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Der perfekte Mix aus Studium und Freizeit

Jennifer Diehl steht vor einem See in Norwegen und hält kleine norwegische Fähnchen in die Luft.
Ihr Auslandssemester absolviert Jennifer Diehl in der kleinen Stadt Lillehammer. Besonders gefällt der 21-Jährigen die Nähe zur Natur – ein großer Gegensatz zu ihrem deutschen Studienort, der Millionenmetropole Berlin.
Foto: Jennifer Diehl

Mit Erasmus+ in Norwegen

Der perfekte Mix aus Studium und Freizeit

Dort, wo Jennifer Diehl (21) zurzeit ihr Auslandssemester verbringt, fällt die Temperatur schon mal auf minus 18 Grad: Die Bachelorstudentin befindet sich bis Juni in der norwegischen Stadt Lillehammer. Für abi>> berichtet sie von ihren Erfahrungen und gibt Tipps für ein Semester im hohen Norden.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich eine Weile außerhalb von Deutschland lebe: Schon während der Schulzeit habe ich mehrmals an Sprachreisen und Schüleraustauschen teilgenommen, direkt nach dem Abi war ich für ein Jahr mit Work & Travel in Kanada und im Studium habe ich ein dreimonatiges Auslandspraktikum in Amsterdam absolviert.

Für mein aktuelles Auslandssemester habe ich nach etwas gesucht, das außergewöhnlich ist. Ich war vorher noch nie in Skandinavien und wollte mich gerne in dieses Abenteuer stürzen. Im Gegensatz zur Großstadt – ich studiere „International Business Management“ an der EBC-Hochschule in Berlin – gibt es in der 27.500-Einwohner-Stadt Lillehammer viel mehr Natur und ich kann meiner Liebe zum Ski- und Snowboardfahren nachgehen. Hier an der Inland Norway University of Applied Science (INN University) habe ich außerdem die Möglichkeit, meine Kenntnisse in Psychologie zu vertiefen.

Die Stadt Lillehammer wurde mir von einer Studienberaterin im International Office meiner Hochschule empfohlen. Durch die Unterstützung der Gastuniversität, insbesondere der norwegischen Studierenden des „Buddy Program“, habe ich mich schnell heimisch gefühlt.

Mehr Nacharbeiten zu Hause gefordert

Ein Porträt-Foto von Jennifer Diehl

Jennifer Diehl

Foto: privat

Die Lernweise an der Uni ist eine andere als in Deutschland. In Berlin verbringen wir jede Woche etwa 35 Stunden in Vorlesungen und müssen nur selten nacharbeiten. Dadurch bleibt genug Zeit, um nebenbei als Werkstudent etwas Geld zu verdienen.

In Norwegen habe ich maximal drei Vorlesungen pro Woche, das entspricht insgesamt weniger als fünf Stunden. Dafür wird viel Heimarbeit gefordert, etwa das Lesen von Artikeln oder englischer Fachliteratur. Außerdem sind die Vorlesungen etwas weniger praxisorientiert. Meine Studienleistungen aus Norwegen kann ich mir dennoch anerkennen lassen, da es sich um ein Pflichtauslandssemester und eine spezielle Kooperation handelt.

Bewerben und Finanzen regeln

In Lillehammer wohne ich zusammen mit vielen internationalen Studierenden in einem Studentenwohnheim. Die Erasmus+-Förderung deckt etwa die Hälfte meiner monatlichen Miete. Den kompletten Aufenthalt finanziere ich durch Erasmus+ und Ersparnisse.

Für das Auslandssemester habe ich mich acht Monate im Voraus über meine Heimatuniversität beworben. Meine Vorbereitungen bestanden aus Internetrecherche, Gesprächen mit einer Freundin, die bereits ein Auslandssemester an der Hochschule in Lillehammer absolviert hat, und Chats mit Austauschstudierenden aus Norwegen, die ich an der EBC-Hochschule in Berlin kennengelernt habe. Außerdem bin ich vorab über eine Facebookgruppe mit den anderen internationalen Studierenden in Lillehammer in Kontakt getreten.

Freizeit nutzen fürs Reisen und Leute kennenlernen

Ich bin seit Januar 2017 hier und finde Norwegen großartig. Die Natur ist wunderschön. Die Norweger empfand ich anfangs als recht verschlossen, sie haben sich aber mit der Zeit geöffnet und sind stets sehr hilfsbereit. Im Vergleich zu Deutschland ist alles eher informell gehalten, das erleichtert einiges. So spricht man zum Beispiel jeden mit Vornamen an.

Der Mix aus Freizeitmöglichkeiten und der Lehre gefällt mir sehr gut. Zudem bleibt mir Zeit dafür, mich als Vorstandsmitglied in der ISU Lillehammer, einer Studentenvereinigung, zu engagieren. Außerdem koche und reise ich gerne mit anderen Studierenden. Über meine zahlreichen Erlebnisse im Auslandssemester schreibe ich einen Blog (http://jennyaufundwiederweg.auslandsblog.de). Schon jetzt finde ich es schade, dass ich nicht länger als sechs Monate bleiben kann.

Von Kronen, Kreditkarten und Co.

Meine Tipps für andere Studierende, die nach Norwegen kommen möchten: Vieles wie Kleidung, Lebensmittel oder Kosmetik ist hier deutlich teurer. Spart daher vorab genug Geld. Und kümmert euch rechtzeitig um Bankangelegenheiten. Norwegen gehört nicht zur EU und hat auch nicht den Euro, sondern die Norwegische Krone als Währung – Geld abheben und überweisen ist deshalb teuer. Zum Zahlen wird in Norwegen üblicherweise eine Kreditkarte statt Bargeld verwendet.

Abschließend kann ich euch nur empfehlen, herzukommen. Und vergesst nicht, die Norweger zu begrüßen mit: „Hei! Hyggelig å se deg!“ – das heißt: „Hey! Schön, dich zu sehen!“

abi>> 12.06.2017