Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studieren mit Flair

Ein Finger zeigt auf einer Frankreichkarte auf die Stadt Rennes.
Es muss nicht immer Paris sein. Emma Franke verbrachte ihr Auslandssemester in Rennes im Nordwesten Frankreichs.
Foto: Martin Rehm

Mit Erasmus+ in Frankreich

Studieren mit Flair

Vier Monate lang hat Emma Franke* (22) auf deutsches Brot verzichtet, dafür aber Menschen aus aller Welt kennengelernt und vor allem ihr Französisch aufgefrischt. Ein Semester lang war sie mit dem Programm Erasmus+ in Rennes - der krönende Abschluss ihres Bachelorstudiums in Geschichte, Politik und Verwaltung an der Universität Potsdam.

Noch vor fünf Monaten konnte ich nicht auf Französisch telefonieren", erinnert sich Emma Franke. Im Nachhinein ist sie überrascht, wie schnell sie ihre schlummernden Sprachkenntnisse vor Ort dann doch abrufen konnte. „Schon nach zwei Wochen in Rennes hat es Klick gemacht. Die Franzosen haben mich aber auch sehr herzlich aufgenommen und darin bestärkt, Französisch zu sprechen."

Ein Porträt-Foto von Emma Franke

Emma Franke

Foto: Privat

Während ihres Bachelorstudiums in Potsdam hatte sie sich beim sogenannten Buddy-Programm ihrer Uni engagiert und ausländische Studierende betreut. „Dabei habe ich einige Franzosen kennengelernt – und wieder Lust auf die Sprache bekommen“, sagt sie. Daher informierte sie sich beim Akademischen Auslandsamt und bewarb sich beim Erasmus+-Koordinator ihres Fachbereichs. Ihre Wahl fiel auf die Université Rennes 2. „Die Stadt mit ihren Fachwerkhäuschen hat mir auf Anhieb gefallen, als ich Fotos davon im Internet gesehen habe.“

Bewerbung an der Heimat-Uni

Emma Franke wurde zu einem Gespräch eingeladen und bekam das Stipendium. „Es war eigentlich kein Problem, allerdings hat es lange gedauert, bis alles geregelt war.“ Ihre Bewerbungsunterlagen reichte sie im Januar 2014 an der Heimatuni ein, im September bewarb sie sich per Online-Formular an der Gast-Uni und kurz vor Weihnachten flatterte die offizielle Bestätigung aus Rennes ins Haus. Drei Wochen später ging es bereits los. „Um eine Unterkunft und die Anfahrt hatte ich mich glücklicherweise schon viel früher gekümmert“, berichtet sie.

In Rennes wohnte die 22-Jährige in einem Haus mit vielen Studierenden, teilte sich Bad und Küche und zahlte dafür 450 Euro im Monat. Die Lebenshaltungskosten waren deutlich höher als in Berlin, wo Emma Franke normalerweise wohnt. Über das Stipendium erhielt sie monatlich 310 Euro, außerdem haben ihre Eltern sie finanziell unterstützt. Apropos Finanzierung: Es gibt häufiger Vergünstigungen für alle unter 26 beziehungsweise 27 Jahren. Für Reiselustige kann es sich beispielsweise lohnen, die Carte Jeune der französischen Bahn zu kaufen. Außerdem steht in Frankreich auch ausländischen Studierenden Wohngeld zu.

Studium und Aufenthalt organisieren

Die ersten Tage in Rennes waren aufregend – und stressig. Emma Franke musste etwa ein Bankkonto eröffnen, einen Handyvertrag organisieren, viele Einführungsveranstaltungen besuchen und einen Sprachtest absolvieren. Letzterer diente dazu, das passende Niveau für den Sprachkurs zu finden, den sie vier Stunden pro Woche besuchte. Dort lernte sie andere Erasmus+-Studierende kennen.

„Ich habe Freunde aus ganz Europa gewonnen, aus Japan, China, Indien, Amerika und Algerien. Wir haben viel gemeinsam unternommen, auch mit französischen Studierenden“, erzählt sie. Fasziniert hat sie vor allem das lebendige Treiben auf den Märkten und in den Straßencafés. „Abgesehen von deutschem Brot habe ich nichts vermisst“, sagt sie schmunzelnd.

1 2

abi>> 17.07.2015