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Ein anderes Gefühl von Internationalität

Spielsteine mit aufgedruckten Buchstaben liegen auf einem Holzbrett und bilden das Wort Auslandssemester.
In einem Auslandssemester erhalten Studierende einen intensiven Einblick in andere Kulturen.
Foto: Tim Wraneschitz

Auslandsemester in Polen

Ein anderes Gefühl von Internationalität

Im Rahmen ihres Studiums der Literaturwissenschaften und Philosophie verbrachte Johanna Vetter (23) ein Semester im polnischen Posen – und war begeistert. Für sie lohnte sich der Auslandsaufenthalt in jeder Hinsicht.

Das Interesse für Osteuropa entwickelte sich bei Johanna Vetter erst mit der Zeit. An der Universität Erfurt hatte sie ein Studium der Literaturwissenschaften und Philosophie begonnen. Später legte sie einen ihrer Schwerpunkte auf slawische Literatur.

Als sie mit der Planung eines Auslandsemesters begann, zog Johanna Vetter auch Frankreich und Großbritannien in Betracht. „West- und Nordeuropa kannte ich aber schon ganz gut – Osteuropa dagegen fast gar nicht.“ Außerdem wollte sie für ihr Studium gern eine slawische Sprache lernen. Sie informierte sich über die Austauschprogramme ihrer Heimatuni mit Hochschulen in Polen und Tschechien und recherchierte im Internet über die jeweiligen Städte und Studiengänge. „Die Stadt Posen hat mich sehr interessiert. Das war eine ziemlich spontane Gefühlsentscheidung“, erinnert sie sich.

Im dritten Semester bewarb sie sich mit einem Motivationsschreiben und der Empfehlung eines Dozenten. Die erforderlichen Englischkenntnisse konnte sie mit dem Oxford Placement Test Level B1 nachweisen.

Vorab schon Polnisch gelernt

Schon kurz nach ihrer Bewerbung wusste Johanna Vetter, dass sie an die Adam-Mickiewicz-Universität in Posen gehen konnte. „Im vierten Semester habe ich in Erfurt daher schon einen ersten Polnisch-Sprachkurs belegt, damit ich mich im Alltag besser zurechtfinden kann.“ Außerdem las sie sich viel über das Land an. „Mir war bewusst geworden, wie wenig ich eigentlich darüber weiß.“

Durch Zufall bekam eine gute Freundin den zweiten Partner-Studienplatz in Posen. Die beiden tauschten sich bereits bei ihren Vorbereitungen aus und suchten nach gemeinsamen Zimmern in einer internationalen Wohngemeinschaft. Im fünften Semester zogen sie schließlich für ein halbes Jahr nach Polen.

Unkomplizierte Anerkennung

Ein Porträt-Foto von Johanna Vetter

Johanna Vetter

Foto: Privat

„Ich war mir nicht sicher, wie einfach meine Studienleistungen anschließend in Deutschland anerkannt werden würden“, erinnert sich die 23-Jährige. „Daher habe ich ein Urlaubssemester eingelegt. So war ich in meiner Kurswahl ziemlich frei.“ Sie belegte drei Kurse auf Englisch – Theater, Polnische Geschichte und Polnische Kurzfilme – sowie zwei Seminare auf Deutsch. Ihre Polnisch-Kenntnisse konnte sie mit einem weiteren Sprachkurs verbessern. „Ich kann mittlerweile gut Polnisch verstehen und freue mich immer, wenn ich es in Deutschland höre. Noch kann ich große polnische Autoren nicht im Original lesen, aber für einfache Kinderbücher reicht es – und ich übe weiter.“

Im Nachhinein klappte die Anerkennung nach der Rückkehr ganz unkompliziert: Den Theater- sowie den Geschichtskurs konnte sie problemlos anrechnen lassen, ebenso ein deutsches Philosophieseminar.

Studiengebühren musste Johanna Vetter nicht bezahlen, da sie das Auslandsemester im Rahmen eines Austauschprogrammes absolvierte. Mit Erasmus-Förderung, Auslands-BAföG und ihrem Kindergeld kam sie in Posen gut zurecht. „Öffentliche Verkehrsmittel und Lebensmittel waren preiswerter als in Erfurt. Da hat mein Geld auch für die Miete gut gereicht.“

Positives Fazit

Für Johanna Vetter hatte das Auslandsemester rückblickend nur Vorteile. „Ich habe ein anderes Gefühl von Internationalität bekommen, weil ich Studierende aus vielen anderen Ländern getroffen habe und noch immer Kontakte nach Polen, aber auch nach China, Korea oder in die Türkei habe und so Einblicke in andere Kulturen bekomme.“

Auch bei Bewerbungen könnte das Semester in Osteuropa ein Pluspunkt sein. Den Eindruck bekam Johanna Vetter jedenfalls, als sie sich in den vergangenen Monaten für Praktika in Deutschland bewarb. „Da ist es positiv aufgefallen, dass ich im Ausland war, aber nicht wie viele andere in Frankreich oder Großbritannien.“ Im Sommer steht nun der Bachelorabschluss an. Danach will sie gern einen Master machen – erst einmal in Deutschland.

abi>> 06.06.2016

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