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“Mit gutem Vorlauf planen“

Deutscher Reisepass auf einer Landkarte
Wer in einem südafrikanischen Land studieren möchte, sollte dies gut vorbereitet tun und hierbei auch bürokratische Fragen beachten.
Foto: Martin Rehm

Studieren in Subsahara-Afrika – Interview

“Mit gutem Vorlauf planen“

Studieren in Ländern südlich der Sahara – zum Beispiel in Tansania, Äthiopien, Madagaskar oder Namibia – das geht. Felix Wagenfeld, Leiter des Referats „Koordinierung Regionalwissen“ beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), gibt Tipps, was es dabei zu beachten gibt.

abi>> Herr Wagenfeld, Subsahara-Afrika ist eine spannende Welt. Wie sieht es dort mit den Hochschulsystemen aus?

Felix Wagenfeld: Afrika ist ein Kontinent der Chancen – und der Vielfalt! Das gilt auch für die Hochschullandschaft. Gemeinsam sind allen Ländern die stark steigenden Zahlen an Studierenden. Als Folge sind bestehende Hochschulen häufig überfüllt, neue Einrichtungen werden gegründet, manche haben eine unzureichende Ausstattung und qualitative Defizite. Entscheidend ist der Blick auf das einzelne Land: Die Zahl der Hochschulen in einem Land etwa lässt wenig Rückschlüsse auf deren Qualität zu.

Portrait von Felix Wagenfeld

Felix Wagenfeld

Foto: privat

abi>> Welche Länder würden Sie für einen Studienaufenthalt oder ein Praktikum empfehlen?

Felix Wagenfeld: So allgemein ist das schwer zu beantworten. Je nachdem, was gesucht wird, bieten sich viele Länder und Hochschulen an. Eine erste Orientierung geben Kooperationen der eigenen Hochschule. Solche Kontakte erleichtern die Organisation in praktischer Hinsicht. Und es hilft immer, wenn man an der eigenen Universität mit Personen sprechen kann, die bereits vor Ort Erfahrung gesammelt haben.

Die Länder mit den meisten Hochschulkooperationen sind neben Südafrika Äthiopien, Kenia, Namibia und Ghana. Aber auch die Sicherheit ist ein Faktor: Botswana bietet hier eine gute Ausgangslage und zudem ein funktionierendes – wenn auch kleines – Hochschulwesen, das z. B. Namibia sehr ähnlich ist.

Letztlich ist die Studienrichtung ein entscheidendes Kriterium. Auch hier sind bestehende Kontakte und Hochschulkooperationen ein guter Leitfaden. Und die Türen der DAAD-Büros vor Ort stehen für Beratungen offen, natürlich auch per E-Mail oder telefonisch.

abi>> Wie sieht es mit dem Lebensunterhalt, mit den Kosten vor Ort aus?

Felix Wagenfeld: Anders als in Deutschland erheben die meisten Länder Subsahara-Afrikas Studiengebühren. Studieren in Afrika ist für deutsche Studierende nicht unbedingt günstig. Nicht alle örtlichen Gegebenheiten, etwa bei der Unterbringung, passen – schließlich geht es nicht um einen Abenteuerurlaub, sondern ums Studieren. Man sollte sich also gründlich vorbereiten.

Für einen Auslandsaufenthalt kann man auch Auslands-BAföG beantragen. Daneben kann man Studienkredite zur Finanzierung des Auslandsaufenthalts aufnehmen. Aber auch Stipendien sind möglich: Der DAAD etwa bietet ein breites Spektrum an Förderoptionen – für kombinierte Studien- und Praxissemester, für einjährige Studienaufenthalte und für ausgewählte Praktika.

Neu sind Angebote, die sich speziell an Lehramtsstudierende oder Studierende an Fachhochschulen richten. Und es lohnt sich, nach weiteren Anbietern von Stipendien zu suchen. Die Mobilitätsprogramme von Erasmus+ betreffen aktuell allerdings nur Südafrika. Grundsätzlich gilt: Ein Auslandsaufenthalt muss mit gutem Vorlauf geplant werden. Last-Minute-Aktionen sind weder finanziell noch fachlich oder persönlich ratsam.

abi>> Was sollte man außerdem im Auge behalten?

Felix Wagenfeld: Neben einer Reihe organisatorischer Fragen – von der Einreiseerlaubnis über erforderliche Impfungen bis hin zur Organisation von Unterkunft und Transport – muss man sich auch persönlich einstimmen und einlesen. Dazu gehören auch die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes. Man sollte sich insbesondere mit dem Gastland und seinen kulturellen Besonderheiten befassen. Auch wenn Universitäten Komfortzonen mit stärkerer internationaler Prägung sind, ist das Leben in vielen afrikanischen Ländern doch eine Entdeckungsreise, auf die man sich vorbereiten sollte – im eigenen Interesse und in dem der Gastgeber.

abi>> 10.04.2019