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Ab nach Wien, Graz & Co.

Secessionsgebäude in Wien
Von Barock bis Jugendstil – Wien hat nicht nur architektonisch viel zu bieten.
Foto: Martin Rehm

Studieren in Österreich - Hintergrund

Ab nach Wien, Graz & Co.

Rund 20 Prozent aller Deutschen, die im Ausland studieren, entscheiden sich für das Nachbarland Österreich. Damit ist die Alpenrepublik mit Abstand das beliebteste Gastland für deutsche Studierende. abi>> hat sich umgehört, warum das so ist.

Österreich – das ist für die meisten die ideale Verbindung aus unberührter Natur und spannenden Kulturstätten, aus gutem Essen und freundlichen Menschen. Kein Wunder, dass es jedes Jahr Hunderttausende Deutsche dorthin in den Urlaub zieht.

Doch auch für angehende Akademiker ist das Land ein beliebtes Ziel. Von den rund 309.000 Studierenden des Landes kamen im Wintersemester 2015/2016 etwa 87.000 aus dem Ausland. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes waren darunter 2013 mehr als 26.000 Deutsche. Besonders beliebt sind medizinische Studiengänge, Fächer aus den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, gefolgt von Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Sport.

Einfacher Zugang zum Studium

Ein Porträt-Foto von Roland Steinacher

Roland Steinacher

Foto: Jürg Christandl

Doch was lockt deutsche Abiturienten und Studierende in den Nachbarstaat? Neben der hohen Lebensqualität, den größtenteils nicht vorhandenen Studiengebühren und dem guten Ruf der Hochschulen ist es auch der einfache Zugang zum Studium (Mehr dazu findest du im Interview „Österreichische Hochschulen genießen einen guten Ruf“). Das sagt beispielsweise Rolf Giering, Österreich-Experte beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD): „In Österreich gibt es keinen Numerus Clausus (NC) wie hierzulande. Zudem sind die Schulabschlusszeugnisse aus Ländern der EU und des EWR, des Europäischen Wirtschaftsraums, dem österreichischen Abitur, der Matura, gleichgestellt. Das heißt, dass deutsche Bewerber mit allgemeiner Hochschulreife in Österreich grundsätzlich ein Studium aufnehmen können.“

Aufnahmetests in beliebten Fächern

Aufnahmeprüfungen für Deutsche wie Österreicher gibt es allerdings in begehrten Fächern wie Medizin, Psychologie oder bei einigen Studiengängen in den Bereichen Medien und Kommunikation. „Über die Fristen und die genauen Inhalte dieser Tests sollten sich Bewerber frühzeitig an ihrer Wunschhochschule informieren“, rät Roland Steinacher, Leiter der Dienstleistungseinrichtung „Studienservice und Lehrwesen“ an der Universität Wien.

In Österreich gibt es Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen – insgesamt etwa 70 an der Zahl. Hinzu kommen staatlich akkreditierte Privatuniversitäten. Der Studienverlauf ist wie in Deutschland: Nach sechs bis acht Semestern kann man zunächst einen Bachelorabschluss erwerben und dann ein ein- bis zweijähriges Masterstudium anschließen. Aufgrund des Bologna-Abkommens werden die Studienabschlüsse auch in Deutschland anerkannt. Jedoch können bei deutschen Staatsexamensstudiengängen – wie Lehramt, Jura oder Humanmedizin – weitere Bedingungen zu erfüllen sein, wenn man mit dem österreichischen Abschluss hier arbeiten möchte. Über die genauen Bestimmungen sollte man sich deshalb frühzeitig erkundigen, etwa beim Bundesministerium für Bildung und Forschung oder über das Infoportal anabin.

„Das Studienjahr an den Universitäten beginnt ebenfalls am 1. Oktober und ist in zwei etwa gleich lange Semester gegliedert“, erklärt Rolf Giering vom DAAD. Er empfiehlt das Studium zu Beginn des Wintersemesters aufzunehmen, da die Lehrpläne auf das gesamte Studienjahr abgestimmt sind.

Herzlich willkommen, trotz „Inländerquote“

Die Popularität Österreichs unter deutschen Studierenden hat auch ihre Schattenseiten. Zeitweise kamen beispielsweise mehr als drei Viertel aller Studierenden in Psychologie aus Deutschland. Deswegen wurden mittlerweile an den Hochschulen Aufnahmeprüfungen in besonders beliebten Fächern eingeführt. Für ein Studium der Human- und Zahnmedizin gibt es zudem eine Inländerquote. 75 Prozent der Plätze sind für Bewerber mit österreichischer Matura reserviert. Bis Ende 2016 will die EU-Kommission darüber entscheiden, ob diese Quote weiterhin Anwendung finden darf.

Wie auch immer Brüssel urteilen wird, Roland Steinacher von der Universität Wien betont, dass deutsche Studierende jederzeit willkommen seien: „Wien ist eine Stadt, in der Menschen aus aller Welt leben und arbeiten, dementsprechend setzen wir natürlich auch an der Hochschule auf ein internationales Umfeld.“

Weitere Informationen

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern
www.daad.de

Länderinformationen Österreich:
www.daad.de/laenderinformationen/oesterreich/de/
Stipendiendatenbank:
www.daad.de/ausland/studieren/stipendium/de/70-stipendien-finden-und-bewerben

Erasmus+

Förderprogramm der Europäischen Union

www.erasmusplus.de

Auslands-BAföG

www.xn--bafg-7qa.de/de/auslandsfoerderung-384.php

anabin

Das Infoportal der Kultusministerkonferenz zu ausländischen Bildungsabschlüssen
www.anabin.kmk.org

Stipendienlotse

Stipendiendatenbank des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
www.stipendienlotse.de

Studienwahl.at

Hier finden Interessierte alle Studienprogramme der österreichischen Hochschulen.
www.studienwahl.at

Leben und Arbeiten in Österreich

Die österreichischen Bundesministerien für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz sowie für Inneres geben Infos zum Studieren in Österreich
www.migration.gv.at/de/leben-und-arbeiten-in-oesterreich/kinder-und-bildung/studium

Studieren in Österreich

Alles über Gesetze, Serviceeinrichtungen, Förder- und Beratungsstellen, Statistik und die dazu gehörigen Ansprechpartner
www.wissenschaft.bmwfw.gv.at/bmwfw/studium/studieren-in-oesterreich

Österreichische Hochschüler_innenschaft

Beratung und Unterstützung für ausländische Studierende
www.oeh.ac.at/referate/referat-fuer-auslaendische-studierende

studieren.at

Informationen zu Hochschulen und Studienrichtungen in Österreich sowie Tipps für den Alltag
www.studieren.at

OeAD-WohnraumverwaltungsGmbH

Die Wohnraumvermittlung hilft österreichweit bei der Suche nach Unterkünften
www.housing.oead.at/de/

Schwarzes Brett

Virtuelles schwarzes Brett der Österreichischen Hochschüler_innenschaft für die Suche nach Nebenjobs und Wohnungen
www.schwarzesbrett.oeh.ac.at/jobs/

abi>> 07.10.2016