Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Freunde aus der ganzen Welt gefunden

Landschaft in Estland
Zauberhafte Landschaften: Estland ist bekannt für seine Moore und seine naturbelassenen, kilometerlangen Wanderwege.
Foto: Maximilian Trinks

Mit Erasmus+ in Estland

Freunde aus der ganzen Welt gefunden

Maximilian Trinks (24) studiert Wirtschaftsingenieurwesen im Master an der Technischen Universität Chemnitz und hat das Wintersemester 2016/2017 in Tallinn verbracht, der Hauptstadt Estlands. Warum ihm das nördlichste Land des Baltikums so gut gefallen hat, berichtet er für abi>>.

Nachdem ich es im Bachelorstudium leider nicht ins Ausland geschafft habe, habe ich zunächst mit dem Gedanken gespielt, ein Semester meines Masterstudiums in Südafrika zu verbringen. Da die Semester dort allerdings zeitlich anders liegen und sich dadurch meine Studienzeit verlängert hätte, habe ich den Norden ins Visier genommen. Ich fand Finnland spannend, aber ein Aufenthalt dort ist sehr teuer. So bin ich schließlich auf Estland gekommen, wo ich im Winter mein drittes Mastersemester verbracht habe.

Studiert habe ich an der Estonian Business School (EBS) in Tallinn. Die Privatuni hat eine Partnerschaft mit meiner Hochschule. Da es sich um eine kleine Uni handelt, unterscheidet sich der Studienalltag deutlich von dem in Chemnitz. Die Kurse sind kleiner und es gibt viele Vorträge und Gruppenarbeiten. Die Masterkurse finden oft abends statt, da viele Masterstudierende tagsüber arbeiten.

Mir ging es bei dem Auslandssemester vor allem darum, meine Englischkenntnisse zu verbessern. Das hat sehr gut geklappt, da alle Vorlesungen an der Business School auf Englisch stattfinden. Und da die Studieninhalte ungefähr mit denen der TU Chemnitz übereinstimmen, konnte ich mir zurück in Deutschland einige Fächer anrechnen lassen.

240 Euro im Monat an Förderung

Ein Porträt-Foto von Maximilian Trinks

Maximilian Trinks

Foto: privat

Mit der Planung des Auslandssemesters habe ich ungefähr neun Monate vorher begonnen. Auf das Erasmus+-Stipendium konnte ich mich bis zum 31. März des gleichen Jahres bewerben. Pro Monat wurde ich mit 240 Euro im Monat gefördert. Damit konnte ich zwar nicht einmal die Miete meines WG-Zimmers decken. Aber die Bewerbung hat sich trotzdem gelohnt, vor allem, weil sie nicht sehr aufwändig war – alles lief über meine Uni – und ich an der estnischen Uni keine Studiengebühren bezahlen musste. Vom International Office vor Ort wurde mir ein „Buddy“, also ein einheimischer Studierender, zur Seite gestellt. Merily hat mir die Stadt gezeigt und mir geholfen, mich auf dem Campus zu orientieren.

Gewohnt habe ich in einer internationalen Fünfer-WG in der Altstadt von Tallinn. Dadurch, dass sich in der Stadt viele Studierende aus der ganzen Welt aufhalten, habe ich nicht nur Esten, sondern auch Leute aus den USA, Australien, Frankreich, Italien und anderen europäischen Ländern kennengelernt. Zusammen waren wir an den Wochenenden oft unterwegs.

Wunderschöne Natur und spannende Großstädte

Etwa 70 Kilometer östlich von Tallinn befindet sich der Nationalpark Lahemaa. Die Landschaft dort hat mir wahnsinnig gut gefallen. Estland ist bekannt für seine Moore und seine naturbelassenen, kilometerlangen Wanderwege. Auch mit Freunden aus Deutschland, die mich während des Semesters besucht haben, habe ich viele Ausflüge unternommen.

Und nicht nur Estland selbst ist ein spannendes Ziel für einen Ausflug, Tallinn eignet sich auch sehr gut, um die umliegenden Länder und Städte per Bus, Flugzeug und Schiff zu entdecken. Ich bin unter anderem nach Vilnius in Litauen, Riga in Lettland und Stockholm in Schweden gereist.

Die Großstädte in Estland sind sehr fortschrittlich. Überall gibt es kostenloses WLAN und selbst kleine Beträge im Café bezahlt man mit Kreditkarte, was Bargeld praktisch überflüssig macht. Während meiner Zeit dort habe ich gemerkt, wie stolz viele Esten auf ihr Land sind und wie wichtig es ihnen ist, als europäisch zu gelten.

Fernweh noch gesteigert

Von dem Auslandsaufenthalt habe ich in mehrfacher Hinsicht profitiert: Ich habe mein Englisch verbessert, gleich mehrere Länder und Kulturen kennengelernt und Freunde aus der ganzen Welt gefunden. Durch die Zeit in Tallinn kann ich mir gut vorstellen, nach meinem Abschluss eine Zeit lang als Ingenieur im Ausland zu arbeiten. Zu guter Letzt wurde ich in meinem Wunsch bestärkt, irgendwann die ganze Welt zu bereisen.

abi>> 06.06.2017