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¡Bienvenido a Chile!

Papagei
In Chile lebt eine Vielzalhl von Vogelarten - darunter Papageien, Flamingos und Pinguine.
Foto: Juliane Gutmann

Studieren in Chile

¡Bienvenido a Chile!

Die Lehramtsstudentin Jennifer Müller (24) aus Hannover verbrachte ein Studienjahr an der privaten Pontificia Universidad Católica de Valparaíso. Dort verbesserte sie nicht nur ihre Sprachkenntnisse, sondern hatte auch Gelegenheit, das Land am anderen Ende der Welt schätzen zu lernen.

Als für Jennifer Müller während ihres Studiums ein Auslandssemester anstand, war für sie eines sofort klar: Die Universität, die für sie in Frage käme, sollte möglichst weit weg von Deutschland sein. Mehr als 12.000 Kilometer und 15 Flugstunden brachte sie schließlich zwischen sich und ihre alte Heimat, als es hieß: Tschüß Hannover, hola Valparaíso.

Die junge Frau studiert Sport und Spanisch auf Lehramt an der Universität Hannover. Drei Monate Aufenthalt in einem spanischsprachigen Land sind für sie und ihre Kommilitonen Pflicht. Viele von ihnen zog es nach Spanien, Jennifer Müller allerdings bevorzugte ein exotischeres Ziel: „Ich wollte ein Abenteuer erleben und nicht die Möglichkeit haben, alle paar Wochen nach Hause zu fliegen, sondern intensiv in die fremde Kultur und die Sprache eintauchen“, sagt die 24-Jährige.

Landessprache ist Pflicht an der Uni

Ein Porträt-Foto von Jennifer Müller

Jennifer Müller

Foto: Privat

Dass sie dann nach Chile ging, verdankt sie vor allem der Familie ihres ehemaligen Freundes, die aus dem 17,8-Millionen-Einwohner Land stammt. „Sie hatten oft von ihrer Heimat geschwärmt, von der wunderschönen und abwechslungsreichen Landschaft rund um die Hafenstadt Valparaíso. Dort kann man sowohl zum Surfen an den Strand fahren als auch zum Skifahren in die Berge – und beides innerhalb von zwei Stunden.“

Bevor Jennifer Müller sich ins Flugzeug setzen konnte, musste sie sich zunächst mit einem Motivationsschreiben und ihrem Notenspiegel für den Studienplatz an der renommierten, privaten chilenischen Universität bewerben. Außerdem musste sie nachweisen, dass sie Spanisch auf B1-Niveau spricht, denn das Beherrschen der Landessprache ist Pflicht, wenn man an der Hochschule studieren möchte. „Das ist auch sinnvoll“, sagt Jennifer Müller, „denn Englisch sprechen nur die wenigsten Chilenen.“ Und natürlich brauchte sie ein Studentenvisum für ein Jahr. „Die Beantragung war sehr aufwendig, man braucht viele Unterlagen. Den Antrag habe ich beim chilenischen Konsulat in Hamburg gestellt. Nach etwa vier Wochen konnte ich das Visum dann gegen 69 Euro persönlich dort abholen.“

Finanzierungshilfe Auslands-BAföG

Die ersten Monate wohnte die Deutsche bei einer einheimischen Familie, später zog sie in eine Wohngemeinschaft mit einem Chilenen und einem Amerikaner. Günstige 200 Euro kostete das WG-Zimmer. „Ansonsten waren die Lebenshaltungskosten hoch“, sagt die Studentin. Die Preise für Lebensmittel, Restaurant- und Kinobesuche seien etwa vergleichbar mit Deutschland. „Preiswert ist dagegen die Nutzung von Bus und Bahn, was toll ist, wenn man – wie ich – viel im Land herumreist.“

Jennifer Müller griff für das Jahr im Ausland vor allem auf ihr Erspartes zurück, denn die Entscheidung für das Abenteuer Lateinamerika und gegen ein Studium in einem europäischen Land bedeutete auch, dass sie anders als ihre Kommilitonen kein Erasmus+-Stipendium erhielt. „Allerdings habe ich jeden Monat 300 Euro Auslands-BAföG bekommen. Dafür sollte man sich unbedingt bewerben, auch wenn man – wie ich – in Deutschland kein reguläres BAföG bekommt.“ Studiengebühren musste sie zum Glück nicht zahlen – dank eines gegenseitigen Abkommens ihrer Universitäten. „Andernfalls wären in Chile 1.300 Euro pro Semester auf mich zugekommen – da hätte ich es mir noch mal überlegen müssen.“

Anspruchsvoller Unterricht, hilfsbereite Dozenten

Alle fünf Scheine, die sie in Chile gemacht hat, wurden an ihrer Heimatuni anerkannt. „Zur Sicherheit habe ich im Vorfeld mit meinen Dozenten in Deutschland abgesprochen, welche Kurse ich belegen kann.“ Der Unterricht in Chile sei anspruchsvoll gewesen, sagt die 24-Jährige: „Anders als in Deutschland werden Klausuren in Chile regelmäßig geschrieben und auch Referate werden das ganze Semester über gehalten, sodass man kontinuierlich lernen und nachbereiten muss.“

Für Jennifer Müller hat sich der Aufenthalt in Chile gelohnt, sie empfiehlt das Land gerne weiter: „Chile ist das perfekte Land für Lateinamerika-Einsteiger. Europäischer als Peru oder Ecuador, aber immer noch fremd und exotisch – ‚Südamerika light’ sozusagen, sodass der berühmte anfängliche Kulturschock gut auszuhalten ist. Und mein Spanisch ist dort wirklich viel besser geworden, das sagen nicht nur die Professoren in Hannover, sondern auch meine chilenischen Freunde.“

Hier geht's zur spanischen Version

abi>> 08.01.2016