang heißt Englisch studieren für alle Nichtmuttersprachler in jedem Fall Zusatzaufwand.“

Deshalb rät sie Abiturienten, sich genau zu überlegen, ob ein fremdsprachiges Studium bereits im Bachelor sinnvoll ist. (Ihre Meinung zu diesem Thema äußern Bildungswissenschaftler in „In einer Fremdsprache studieren – ja oder nein?“) „Gerade das Ingenieurwesen ist sehr komplex, da sollte man erst mal schauen, dass man fachlich gut mitkommt“, empfiehlt sie. Iris Danowski von der HRK sieht das ähnlich: „Es ist sinnvoll, das grundständige Studium in der Landessprache zu absolvieren und den Master in einer Fremdsprache anzuschließen, wenn man sich weiterqualifizieren möchte.“

Zulassungsbedingungen können variieren

Die geforderten Sprachkenntnisse im Master sind allerdings etwas höher als im Bachelor. „Da wird in der Regel das C1-Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen erwartet. Im Bachelor reicht meist das Fortgeschrittenen-Level B2“, sagt Monika von Eimern. Einige Hochschulen setzen aber auch muttersprachliche Kenntnisse, also das C2-Niveau voraus.

Einheitliche Rahmenbedingungen für international ausgerichtete Studiengänge gibt es nicht. Die meisten Hochschulen verlangen bei der Zulassungen einen Sprachnachweis, zum Beispiel über die kostenpflichtigen TOEFEL- oder IELTS-Tests, haben in der Regel ein Semester im Ausland oder ein Praktikum im internationalen Umfeld fest im Lehrplan verankert und führen Partnerschaften mit ausländischen Universitäten.

Sprachkenntnisse auf die Probe stellen

Das C1- und B2-Niveau werden rein formal ohnehin mit dem bestandenen deutschen Abitur erfüllt. „Das sagt aber nichts darüber aus, wie sicher man sich tatsächlich in der Sprache fühlt. Vier bis sechs Wochen in einem ausländischen Workcamp, bei einem Work & Travel-Aufenthalt oder in einem Intensiv-Englischkurs verschaffen mehr Sicherheit. Wer die fremdsprachigen Vorbereitungskurse im Fach seiner Wahl an der Hochschule belegt, findet auch schnell heraus, ob ein solches Studium etwas für ihn ist“, ergänzt sie.

Auch Studierende aus dem Ausland, die eine Weile in Deutschland arbeiten möchten, sollten ihre Sprachkenntnisse im Voraus objektiv testen. „Man kommt in einem englischsprachigen Studium komplett ohne Deutsch aus, verbaut sich aber die Karrierechancen hierzulande. In den allermeisten Unternehmen ist Deutsch nunmal immer noch die wichtigste Sprache. Ums Deutschlernen kümmern sich die ausländischen Studierenden aber meist viel zu spät“, weiß Monika von Eimern aus ihrem Beratungsalltag. (Von den Erfahrungen eines Bildungsausländers im englischsprachigen Studium in Deutschland liest du mehr in „Grenzenlose Leidenschaft für Biologie“.)

Iris Danowski von der Hochschulrektorenkonferenz ergänzt: „Genau deshalb empfehlen wir die Mehrsprachigkeit im Studium. Und neben Englisch und Deutsch sind natürlich auch andere Sprachen wichtig. Mit jeder Sprache, in der man sich wohlfühlt, erweitert man seinen Horizont zusätzlich. “

weitere Informationen

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen und die Ergebisse zum Beispiel nach internationalen Studiengängen filtern lassen.

www.studienwahl.de

 

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studienangebote, Ansprechpartner und internationale Kooperationen

www.hochschulkompass.de

 

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Der DAAD ist eine Gemeinschaftseinrichtung der deutschen Hochschulen zur Pflege internationaler Beziehungen. Hier finden sowohl Deutsche, die im Ausland studieren wollen, wichtige Informationen, als auch Interessenten aus dem Ausland, die in Deutschland studieren wollen.

www.daad.de

 

uni-assist e.V.

Der Verein uni-assist prüft im Auftrag von 180 Hochschulen internationale Studienbewerbungen in Deutschland.

www.uni-assist.de

 

Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen

Das Infoportal der Kultusminister-Konferenz zu Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse

www.anabin.kmk.org

 

Arbeitskreis Deutsch als Wissenschaftssprache (ADAWIS)

www.adawis.de

 

Sprachenpolitik der Hochschulrektorenkonferenz

www.hrk.de

 

Gender and Diversity

Für mehr Chancengleichheit in der Welt

Bei einem Freiwilligendienst nach dem Abi hatte Lotta Barabasch als junge Frau unter Männern mit Vorurteilen zu kämpfen. Mittlerweile studiert die 22-Jährige den englischsprachigen Bachelor „Gender and Diversity“ an der Hochschule Rhein-Waal und hinterfragt nun Mechanismen, die zu Diskriminierung führen – zusammen mit Studierenden aus aller Welt.

Die Welt verändern, die Gesellschaft für alle gerechter machen – das ist es, was Lotta Barabasch antreibt. „Nicht alle in meinem Studiengang sind so aktivistisch veranlagt wie ich“, erzählt die 22-Jährige lachend. Seit 2016 beschäftigt sie sich im englischsprachigen Bachelorstudiengang Gender and Diversity an der Hochschule Rhein-Waal intensiv damit, welche Rolle das Geschlecht, die Nationalität, die Religion, die Hautfarbe oder eine Behinderung in einer Gesellschaft spielen.

„Gender Studies, also die Geschlechterforschung gibt es schon lange. Die ebenfalls interdisziplinäre Diversitätsforschung ist aber eine neue Disziplin und hat viel damit zu tun, dass Gesellschaften durch die Globalisierung und durch Migrationsbewegungen immer heterogener werden“, erklärt Lotta Barabasch, die derzeit im vierten Semester ist. Am Campus im nordrhein-westfälischen Kleve stehen dafür Fächer wie Wirtschafts-, Politik-, und Kulturwissenschaften, Bildungssoziologie, Organisationpsychologie, Integration und Inklusion auf dem Stundenplan. Im sechsten und vorletzten Semester ist ein Auslands- oder Praxissemester vorgesehen.

Der Studiengang ist praxisorientiert: In einem Praxismodul im dritten Semester beschäftigte sich Lotta Barabasch etwa mit der Definition von einvernehmlichem Sex und veranstaltete an der Hochschule eine „Consent-Week“ unter dem Motto ‚Let’s talk about sex“ – eine Woche mit Diskussionsrunden, Poetry-Sessions und mehr. „Das war ein voller Erfolg, sehr viele haben sich eingebracht“, erzählt sie freudig.

Wenn man nicht aus seiner eigenen Haut kann

Ein Porträt-Foto von Lotta Barabasch.

Lotta Barabasch

Foto: privat

Die Kombination Gender and Diversity hatte Lotta Barabasch direkt angesprochen, als sie sich für ein Studium entschied. An diesem Punkt stand sie nach einem Jahr Europäischem Freiwilligendienst in England und einem Bundesfreiwilligendienst in einer Koordinationsstelle für die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in ihrem Heimatort Duingen bei Hildesheim. „In beiden Fällen hatte ich viel Kontakt zu unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen. Das fand ich sehr spannend“, schildert sie begeistert.

Doch die Arbeit war nicht nur eitel Sonnenschein: „Leider habe ich auch zu spüren bekommen, was es heißt, wegen seines Geschlechts und Alters diskriminiert zu werden. Dass meine Probleme mit den älteren, männlichen Verwaltungsbeamten genau damit zu tun hatten, weiß ich allerdings erst heute. Ich dachte, es liegt an mir als Person“, analysiert sie rückblickend.

Lehr- und Umgangssprache: Englisch

Sie reizte am Studium aber nicht nur das Fachliche, sondern auch die Internationalität. Wenn die Studentin ihren Campus in Kleve betritt, schaltet sie nämlich auf Englisch um: „Meine Kommilitonen kommen aus dem EU-Ausland, aus Lateinamerika, aus dem asiatischen Raum oder aus Afrika. Englische Muttersprachler sind auch dabei, sehr international – genau mein Ding“, schwärmt sie.

Lotta Barabasch belegte Englisch in der Schule als Leistungskurs und brauchte daher keinen gesonderten Sprachnachweis für die Zulassung zum Studium. Das Studieren auf Englisch klappt aus ihrer Sicht sehr gut. Jedes Semester verfasst sie ohne Probleme zwei Hausarbeiten, hält Seminar-Diskussionen und Präsentationen, alles in der Fremdsprache. Nur wenn sie mit Familie und Freunden über ihr Studium spricht, gibt es manchmal Schwierigkeiten: „Keiner weiß so richtig, was ‚Gender and Diversity‘ überhaupt bedeutet und wenn ich das näher erklären soll, fehlen mir manchmal die deutschen Begriffe.“

Auch können sie im Studium wichtige sozialwissenschaftliche Literatur, etwa aus dem Französischen, nicht behandeln, weil der Forschungsfokus des Studiengangs auf Ergebnissen aus dem US-amerikanischen oder britischen Kulturraum liege. „Auch das Themenfeld der gendergerechten Sprache wird bei uns ausgeklammert, da es das Problem mit den weiblichen und männlichen Formen im Englischen ja nicht gibt“, merkt die 22-Jährige an.

Eine Vielzahl unterschiedlicher Berufsfelder

Als Hindernis für ihre berufliche Zukunft sieht sie das aber nicht. „Ich will in Deutschland bleiben und arbeiten, zum Beispiel in der non-formalen Bildung mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen oder als Trainerin im Bereich politische Partizipation. Da werde ich mich anfangs einfinden müssen, schließlich denke ich in meinem Fachgebiet nur auf Englisch. Aber der Arbeitsmarkt in Deutschland wird ja auch immer internationaler“, sagt sie. Eines ist für Lotta Barabasch jedenfalls klar: „Mir ist es nicht wichtig, später einmal viel Geld zu verdienen, sondern, dass ich die Chance bekomme, in dieser Gesellschaft etwas zu verändern.“

 

Border Studies

Grenzgänger in vielerlei Hinsicht

Den Rest ihres Lebens nur am Schreibtisch zu verbringen, fand Lydia Bier nicht reizvoll. Deshalb entschied sie sich nach ihrem Bachelorabschluss in Translation für einen Master in Border Studies. Für das interdisziplinäre Programm pendelt die 24-Jährige nicht nur zwischen drei Ländern, sondern bewegt sich auch in drei Sprachen.

Lydia Biers Studium verlangt ihr einige Flexibilität ab: „Innerhalb einer Woche pendle ich zwischen Metz in Frankreich und Esch in Luxemburg, dazu kommen Blockseminare in Saarbrücken. Im dritten Semester werden weitere Veranstaltungen in Kaiserlautern folgen“, erzählt sie.

Die 24-Jährige ist jetzt im zweiten Semester des neuen Masterstudiengangs Border Studies. Erst im Wintersemester 2017/2018 wurde er von der Universität Luxemburg, der Universität Lorraine, der Universität des Saarlandes und der Technischen Universität Kaiserslautern gemeinsam ins Leben gerufen. „Ich bin an allen vier Unis eingeschrieben, das war am Anfang eine ziemlicher Rennerei“, erinnert sie sich.

Im ersten Semester wohnte sie auf dem Campus in Esch in Luxemburg, jetzt hat sie eine Wohnung in Saarbrücken. „Dieses ständige Überqueren von Grenzen – und damit meine ich nicht nur die nationalen Grenzen, sondern auch die Sprachbarrieren oder die Unterschiede in den Organisationstrukturen – erleben wir im Studium ständig. Dieses praktische Erfahren ist auch die Idee hinter dem internationalen Studienprogramm – sehr eindrucksvoll, aber nicht immer praktisch“, merkt sie an.

Wahl zwischen zwei Schwerpunkten

Ein Porträt-Foto von Lydia Bier.

Lydia Bier

Foto: privat

Auch fachlich dreht sich das interdisziplinäre Studium Border Studies um Grenzen – sie werden aus einem wirtschaftlichen, politischen, soziologischen und sprach- sowie kulturwissenschaftlichen Blickwinkel betrachtet. „Wir machen uns Gedanken über nationale und europäische Identitäten, weltweite Mobilität, Migration, kulturelle Diversität, Staatsbürgerschaft und grenzüberschreitende Zusammenarbeit“, erklärt Lydia Bier.

Die Freibergerin wird sich in den nächsten zwei Semestern auf die Sprach- und Kulturwissenschaften konzentrieren. Andere haben sich Raumwissenschaften im Spannungsfeld zwischen Geographie und Raumplanung als Schwerpunkt ausgesucht. „Wir sind nur 14 Leute im Semester, alle mit ganz unterschiedlichem Hintergrund: Einige Geographen sind dabei, Sprachwissenschaftler, Soziologen, die aus Frankreich, Luxemburg, Deutschland oder sogar aus Kamerun kommen“, sagt sie.

Kommunikation in drei Sprachen

Wenn Leute mit unterschiedlichen Muttersprachen ihre Köpfe zusammenstecken und heiß diskutieren, hat das seinen ganz eigenen Reiz, betont sie: „Wir unterhalten uns eigentlich laufend in allen Sprachen, auch durcheinander. Manchmal fragt der eine was in Französisch und der andere antwortet in Deutsch oder in Englisch. Wir müssen alle drei Sprachen auf sehr guten Niveau sprechen können“, führt sie aus. Zulassungsvoraussetzung fürs Studium ist jeweils das Level B2 nach dem gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER). Lydia Bier als studierte Übersetzerin für Französisch und Englisch hatte mit dem Nachweis keine Probleme.

Die Veranstaltungen in Metz werden nur auf Französisch gehalten, in Luxemburg wird in allen drei Sprachen doziert und an den beiden deutschen Unis meist in Deutsch und manchmal auf Englisch. „Das hängt ganz vom Dozenten ab: Er entscheidet, in welcher Sprache er lehren möchte“, berichtet sie. Das verdeutliche auch die Unterschiede in Europa. „Die Franzosen tun sich sehr schwer mit Fremdsprachen, die Luxemburger wechseln locker hin und her und wir Deutschen schlagen uns ganz wacker“, bilanziert sie lachend. Die junge Deutsche gibt zu, dass das Schreiben der Hausarbeiten in der jeweils geforderten Sprache durchaus anstrengend sei: „Da braucht man dann etwas, bis man reinkommt.“

Dennoch: „Das Multilinguale im Studium ist genau das, was ich gut finde. Als Übersetzerin habe ich gelernt zwischen den Sprachen Brücken zu bauen. Deshalb habe ich mir den Studiengang ganz bewusst ausgesucht und auch, weil ich keine Lust habe, den Rest meines Lebens am Schreibtisch zu verbringen und nur zu übersetzen“, sagt sie. Stattdessen hat sie im Vorjahr als Teil des Studiums ein achtwöchiges Praktikum bei einer deutsch-französischen Stiftung absolviert und arbeitet derzeit für zehn Wochen bei der Stadt Saarbrücken im Bereich grenzüberschreitendes Kulturmanagement.

Nachdenken über Grenzen in der ganzen Welt

Ihre Wirkstätte nach der Masterarbeit im vierten Semester sei durchaus nicht nur auf das Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg begrenzt. Exkursionen nach Slowenien etwa behandelten auch völlig andere Aspekte von Grenzgängen. „Da beschäftigen wir uns mit den aktuellen Migrationsbewegungen am Beispiel der Balkanroute und in der Literatur geht es auch viel um die Grenzen zwischen den USA und Mexiko“, merkt Lydia Bier an. „Weil unser Fachgebiet so neu ist, gibt es für Absolventen keine fixen Berufe. Durch unsere Kenntnisse können wir in der öffentlichen Verwaltung, bei Handelsunternehmen, in den Medien, bei Stiftungen oder bei NGOs arbeiten. Ich bin mir sicher, dass sich für mich etwas sehr Interessantes auftun wird“, blickt sie zuversichtlich in ihre Zukunft.

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Applied Biology als Bildungsausländer

Grenzenlose Leidenschaft für Biologie

Später möchte Mohamed Saad in die Forschung gehen und mit seinen Er­kenntnissen junge Leute für Naturwissenschaften begeistern. Dafür studiert der 21-jährige Ägypter derzeit im vierten Semester im Bachelorstudiengang Applied Biology an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Deutsch kann er noch nicht sehr gut, dafür spricht er fließend Englisch.

Seit September 2016 lebt Mohamed Saad in Rheinbach bei Bonn, wo die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg einen ihrer Standorte hat. Hierher und generell nach Deutschland ist er gekommen, um Applied Biology zu studieren. Inhaltlich gefiel ihm das Studienangebot der Hochschule: Die Schwerpunkte des sechssemestrigen Bachelorstudiengangs sind moderne Disziplinen der Biologie mit einem Fokus auf der Biomedizin. „Bei meiner Suche fand ich außerdem heraus, dass dieses Studium für mich in Deutschland am wenigsten kosten wird“, erklärt der junge Ägypter seine Wahl.

Studienkolleg als Umweg zur deutschen Hochschulzulassung

Ein Porträt-Foto von Mohamed Saad

Mohamed Saad

Foto: privat

Mohamed Saads Kommilitonen sind Studierende aus der ganzen Welt: Muttersprachler aus Irland und den USA, aber auch junge Leute aus Kolumbien, Saudi-Arabien, Indien, Spanien, Frankreich und natürlich Deutschland. Sieben Prozent der Studienplätze des zulassungsbeschränkten Studiengangs gehen an Bewerber, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in einem Nicht-EU-Land erworben haben. Wessen Schulabschluss von der deutschen Kultusministerkonferenz nicht als Abitur anerkannt wird, hat die Möglichkeit, die Zugangsberechtigung über ein zweisemestriges Studienkolleg in Deutschland zu erlangen.

Mohamed Saad hatte Glück: Seine zwölfjährige ägyptische Schulausbildung plus zwei Semester an der Cairo University wurden in Deutschland als Hochschulzulassung anerkannt. Die geforderten Englischkenntnisse auf Fortgeschrittenenniveau konnte er mit einem exzellenten IELTS-Testergebnis nachweisen. „Der Zulassungsprozess war daher nicht sehr kompliziert. Probleme hatte ich eher mit dem Visum: Ich musste einen Monat darauf warten und verpasste die Einführungswoche“, erzählt er. Doch dann konnte sein Studium in Deutschland beginnen.
Holpriger Start in ein neues Leben

Der Studienstart vor zwei Jahren war für den angehenden Wissenschaftler auch der Start in ein neues Leben, in einer neuen Kultur. In Deutschland oder Europa war er nie zuvor gewesen. „Der Lebensstil hier ist komplett anders. In Ägypten wäre es zum Beispiel sehr unanständig, wenn sich ein Paar auf offener Straße küsst, selbst wenn die beiden verheiratet sind – das hat mich gleich am ersten Tag ganz schön geschockt“, erinnert er sich lachend.

Mittlerweile hat er sich dank eines Tandemprogramms der Uni, über das er mit einem deutschen Kommilitonen Freizeit verbringt, an das Leben in Deutschland gewöhnt. Nun ist ihm wichtig, Deutsch zu lernen. „An der Uni oder im Studentenwohnheim spricht jeder Englisch, aber außerhalb des Campus brauche ich dringend Deutsch. An der Uni habe ich deshalb gerade zwei Sprachkurse belegt“, sagt der 21-Jährige. Mittlerweile kann sich Mohamed Saad auf einfache Art verständigen. „Am Anfang fiel mir das sehr schwer, denn ich habe erst im Kopf auf Arabisch übersetzt, bevor ich in der Fremdsprache antworten konnte. Jetzt klappt das schon besser“, beschreibt er.

Lernen braucht mehr Zeit

Und an der Hochschule? Das Lernen in Englisch fällt ihm grundsätzlich nicht schwer. „Allerdings ist es natürlich trotzdem nicht meine Muttersprache und der Lernprozess dauert daher länger“, merkt der angehende Biologe an. Auch in der Kommunikation zwischen Studierenden und Dozenten läuft nicht immer alles rund: „Die meisten Dozenten sprechen fließend Englisch, doch in einigen wenigen Fällen fehlt mal ein englisches Wort oder der Dozent spricht es auf Deutsch aus, was dann erst mal lustig klingt. Aber da mache ich ihnen keinen Vorwurf und verstehen kann ich es meist trotzdem“, erzählt er.
Inhaltlich beschäftigten sich die Studierenden mit verschiedenen Bereichen der Biologie, berichtet der junge Ägypter: „Das geht von den grundlegenden zellulären Prozessen über Krankheiten bis hin zu unterschiedlichen Analysetechniken, die aktuell in Laboren zum Einsatz kommen. Letztere lernen wir an einigen Praxistagen kennen.“

Begeisterung für Naturwissenschaften teilen

Mohamed Saad strebt eine Forscherlaufbahn an. Sein Wunsch ist es, nach dem Studium als promovierter Biologe für eine akademische Institution an wissenschaftlichen Studien zu arbeiten. Um noch mehr Praxiserfahrung zu sammeln, absolvierte er über das Erasmus+-Programm ein Praktikum an der privaten Istanbuler Kültür Universität und unterstützte die Mitarbeiter dort bei einer Studie zu Brustkrebs. Und damit nicht genug Auslanderfahrung für den Ägypter: Sein fünftes Semester wird Mohamed Saad im englischen Oxford verbringen. Ein Praxis- und oder Auslandssemester ist fester Bestandteil des Studiengangs Applied Biology.

Nach seinem Studienabschluss in Deutschland möchte der 21-Jährige wieder zurück in seine Heimat: „Dort möchte ich mein Wissen mit jungen Ägyptern teilen, die wie ich für die Naturwissenschaften brennen.“

 

Studieren in einer fremden Sprache – Pro und Contra

In einer Fremdsprache studieren – ja oder nein?

Immer mehr Studiengänge in Deutschland vermitteln Inhalte in Englisch oder anderen Fremdsprachen. Doch ist es sinnvoll, in einer fremden Sprache zu studieren? abi>> hat beim Soziolinguisten Professor Dr. Ulrich Ammon und bei Professor Dr. Ralph Mocikat vom Arbeitskreis Deutsch als Wissenschaftssprache (ADAWIS) nachgefragt.

Ulrich Ammon: Sicher kommunizieren in einer globalisierten Welt

Ein Porträt-Foto von Ulrich Ammon

Ulrich Ammon

Foto: privat

Ob bereits ein Bachelorstudium in einer Fremdsprache Sinn macht, lässt sich nicht so leicht beantworten. Es kommt ganz darauf an, welches Fach man wählt und was die beruflichen Ziele sind. Wer auf lange Sicht zum Beispiel naturwissenschaftlich forschen möchte, eine Tätigkeit im Ausland oder einen Beruf mit internationalem Bezug wie im Tourismus oder Handel anstrebt, für den kann ein Studium in Englisch sehr sinnvoll sein.

Wir leben in einer globalisierten Welt und wer sich nicht auf einem hohen Niveau mit Forschern oder Geschäftspartnern weltweit austauschen oder in dieser Sprache publizieren kann, der wird Schwierigkeiten bekommen. Wir Deutschen sind da klar im Nachteil im Vergleich zu Menschen aus englischsprachigen Ländern.

Das bringt mich zum Aber: Es muss jedem, der ein Studium in einer fremden Sprache in Erwägung zieht, klar sein, dass dies eine Doppelbelastung ist. Neben den fachlichen Fragen muss man sich intensiv mit der Sprache befassen. Zudem ist es auch nicht erstrebenswert, sein Fachgebiet nur in einer Fremdsprache zu beherrschen. Man sollte durchaus in der Lage sein, seinem direkten Umfeld in der eigenen Sprache zu vermitteln, woran man arbeitet. In einer Geistes- oder Sozialwissenschaft, in der kulturelle Aspekte eine große Rolle spielen, ist auch in der Wissenschaftswelt nach wie vor die Herkunftssprache, also in unserem Fall Deutsch entscheidend. Auch lassen sich viele zentrale Termini nicht eindeutig in eine Fremdsprache übersetzen.

Am zweckmäßigsten ist es aus meiner Sicht für die meisten Studierenden in Deutschland, zweisprachig zu studieren: in Deutsch und in Englisch.

Ralph Mocikat: Das Lehrniveau sinkt

Ein Porträt-Foto von Ralf Mocikat

Ralf Mocikat

Foto: A. Geishauser

Hochschulen bieten englischsprachige Studiengänge an, weil man die Schwelle für internationale Studierende so niedrig wie möglich halten will. Man glaubt, ihnen das Erlernen einer Fremdsprache nicht zumuten zu können, vergisst dabei aber, dass Englisch auch für die meisten ausländischen Studierenden eine Fremdsprache ist. „English only“ engt meiner Meinung nach den Blick auf das Denken, die Kultur und die Wissenschaftstraditionen des anglophonen Sprachraums ein. Es besteht also die Gefahr, dass interkulturelles Verständnis dadurch eher behindert wird.

Es kann ohnehin nicht die einzige Aufgabe der deutschen Hochschulen sein, internationale Eliten auszubilden. Stattdessen haben sie vom Steuerzahler insbesondere den Auftrag, Nachwuchs für den deutschen Arbeitsmarkt hervorzubringen. Empirische Studien zeigen, dass Studienabsolventen, die nicht Deutsch gelernt haben, bei uns geringere Chancen haben. Gerade in den Naturwissenschaften und im Ingenieurwesen steuern wir aber auf einen Fachkräftemangel zu. In mittelständischen Unternehmen oder in Behörden werden Leute gebraucht, die ihre Fachterminologie auf Deutsch beherrschen.

Zudem sinkt das Lehrniveau – und das Lernniveau gleich mit. Studien belegen, dass sich Studierende an den Stoff fremdsprachiger Vorlesungen schlechter erinnern. Das liegt auch daran, dass die wenigsten Dozenten englische Muttersprachler sind. Die Nuancen, die in einer Wissenschaft so wichtig sind, gehen verloren. Noch ein Effekt: Wissenschaftler können ihre Erkenntnisse nicht mehr in ihrer Muttersprache und damit einer breiten Öffentlichkeit vermitteln – das spaltet die Gesellschaft.

Selbstverständlich sollte jeder Absolvent auf einem akademischen Niveau Englisch lesen und schreiben können. Auch wir vom Arbeitskreis Deutsch als Wissenschaftssprache wollen Internationalisierung. Aber Internationalisierung heißt eben nicht nur Englisch, sondern Mehrsprachigkeit. Dazu sollten verpflichtende Sprachmodule in die Lehrpläne aufgenommen werden. Man sollte sich darauf besinnen, den Studierenden eine solide fachliche Bildung mit auf den Weg zu geben.

Auf den Punkt gebracht: Ich empfehle ein Grundstudium in der Muttersprache unter Einbeziehung englischsprachiger Literatur und in weiterführenden Studiengängen ergänzend mehrsprachige Elemente – und zwar nicht nur auf Englisch.

 

Border Studies

Frontaliers à bien des égards

Lydia Bier n’était pas enchantée à l’idée de passer sa vie derrière un bureau. C’est pourquoi, suite à l’obtention de son diplôme de Bachelor en traduction, cette dernière a décidé d’entamer un Master en Border Studies. Dans le cadre de ce programme interdisciplinaire, l’étudiante de 24 ans navigue non seulement entre trois pays, mais évolue également dans trois langues.

Les études de Lydia Bier exigent une certaine flexibilité de sa part : « En l’espace d’une semaine, je navigue entre Metz en France et Esch au Luxembourg, sans oublier des séminaires à Sarrebruck. Et au troisième semestre viendront s’ajouter d’autres cours à Kaiserslautern », déclare-t-elle.

L’étudiante de 24 ans effectue actuellement le deuxième semestre de ce nouveau Master en Border Studies. Ce n’est qu’au semestre d’hiver 2017/2018 que ce programme a vu le jour, fruit de la collaboration entre l'Université du Luxembourg, l’Université de Lorraine, l’Université de la Sarre et l’Université technique de Kaiserslautern. « Je suis inscrite dans les quatre universités. Au début, c’était vraiment la course », se rappelle-t-elle.

Au premier semestre, elle habitait sur le campus à Esch au Luxembourg. Aujourd’hui, elle a un appartement à Sarrebruck. « Ce franchissement continu de frontières – et par frontières, je n’entends pas uniquement les frontières nationales, mais également les barrières linguistiques ou les différences dans les structures organisationnelles – nous le vivons sans cesse dans le cadre de nos études. Cette expérience pratique est également l’idée sous-jacente du programme d’études international – très impressionnant mais pas toujours pratique », remarque-t-elle.

Choix entre deux spécialités

Ein Porträt-Foto von Lydia Bier

Lydia Bier

Foto: privat

Même sur le plan des spécialités, le programme interdisciplinaire « Border Studies » s’articule autour de frontières, lesquelles sont alors considérées d’un point de vue économique, politique, sociologique, linguistique et culturel. « Nous nous interrogeons sur les identités nationale et européenne, la mobilité internationale, la migration, la diversité culturelle, la nationalité et la collaboration transfrontalière », explique Lydia Bier.

Au cours des deux prochains semestres, l’étudiante originaire de Freiberg se concentrera sur la linguistique et les sciences culturelles. D’autres ont choisi de se spécialiser dans les sciences du territoire qui englobent à la fois la géographie et l’aménagement du territoire. « Ce semestre, nous ne sommes que 14 étudiants, tous issus d’horizons entièrement différents : il y a des géographes, des linguistes, des sociologues, qui arrivent de France, du Luxembourg, d’Allemagne, voire même du Cameroun », déclare-t-elle.

Communication dans trois langues

Lorsque des personnes de langues maternelles différentes se réunissent et débattent avec ardeur, ça a son propre charme, souligne-t-elle : « En fait, nous discutons en permanence dans toutes les langues, même en les mélangeant. Il arrive parfois que l’un pose une question en français et que l’autre réponde en allemand ou en anglais. Nous devons maîtriser les trois langues à l’oral », développe-t-elle. Concernant les modalités d’admission à cette formation, le niveau B2 du Cadre européen commun de référence pour les langues (CECRL) est requis pour chacune de ces langues. En tant que traductrice de formation pour le français et l’anglais, Lydia Bier n’a eu aucun problème de justification.

À Metz, les enseignements sont dispensés uniquement en français, contrairement au Luxembourg où les trois langues sont utilisées. Quant aux deux universités allemandes, celles-ci privilégient l’allemand, parfois remplacé par l’anglais. « Tout dépend du professeur : c’est lui qui décide dans quelle langue il souhaite enseigner », informe-t-elle. Ceci explique également les différences en Europe. « Les Français ont beaucoup de mal avec les langues étrangères, les Luxembourgeois passent d’une langue à l’autre sans difficulté, et nous, Allemands, nous nous défendons bien », synthétise-t-elle, sourire aux lèvres. La jeune Allemande reconnaît que la rédaction des mémoires dans chacune des langues requises demande beaucoup de travail : « Il faut du temps pour s'y habituer »

Toutefois : « C’est justement ce multilinguisme dans le cadre des études qui est intéressant. » En tant que traductrice, j’ai appris à construire des passerelles entre les langues. J’ai donc choisi ce parcours de formation en toute connaissance de cause. De plus, je n’avais aucune envie de passer le reste de ma vie derrière un bureau à ne faire que traduire », déclare-t-elle. L’an dernier, Lydia a effectué un stage de huit semaines au sein d’une fondation franco-allemande dans le cadre de sa formation, et est actuellement engagée pour dix semaines dans le service du management culturel transfrontalier de la ville de Sarrebruck.

Réfléchir sur les frontières dans le monde entier

Son lieu d’activité suite à son mémoire de Master au quatrième semestre, ne se limiterait pas uniquement au tripoint « Allemagne-France-Luxembourg ». Par exemple, des excursions en Slovénie ont permis de traiter des aspects tout autres des passages frontaliers. « Ici, nous abordons les flux migratoires actuels en nous appuyant sur l’exemple de la route des Balkans, et la littérature s’intéresse également beaucoup aux frontières entre les États-Unis et le Mexique », remarque Lydia Bier. « Étant donné que notre spécialité est toute nouvelle, il n’existe pas d’emplois fixes pour les diplômés. Nos connaissances nous permettent de travailler dans l’administration publique, dans des entreprises commerciales, dans les médias, dans des fondations ou dans des ONG. J’ai la certitude que des opportunités très intéressantes vont s’ouvrir à moi », déclare-t-elle, confiante sur son avenir.

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Stand: 19.08.2019