Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studieren auf der immergrünen Insel

Brücke über einem Fluss in Dundalk, Irland
Unberechenbares Wetter: Nicht immer zeigt sich Dundalk so sonnig wie hier. Kristine Nering empfiehlt daher, für die Reise nach Irland Regenschirm und -jacke einzupacken.
Foto: Kristine Nering

Mit Erasmus+ in Irland

Studieren auf der immergrünen Insel

Masterstudentin Kristine Nering (24) verbringt gerade ein Auslandssemester am Dundalk Institute of Technology im Nordosten Irlands. Sie erzählt abi>>, wie sich der irische vom deutschen Studienalltag unterscheidet und was jeder Austauschstudierende für seine Zeit in Irland im Gepäck haben sollte.

Am besten an meinem Auslandssemester gefällt mir, dass ich jeden Tag Englisch mit Muttersprachlern spreche und so meine Sprachkenntnisse enorm vertiefen kann. Außerdem ist es schön, so viele neue Leute unterschiedlicher Nationalitäten kennenzulernen.

Während meines Bachelorstudiums habe ich bereits ein Praxissemester in Atlanta in den USA verbracht. Das war eine einzigartige Erfahrung. Daher war für mich klar, dass ich im Masterstudium auf jeden Fall noch ein Auslandssemester machen möchte. Die Hauptgründe waren der Wunsch, neue Erfahrungen zu sammeln, mein Studienfach „Unternehmensführung/Business Management“ an der Heilbronn University Graduate School (HUGS) auch mal aus einer anderen akademischen Perspektive zu sehen, internationale Kontakte zu knüpfen und eine andere Kultur kennenzulernen.

Von den Partnerhochschulen, die mir für einen Austausch angeboten wurden, hat mich Irland am meisten gereizt – einmal live die immergrüne Insel erleben, die man sonst nur aus der Butterwerbung kennt, für mich ein Traum.

Hoher Anteil an Praxis

Ein Porträt-Foto von Kristine Nering

Kristine Nering

Foto: privat

Ich wohne in einem Studentenwohnheim direkt am Campus. Leider ist das Apartment relativ teuer, dafür sind hier alle sehr freundlich und hilfsbereit.

Die Professoren haben einen sehr guten akademischen Hintergrund und bringen viele Praxisbeispiele mit in ihre Lehre ein. Es wird großen Wert auf Hausarbeiten und Projekte, sogenannte „Continuous Assignments“ (CA), gelegt. Gegen Ende des Semesters muss man somit nicht mehr allzu viele schriftliche Klausuren schreiben. Die schriftliche Klausur macht auch nie 100 Prozent der Note aus, da das Modul meistens ein Mix aus Klausur und CA ist, mit dem man sich oft schon 40 bis 50 Prozent der Note während des Semesters erarbeitet. Die CA sind meistens Gruppenarbeiten. Das heißt, man arbeitet auch mit den irischen Studierenden zusammen, was eine super Erfahrung ist. Ein weiterer Unterschied ist, dass hier nicht mit Noten bewertet wird, sondern alles in Prozent angegeben wird. Zum Bestehen eines Kurses benötigt man mindestens 40 Prozent.

Viele Freizeitangebote an der Hochschule

In der ersten Woche des Semesters fanden Willkommenstage für alle neuen Erasmus+-Studierenden statt. Hier habe ich alle nützlichen Informationen für das Auslandssemester bekommen und konnte erste Kontakte zu anderen Austauschstudierenden knüpfen. Von der Hochschule werden außerdem jede Menge Sport-, Musik- und Kulturkurse oder -gruppen angeboten, an denen man kostenlos teilnehmen kann. Zusätzlich organisiert das ESN (Erasmus Student Network) oft kostenlose Ausflüge, zum Beispiel in einen Nationalpark oder eine Hafenstadt.

In Dundalk gibt es eine kleine Innenstadt mit einem Einkaufszentrum und vielen netten Pubs und Restaurants. Die beiden Hauptstädte der Insel, das irische Dublin und das nordirische Belfast, sind gut mit Bus und Zug zu erreichen und auf jeden Fall einen Ausflug wert. Meine freie Zeit nutze ich, um so viel wie möglich herumzureisen.

Fördergeld und Erspartes ermöglichen das Auslandssemester

Da ich an einer Erasmus+-Partnerhochschule lerne, fallen für mich keine Studiengebühren an, außerdem erhalte ich eine finanzielle Förderung. Aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten in Irland deckt sie in meinem Fall nicht alles ab, daher finanziere ich den Rest über Erspartes.

Mit den Vorbereitungen für das Auslandssemester habe ich etwa vier Monate vor Beginn des entsprechenden Semesters angefangen. Mein Tipp: Startet frühzeitig in die Planung und Organisation, um Stress zu vermeiden. Klärt genau ab, welche Kurse ihr belegen könnt, damit es später keine Probleme bei der Notenanrechnung gibt.

Für ein Auslandssemester in Irland empfehle ich außerdem, beim Kofferpacken auf jeden Fall an Regenschirm und -jacke zu denken, da das irische Wetter unberechenbar ist und innerhalb von Sekunden von Sonnenschein in Regen umschlagen kann.

abi>> 12.06.2017