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Klasse statt Masse

Cape Reinga, Neuseeland
Neuseeland ist eines der beliebtesten Länder unter jungen Deutschen. Ein Grund dafür ist die atemberaubende Natur.
Foto: Antonia Möller

Studieren in Neuseeland – Hintergrund

Klasse statt Masse

Neuseeland ist für viele Studierende nicht nur wegen seiner atemberaubenden Landschaften und der entspannten Lebensweise ein Paradies. Auch die Universitäten genießen international einen hervorragenden Ruf – und eignen sich daher für ein Semester, ein Praktikum oder gar ein gesamtes Studium im Ausland.

Maori-Erbe oder britische Kultur? Großstadtfieber oder ländliche Idylle? Surfen oder skifahren? Neuseeland ist ein Sehnsuchtsort mit vielen Facetten. Für junge Deutsche ist der Inselstaat – neben Australien und Kanada – eines der Top-3-Ziele für einen Work & Travel-Aufenthalt. Doch auch knapp 1.000 deutsche Studierende entschieden sich im Jahr 2015 für einen Auslandsaufenthalt dort. (Lies dazu etwa den Erfahrungsbericht „Projektarbeit an Neuseelands Küsten“.) „Neuseeland ist vor allem für Studierende interessant, die in einem englischsprachigen Land studieren möchten, das klein und nicht so anonym ist“, weiß Dr. Anna Bauer, Senior Lecturer in German des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an der University Auckland.

Neuseeland hat insbesondere landschaftlich einiges zu bieten – vom subtropischen Regenwald über Fjorde und Mangrovensümpfe bis hin zu langen Sandstränden. „Aufgrund seiner Lage ist das Land besonders geeignet für Studierende von Fächern wie Meeresbiologie, Agrarwissenschaft oder Touristik“, erklärt Anna Bauer. Aber auch Outdoor-Fans wird einiges geboten. „Zudem sind die Menschen hier sehr offen, freundlich und hilfsbereit.“ Fun fact: Die Einwohner nennen sich selbst scherzhaft Kiwis, inspiriert vom gleichnamigen, flugunfähigen Vogel, den es nur in Neuseeland gibt und der das Wappentier des Landes ist.

Hohe Lebenshaltungskosten bedenken

Wer sich für ein Studium oder ein Praktikum in Neuseeland interessiert, sollte sich vorher über die für ihn geltenden Visumsanforderungen und aktuellen Einreisebedingungen informieren. Überschreitet der reine Studienaufenthalt die Dauer von drei Monaten, ist zum Beispiel ein Studentenvisum nötig. (Weitere Infos findest du in den FAQ „So geht’s nach Neuseeland“) Eine Bedingung ist etwa, genügend Geld gespart zu haben. Für das Studienjahr 2017 waren das 15.000 New Zealand Dollar (NZD), circa 9.000 Euro – und das zusätzlich zu den Studiengebühren, die zwischen 16.000 und 49.000 Euro im Jahr betragen können.

Ein Porträt-Foto von Anna Bauer

Dr. Anna Bauer

Foto: privat

„Auch die Lebenshaltungskosten in Neuseeland sind hoch“, gibt Anna Bauer zu bedenken. In der Metropole Auckland beispielsweise liegt der Mietpreis für ein WG-Zimmer inklusive Nebenkosten bei etwa 250 bis 300 NZD pro Woche, das sind 700 bis 840 Euro pro Monat. „Dazu kommen Lebensmittelkosten von 70 bis 130 NZD pro Woche, etwa 200 bis 380 Euro pro Monat.“ Daher sind Stipendien, Förderungen oder Kooperationen finanziell attraktiv: Auf der Internetseite www.generosity.org.nz können sich Studierende etwa über Stipendien informieren.

Acht Unis und 18 Fachhochschulen

Wen die Kosten nicht schrecken, dem stehen unterschiedliche Hochschulen offen. Neuseeland hat acht Universitäten mit einer breiten Auswahl an Studienfächern. „Sechs davon sind sogenannte Volluniversitäten, die ein großes Fächerspektrum abdecken. Doch nicht jede Uni bietet alles an“, erklärt die DAAD-Expertin. Die 18 Fachhochschulen („Institutes of Technology and Polytechnics“), widmen sich der Berufs- und Fachausbildung. Daneben gibt es einige sogenannte Wananga, die in der maorischen Tradition lehren und besonders auf die Vermittlung maorischer Kultur ausgerichtet sind, sowie private Hochschulen.

Das Studiensystem ist mit dem europäischen Bologna-System vergleichbar: Es werden Bachelor- und Masterabschlüsse sowie der PhD (Doktortitel) vergeben. Auf Betreiben der Regierung wurde in den vergangenen Jahren der Fokus verstärkt auf MINT-Fächer (in Neuseeland mit STEM für „Science, Technology, Engineering and Mathematics“ abgekürzt) gelegt.

Kleine Gruppen im Studium

Die meisten Lehrveranstaltungen werden an den Universitäten in kleinen Gruppen als Vorlesung mit zugehörigem Tutorium abgehalten. Je nach Fach gibt es dazu noch Laborstunden, Sprachunterricht und andere Übungsstunden. Das Jahr ist in zwei Semester oder drei Trimester aufgeteilt.

Der persönliche Kontakt zu den Lehrenden hängt sehr von der Größe des Studiengangs ab. „Wie überall in Neuseeland ist es üblich, Dozierende, die man bereits kennt, mit Vornamen anzusprechen. Das sollte aber nicht mit Vertrautheit verwechselt werden“, betont Anna Bauer.

Weitere Informationen

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen oder dir Tipps zum Studieren im Ausland holen.
www.studienwahl.de

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)

Die ZAV, Teil der Bundesagentur für Arbeit, gibt Tipps zum Studium und Praktikum im Ausland, außerdem berät sie Arbeitnehmer und Arbeitgeber zum internationalen Arbeitsmarkt.
www.zav.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studienangebote, Ansprechpartner und internationale Kooperationen.
www.hochschulkompass.de/auslandskooperationen.html

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Der DAAD gibt Infos zu Studium und Praktika im Ausland, zu Fördermöglichkeiten und zu spezifischen Ländern, etwa Neuseeland.
www.daad.de/laenderinformationen/neuseeland/de

Vertretung neuseeländischer Universitäten im deutschsprachigen Raum

www.studium-downunder.de/

Bildungsbehörde Neuseelands

www.studyinnewzealand.govt.nz/study-options

Einwanderungsbehörde Neuseelands

Bestimmungen für das Fee Paying Student Visa
www.immigration.govt.nz/new-zealand-visas/apply-for-a-visa/about-visa/full-fee-paying-student-visa

Informationen der neuseeländischen Universitäten

www.universitiesnz.ac.nz

Nichtstaatliche Förderorganisation – Institut Ranke- Heinemann

www.ranke-heinemann.de/neuseeland/

abi>> 23.11.2017

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