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Büffeln zwischen Bretagne und Côte d’Azur

Ein Foto des Triumphbogens in Paris
Viele deutsche Studierende zieht es nach Paris, doch die Wohnungspreise dort sind nicht zu unterschätzen.
Foto: Annika Voßen

Studieren in Frankreich: Übersicht

Büffeln zwischen Bretagne und Côte d’Azur

Frankreich ist Deutschlands engster Partner in Europa. Das schreibt das Auswärtige Amt. Nicht nur politisch und geografisch sind sich Franzosen und Deutsche nahe: Auch 2014 war Frankreich wieder unser wichtigster Handelspartner - einer der Gründe, warum sich ein Studium in Frankreich lohnt. Doch wie sieht das Studium im Nachbarland aus? abi» hat nachgefragt.

„E s gibt circa 1.600 französische Firmen in Deutschland und über 2.000 deutsche Firmen in Frankreich. Wer Französisch beherrscht, die Kultur kennt, sich auf Frankreich spezialisiert hat, der ist bei diesen Unternehmen für den Berufseinstieg eindeutig im Vorteil“, sagt Agnès Bousset. Sie ist Leiterin des Infobüros Campus France in Berlin. Das Infobüro ist ein Service der Französischen Botschaft, das junge Leute über das Studium in Frankreich berät. Und das sind nicht wenige.

Beliebtes Studienland

Ein Porträt-Foto von Agnès Bousset

Agnès Bousset

Foto: Privat

2013 studierten laut Statistischem Bundesamt rund 6.600 Deutsche in Frankreich, die meisten über das Austauschprogramm Erasmus+, das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) koordiniert wird. Sie finden dort ein Hochschulsystem vor, das dem in Deutschland ähnelt, aber nicht identisch ist. „In Frankreich gibt es Universitäten und sogenannte Grandes Ecoles. Letztere sind quasi Eliteuniversitäten, an denen insbesondere Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften gelehrt werden“, erklärt Agnès Bousset. „Die meisten Grandes Ecoles sind öffentlich und auch sehr günstig. Eine Ausnahme gilt für die BWL-Hochschulen, die zum Teil hohe Studiengebühren von mehreren Tausend Euro verlangen. An den Universitäten wird nur ein Jahresbeitrag von 184 Euro für die Immatrikulation verlangt“. Nichtsdestotrotz spielt die Reputation der Hochschule eine große Rolle in Frankreich.

Zudem bieten spezialisierte, private Hochschulen Studiengänge unter anderem für künstlerische und soziale Fächer an, deren Abschlüsse jedoch selbst in Frankreich nicht immer anerkannt werden.

Bachelor- und Masterstudiengänge

Seit der Bologna-Reform teilt sich das Studium in Frankreich in Bachelor- und Masterstudiengänge auf. Den Bachelor gibt es in der Regel nach drei Jahren, den Master nach weiteren zwei Jahren. „In den Ingenieurwissenschaften hat man allerdings am Diplom als zusätzlichem Abschluss festgehalten“, relativiert die Hochschulbeauftragte und ergänzt: „In Medizin, Jura, Lehramt und Psychologie gibt es ebenfalls sehr große Unterschiede. Strebt man ein Studium in diesen Fächern an, sollte man sich besonders gut informieren.“ Christiane Schmeken, DAAD-Außenstellenleiterin in Paris, hat die gleichen Erfahrungen gemacht: „Zwar gibt es in Frankreich kein Staatsexamen, aber der starke Praxisbezug dieser Disziplinen macht zusätzliche Prüfungen und Zertifizierungen erforderlich.“

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abi>> 17.07.2015