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In riesigen Dimensionen

Freiheitsstatue Statue of Liberty
Über Thanksgiving besuchte Sarah Uebel ihre ehemalige Gastfamilie in New York.
Foto: Veronika Mahler

Betriebspraktikum in den USA

In riesigen Dimensionen

Drei Monate lang war Sarah Uebel (20) im Rahmen ihres Dualen Studiums „Business Administration“ an der Uni Erlangen-Nürnberg in den USA und hat dort bei einem Tochterunternehmen ihres Arbeitgebers gearbeitet. Sie findet: „Ein Super-Erlebnis, das ich anderen nur empfehlen kann!“

Ein Auslandsaufenthalt im fünften Semester gehört bei Siemens zum Dualen Studium dazu, wenn man wie Sarah Uebel Business Administration studiert. Sie wünschte sich ein englischsprachiges Land. Dass es dann Cary in North Carolina wurde, entschied der Betrieb.

Im Gegensatz zu Deutschland, wo sie 35 Stunden pro Woche arbeitet, hatte sie nun eine 40-Stunden-Woche mit Arbeitsbeginn um 8 Uhr. „Die Sprache war überhaupt kein Problem und die Kollegen waren unheimlich nett“, erzählt sie. Als ihr Zugang zum Computersystem stand, konnte sie auch mitarbeiten. „Es ist eine relativ kleine Organisation, jeder betreut dort mehre Projekte gleichzeitig.“ Zudem muss der Kontakt nach Deutschland gehalten werden. Statt sich im Besprechungsraum oder auf dem Flur auszutauschen, telefonieren die amerikanischen Kollegen häufiger.

Planungsstart ein halbes Jahr im Voraus

Ein Porträt-Foto von Sarah Uebel

Sarah Uebel

Foto: Gabriele Koenig

Ihr Arbeitgeber hat den Prozess schon im Mai 2014 angestoßen, über die Visumabteilung bei Siemens wurde ab Juli der Kontakt mit „Cultural Vistas“ hergestellt. Das ist eine der großen Sponsor-Organisationen, über die Studien- und Praktikumsaufenthalte in den USA organisiert werden können. Um das Visum kümmerte sich die 20-Jährige selbst. Sie erhielt erst einmal viele Papiere, musste Angaben zu ihrer Person, zur Ausbildung und zum geplanten Aufenthalt machen. Dann bekam sie einen Termin zur Vorstellung im amerikanischen Generalkonsulat in München – und konnte Anfang Oktober fliegen.

Über ein Online-Portal suchte sie sich ein Zimmer und landete unverhofft in einer Männer-WG. „Es war ganz lustig“, berichtet sie, „und vieles typisch amerikanisch“. Die Mitbewohner kochten gar nicht, der Fernseher lief oft und das Haus war so, wie man’s aus Fernsehserien kennt. Weil die nächste Bushaltestelle zwei Meilen entfernt war, brauchte Sarah Uebel auch ein Auto, um mobil zu sein und zur Arbeit zu kommen.

Ausflüge an den Atlantik und nach New York

An den Wochenenden hatte sie Zeit, die Region zu erkunden, in der sie nun lebte, darunter die Städte Raleigh, Durham, Charlotte und das am Atlantik gelegene Surf City. Über Thanksgiving besuchte sie ihre frühere Gastfamilie in New York, bei der sie während eines Schüleraustauschs lebte. 18 Stunden war sie dafür mit dem Bus unterwegs.

Die amerikanische Kultur, die uns so vertraut erscheint, hält einige Überraschungen bereit. „Merry christmas“ etwa wünscht man selten – aus Rücksicht auf andere, die nicht christlichen Glaubens sind und vielleicht Chanukka oder gar nicht feiern. Auch die Hautfarbe oder das Aussehen anderer Menschen wird – um politisch korrekt zu bleiben – im Idealfall nicht erwähnt.

35 Sorten Joghurt, Riesenportionen Fleisch und Milch

Auch die Dimensionen, berichtet Sarah Uebel, sind komplett anders als in Deutschland. Beim Einkaufen hat sie Wal-Mart irgendwann links liegen lassen. „35 Sorten Joghurt oder Riesenportionen Fleisch und Milch – diese Auswahl hat mich überfordert“, erzählt sie. Nach der Hälfte ihres Aufenthalts hat sie einen überschaubaren Laden gefunden, dessen Angebot besser zu ihren Gewohnheiten passte.

Sie hatte zudem Glück: Siemens kam für die Kosten des Visums auf, zahlte auch das Auto und ein Tagesgeld – so dass Sarah Uebel trotz hoher Miete und hoher Preise für frische Lebensmittel finanziell nicht zuschießen musste.

Und wenn sie an ihre berufliche Zukunft denkt? „Prinzipiell macht sich ein USA-Aufenthalt gut im Lebenslauf und ich habe mein Kulturverständnis erweitern können und weiß jetzt, wie Amerikaner ticken“, ist sie überzeugt. Sie kann sich gut vorstellen, irgendwann für ein paar Jahre in den USA zu arbeiten. Den Kontakt mit den Kollegen – von denen einige jetzt Freunde sind – hält sie aufrecht, derzeit meist per E-Mail. Denn Sarah Uebel arbeitet wieder in der Projektabwicklung von Energy Management und verfolgt Projekte weiter, die sie von der anderen Seite des Atlantiks kennt.

abi>> 01.04.2016