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Viele Wege führen zum Doktortitel

Mehrere Studierende arbeiten in der Gruppe zusammen.
Bei einer Individualpromotion arbeitet man sehr eigenständig an seiner Dissertation, im Graduiertenkolleg ist der Kontakt zu Mitpromovenden und Lehrenden enger, der Zeitplan durch Veranstaltungen eher strukturiert - wer promovieren möchte, sollte sich vorher überlegen, welche Form der Promotion für einen am passendsten ist.
Foto: Julien Fertl

Wege zur Promotion – Übersicht

Viele Wege führen zum Doktortitel

Was genau ist eine „Individualpromotion“ und worin unterscheidet sie sich von der „strukturierten Promotion“? abi>> bietet dir eine Übersicht über verschiedene Modelle.

Studierende, die eine Promotion anstreben, knüpfen üblicherweise schon in der Abschlussphase ihres Studiums Kontakt zu ihrem späteren Doktorvater beziehungsweise zu ihrer späteren Doktormutter und vereinbaren ein Thema für die Doktorarbeit, an dem sie dann selbständig arbeiten. Neben dieser klassischen Form der Individualpromotion gibt es auch die Möglichkeit, sich an einem Graduiertenkolleg oder einer Graduiertenschule für eine so genannte strukturierte Promotion zu bewerben. Hier forscht eine Gruppe von Promovierenden zu einzelnen Aspekten eines übergreifenden Schwerpunktthemas.

„Während Geisteswissenschaftler sich bei der Individualpromotion häufig zurückziehen und über ihre Forschung brüten können, sind Naturwissenschaftler in der Regel in einem Labor und damit auch in Teams eingebunden. Unabhängig davon ist für diese Art von Promotion wichtig, dass man weiß, was man möchte, und dass man sich selbst motivieren kann. Auch eine gute Betreuung ist bei der Individualpromotion wichtiger, weil sie nicht durch die Einbettung in größere Strukturen abgefangen werden kann“, erklärt Anjana Buckow aus der Gruppe „Graduiertenkollegs, Graduiertenschulen, Nachwuchsförderung“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

„Am Lehrstuhl“ oder „berufsbegleitend extern“

Eine Individualpromotion ist nicht nur am Lehrstuhl einer Universität möglich, sondern auch an einer außeruniversitären Forschungseinrichtung oder in einem Unternehmen. Auch dann muss in der Regel eine Universität oder ein betreuender Universitätsprofessor eingebunden sein, der den Titel vergibt. Der Vorteil einer berufsbegleitenden externen Promotion ist, dass sie Praxiserfahrung ermöglicht. Allerdings erfordert diese Doppelbelastung außerordentlich viel Engagement und Disziplin. Anjana Buckow merkt an, dass Unternehmen möglicherweise aus Wettbewerbsgründen kein Interesse an einer Veröffentlichung der Daten haben, was bei Doktorarbeiten sonst üblich ist.

Kumulative Promotion

Statt die eigenen Forschungsergebnisse erst am Ende der Promotionszeit in einer Monographie zu veröffentlichen, sehen manche Promotionsordnungen eine kumulative Promotion vor: Das heißt, die Doktoranden veröffentlichen während ihrer Promotionszeit schon Teilergebnisse in einzelnen Artikeln, die schließlich zur Doktorarbeit zusammengefasst werden. Sich frühzeitig um Publikationsmöglichkeiten zu bemühen, kostet Zeit und Energie. Andererseits kann es einen positiven Anreiz darstellen, wenn sie ihre Teilergebnisse schon frühzeitig zu Papier bringen müssen.

abi>> 06.12.2017