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Die Andersartigkeit verstehen lernen

Handgeschriebene chinesische Schriftzeichen
Grundkenntnisse der japanischen Sprache helfen dabei, die Andersartigkeit der Kulturen zu verstehen.
Foto: Winfried Rothermel

Studieren in Japan und Südkorea - Interview

Die Andersartigkeit verstehen lernen

Japan und Südkorea waren nicht nur bei der Fußball-WM 2002 ein gutes Team. Die Bildungssysteme beider asiatischer Länder zählen zu den besten weltweit, die Kulturen sind traditionsreich und dennoch modern. Im Interview erklärt Dr. Ursula Toyka-Fuong, Leiterin der DAAD-Außenstelle in Tokio, worauf es ankommt, wenn man dort studieren möchte.

abi>> Frau Toyka-Fuong, was spricht aus Ihrer Sicht für ein Auslandsstudium in Japan oder Südkorea?

Ursula Toyka-Fuong: Japan und Südkorea sind wichtige Partnerländer. Auch kulturell sind beide Länder sehr interessant. Für viele Studierende sind das die ausschlaggebenden Faktoren, hier zu studieren.

abi>> Wie lässt sich ein solcher Aufenthalt organisieren und finanzieren?

Ein Foto von Dr. Ursula Toyka-Fuong

Dr. Ursula Toyka-Fuong

Foto: privat

Ursula Toyka-Fuong: Wichtige Anlaufstellen sind die Akademischen Auslandsämter der Heimathochschulen, die über Partnerhochschulen und Fördermöglichkeiten informieren. Wer nicht die Möglichkeit hat, über eine Hochschulkooperation nach Japan oder Südkorea zu gehen oder wer sich für ein Vollstudium im Ausland interessiert, kann sich auch eigenständig vor Ort bei Hochschulen bewerben. Informationen zu den Studienbedingungen und zu Finanzierungsmöglichkeiten gibt es beim DAAD. Studierende mit Japanisch- oder Koreanisch-Kenntnissen sollten auch die Informationsmöglichkeiten in den Landessprachen nutzen, die zum Beispiel die japanische Studentenorganisation JASSO bereithält. Schließlich sollten sich Studierende auch informieren, ob sie in Japan oder Südkorea Auslands-BAföG beziehen können.

abi>> Welche Zugangs- beziehungsweise Zulassungsvoraussetzungen gilt es zu beachten?

Ursula Toyka-Fuong: Das unterscheidet sich von Hochschule zu Hochschule. Studierende, die ihren Aufenthalt nicht über eine Hochschulkooperation organisieren, sollten sich also direkt an die Hochschulen in Japan oder Südkorea wenden, die für sie infrage kommen. Auch wenn das schwierig klingt, sollten Studierende den Weg nicht scheuen. Gerade die japanischen Universitäten sind auf Betreiben der japanischen Regierung sehr damit befasst, den Anschluss an die internationalen Entwicklungen zu halten und die Zahl ausländischer Studierender zu erhöhen. Insofern stehen die Chancen auf einen Studienplatz und ein Stipendium derzeit recht gut. Was viele nicht wissen: Alle deutschen Studierenden brauchen für die Einschreibung an einer japanischen Hochschule einen Bürgen, der für die Zahlung von Studiengebühren oder Reisekosten garantiert. Das übernimmt im Rahmen einer Hochschulpartnerschaft meist die eigene Hochschule oder der DAAD.

abi>> Welche Einreisemodalitäten gelten?

Ursula Toyka-Fuong: Für Studienaufenthalte in Japan und Südkorea ist ein Visum erforderlich. Studierende sollten sich frühzeitig bei den Botschaften und Konsulaten erkundigen, welche Fristen und Voraussetzungen sie bei der Beantragung beachten müssen.

abi>> Was muss man in Bezug auf kulturelle Unterschiede wissen?

Ursula Toyka-Fuong: Die japanische Hochkultur hat diverse Einflüsse aufgenommen, basiert wesentlich auf der chinesischen Kultur und spiegelt auch Einflüsse der koreanischen Kultur. Sie brachte auf verschiedenen Gebieten einzigartige kulturelle Höchstleitungen hervor, die nicht zuletzt wegen der insularen Lage bis heute erhalten sind. Auch Südkorea ist stark von seiner einheimischen Kultur geprägt und von herausragenden eigenständigen Kulturleistungen.

In beiden Kulturen wachsen die jungen Menschen mit anderen gesellschaftlichen Konventionen heran. Sie lernen, sich auch an der Hochschule stets an die Gruppe anzupassen und betrachten ihre Lehrer als Respektspersonen, die das letzte Wort haben. Es gibt vor allem in Japan erfreulicherweise zunehmend englischsprachige Studiengänge. Dennoch sollten Studierende aus Deutschland sich schon vor der Einreise bemühen, zumindest Grundkenntnisse der Landessprachen zu erwerben. Denn nur so werden sie die Andersartigkeit der Kulturen wirklich verstehen lernen können.

Stipendien

Es gibt verschiedene Stipendien, über die sich ein Studienaufenthalt in Japan oder Südkorea fördern lässt. Beispielsweise das „Programm zur Steigerung der Mobilität von deutschen Studierenden“, kurz Promos, worum man sich bei der Heimathochschule bewerben kann. Der DAAD bietet beispielsweise Jahresstipendien für Studierende aller wissenschaftlichen Fächer an und hält eine Stipendiendatenbank für die Recherche bereit. Eine Übersicht über Stipendien privater Institutionen und der koreanischen Regierung für Studienaufenthalte in Südkorea bietet die Koreanistik der Ruhr-Universität Bochum: www.ruhr-uni-bochum.de/skk/studiumsti.shtml Studierende mit Ziel Japan können sich ebenfalls für Stipendien der Regierung empfehlen, darunter das Monbukagakusho-Stipendium für Studierende im Graduate-Bereich.

abi>> 18.09.2015