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Der Traum vom Doktortitel

Ein Promovend steht vor einer Maschine im Labor.
Wer sich später Doktor nennen möchte, muss eigenständige Forschung betreiben und eine wissenschaftliche Arbeit anfertigen, Doktorarbeit oder Dissertation genannt. Mehrere Wege zur Promotion stehen interessierten Studierenden offen - und sie müssen sich auch der hohen Anforderungen bewusst sein.
Foto: Axel Jusseit

Wege zur Promotion – Hintergrund

Der Traum vom Doktortitel

Wer promovieren möchte, braucht Disziplin, Motivation, Know-how und in vielen Fällen auch die Bereitschaft, drei bis fünf Jahre lang für wenig Geld hart zu arbeiten.

Mehr als jeder fünfte Studierende strebt eine Promotion an. Das hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung für den Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2017 herausgefunden. Von der Promotion erwarten sich die Studierenden einen Einstieg in das wissenschaftliche Arbeiten oder Führungspositionen in der freien Wirtschaft.

Es gibt unterschiedliche Arten der Promotion. Nach wie vor wird die Individualpromotion am häufigsten gewählt (siehe auch die Reportage „Ich promoviere für mich selbst“). Dabei schreiben die Promovierenden an einem Lehrstuhl oder in einem Unternehmen an ihrer Arbeit und werden von einem Doktorvater oder einer Doktormutter betreut. Ein Teil der Promovierenden arbeitet an einer strukturierten Promotion, also zum Beispiel an einem Graduiertenkolleg. Die Promovierenden können ihre Doktorarbeit entweder als Monographie, also an einem Stück, oder kumulativ, in mehreren Teilergebnissen, einreichen. (Weitere Informationen zu den Promotionsmodellen findest du in der Übersicht „Viele Wege führen zum Doktortitel“). Neben Humanmedizinern sind es Studierende der MINT-Fächer, die sich besonders häufig für eine Promotion entscheiden.

Bewerbungskriterien

Ein Porträtbild von Andrea Adams

Andrea Adams

Foto: Thomas Abel

Wer eine Doktorarbeit plant, sollte Durchhaltevermögen mitbringen und natürlich fachlich und methodisch fit sein. In der Regel ist ein Masterabschluss die Voraussetzung für eine Promotion an einer deutschen Hochschule. Bei der Bewerbung zählen nicht ausschließlich gute Noten. Andrea Adams, Promotionsberaterin an der Dahlem Research School der Freien Universität Berlin erklärt das am Beispiel einer strukturierten Promotion: „Wichtig ist, dass das gewählte Thema zum Fokus des Graduiertenkollegs oder der Graduiertenschule passt und dass die Person gut begründen kann, warum sie an einer bestimmten Einrichtung promovieren möchte. Hilfreich dafür ist, wenn Bewerber sich bereits als studentische Hilfskräfte oder im Rahmen eines Praktikums in einer Forschungsinstitution der Wissenschaft angenähert haben“.

Obwohl Promotionen fast ausschließlich an Universitäten möglich sind, weil die Fachhochschulen üblicherweise nicht promotionsberechtigt sind, haben auch FH-Absolventen die Möglichkeit, einen Doktortitel zu erwerben. „Der FH-Master ist dem Universitätsmaster formell gleichgestellt worden“, betont Anjana Buckow aus der Gruppe „Graduiertenkollegs, Graduiertenschulen, Nachwuchsförderung“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Allerdings legen die Promotionsordnungen fest, ob bestimmte Bewerbergruppen vor Beginn der Doktorarbeit noch eine Qualifizierungsphase durchlaufen müssen. Es kann für FH-Absolventen außerdem schwieriger sein, Kontakte zu Universitätsprofessoren zu knüpfen und damit eine Betreuung zu finden.

Finanzierung

Porträtbild von Anjana Buckow

Anjana Buckow

Foto: privat

Während viele Individualpromovierende eine so genannte Haushaltsstelle an der Universität innehaben oder sich über die Mitarbeit an einem Drittmittelprojekt finanzieren, gehen die strukturierten Programme mit einer Förderung einher. „Neben der DFG finanzieren auch andere Stipendiengeber wie die Begabtenförderungswerke oder der Deutsche Akademische Austauschdienst Promotionsprojekte. Während früher vor allem Stipendien vergeben wurden, werden heute in der Regel Stellen finanziert“, sagt Anjana Buckow. Doktoranden in Fächern wie Physik, Mathematik, Informatik oder Ingenieurwesen bekommen für ihre Promotion durchaus 100-Prozent-Stellen finanziert. Andere müssen sich mit Teilzeit-Stellen und einer entsprechend schlechteren Bezahlung zufriedengeben. (Ein beispielhafter Weg einer Promotion am Graduiertenkolleg findest du hier: „Wir sind ausgezeichnete Projektmanager“)

Der Wunsch, im Anschluss an die Doktorarbeit tatsächlich in Forschung und Lehre zu arbeiten, erfüllt sich nur für Wenige: 17 Prozent der promovierten Erwerbstätigen geben laut dem Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2017 an, in diesem Bereich tätig zu sein, während die meisten in der Wirtschaft beschäftigt sind.

Wenn Promovierte die Hochschule verlassen, berichten sie branchenunabhängig von einer hohen Zufriedenheit mit dem Tätigkeitsfeld, den Inhalten sowie der beruflichen Position. Sie sind auch häufiger in Leitungspositionen anzutreffen als andere Hochschulabsolventen und haben eine geringe Arbeitslosigkeitsquote. Finanziell lohnt sich der Doktortitel allerdings nur in einigen Fächern. „In den Geistes- und Sozialwissenschaften ist der Gehaltsunterschied zu vernachlässigen. Besonders lohnt es sich in den Ingenieurwissenschaften“, sagt Andrea Adams.

Mehr Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2017

www.buwin.de

hochschulstart.de

Bewerbungs- und Informationsportal für zulassungsbeschränkte Studiengänge, herausgegeben von der Stiftung für Hochschulzulassung

www.hochschulstart.de

Interdisziplinäres Netzwerk für Promovierende und Promovierte e.V.

www.thesis.de

doktorandenforum.de

www.doktorandenforum.de

Universitätsverband zur Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland e. V. (UniWiND)

www.uniwind.org

Graduiertenkollegs der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

www.dfg.de/foerderung/programme/koordinierte_programme/graduiertenkollegs/zahlen_fakten/index.html

Dahlem Research School der Freien Universität Berlin

www.fu-berlin.de/sites/promovieren/drs/index.html

Graduierteninstitut für angewandte Forschung der Fachhochschulen NRW (GI NRW)

www.gi-nrw.de

abi>> 06.12.2017