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Die wichtigsten Fakten rund um Erasmus+

Verschiedene europäische Flaggen in einem Büro.
Alle 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union nehmen am Erasmus+-Programm teil, mit dem Studierende ins Ausland gehen können.
Foto: Nicole Schwab

Ins Ausland mit Erasmus+ - FAQ

Die wichtigsten Fakten rund um Erasmus+

Markus Symmank vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Erasmus+.

abi>> Wie viele Deutsche gehen jährlich über Erasmus+ ins Ausland?

Markus Symmank: Im Jahr 2016 waren rund 45.000 deutsche Studierende und Hochschulangehörige mithilfe von Erasmus+ im europäischen Ausland.

abi>> Welche Zielländer sind möglich und welche sind besonders gefragt?

Markus Symmank: Zur Auswahl stehen 28 EU-Länder sowie Liechtenstein, Norwegen, Island, Mazedonien und die Türkei. Die ewige Hitliste der beliebtesten Zielländer führen Spanien, Frankreich und Großbritannien an. Auch Nordeuropa ist derzeit stark nachgefragt, wohingegen die Nachfrage in den östlichen Ländern geringer ist. Unter deutschen Studierenden sind außerdem die Niederlande sehr beliebt. Viele verbringen aber statt eines Auslandssemesters gleich ihr ganzes Studium dort. Das liegt zum einen an der räumlichen Nähe, zum anderen aber auch an der Attraktivität des Systems, überschaubaren Studiengebühren und der Tatsache, dass die Unis Studiengänge in verschiedenen Sprachen anbieten.

abi>> Wie lange dauert ein Aufenthalt in der Regel?

Markus Symmank: Ein Aufenthalt an einer ausländischen Uni mit Erasmus+ dauert zwischen drei und zwölf Monaten, ein Praktikum zwischen zwei und zwölf Monaten. Theoretisch kann man über den gesamten Studienzeitraum also bis zu 36 Monate gefördert werden, wenn man Bachelor, Master und Promotion zusammenzählt. Das sogenannte Graduiertenpraktikum kann man nach dem Abschluss für bis zu zwölf Monate nutzen. Voraussetzung ist, dass man sich im letzten Jahr des Studiums bewirbt und innerhalb eines Jahres danach abschließt.

abi>> Wo kann man sich bewerben?

Markus Symmank: Die Bewerbung erfolgt direkt bei der Heimathochschule. Jede teilnehmende Hochschule hat einen Erasmus+-Hochschulkoordinator, bei dem sich Interessierte informieren können.

abi>> Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?

Markus Symmank: Im Bachelorstudium kann man frühestens ab dem dritten Fachsemester gefördert werden, im Master ist das ab dem ersten Fachsemester möglich. Wichtig ist, die Bewerbungsfristen einzuhalten. Außerdem muss man ein „Learning Agreement“ mit der ausländischen Hochschule abschließen, damit die im Ausland erbrachten Studienleistungen von der eigenen Uni anerkannt werden. Auch ein Online-Sprachtest vor und nach dem Aufenthalt ist obligatorisch. Auf diese Weise wird eruiert, wie sich die Sprachkenntnisse verbessert haben. Bei Bedarf kann man einen Online-Sprachkurs absolvieren, der kostenfrei ist. Alle weiteren Voraussetzungen legt die jeweilige Hochschule selbst fest: Das können zum Beispiel Noten, soziale Kompetenzen oder ein Mindeststandard in der Sprache des Ziellandes sein.

abi>> Welche Leistungen beinhaltet ein Erasmus+-Stipendium?

Markus Symmank: Wer mit Erasmus+ ins Ausland geht, erhält eine finanzielle Förderung, die sich nach dem Preisniveau im Zielland richtet und abhängig davon ist, welche Ländermittel der eigenen Uni zur Verfügung stehen. Wichtig zu wissen ist, dass es sich dabei um einen Zuschuss und nicht um ein Stipendium im Sinne einer Vollförderung handelt. Man kann damit also nur einen Teil seiner Kosten decken. Der Zuschuss soll in erster Linie die Mobilität europäischer Studierender fördern. Die monatlichen Raten für ein Auslandssemester liegen derzeit zwischen 150 und 500 Euro, Praktikanten bekommen mindestens 100 Euro mehr. In England, einem der Länder mit dem höchsten Preisniveau, ist für ein Praktikum theoretisch eine Vollförderung bis zu 700 Euro möglich.

abi>> 12.06.2017

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