Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

„Ganz anders als Deutschland“

Ein Kompass liegt auf einer Weltkarte.
Nord, Süd, Ost oder West? Lena Dasch zog es nach Ostafrika: Sie verbrachte ein Auslandssemester in Tansania.
Foto: Ann-Kathrin Hörrlein

Auslandssemester in Tansania

„Ganz anders als Deutschland“

Wer in Afrika studieren möchte, braucht Geduld, Offenheit und Freude an der Kommunikation, findet Lena Dasch (21). Dafür wird man mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft belohnt. Die Studentin der Universität Bayreuth verbrachte ein Auslandssemester am Jordan University College in Tansania.

Bereits 2014 besuchte Lena Dasch das ostafrikanische Land Tansania im Rahmen eines Auslandsjahres nach dem Abitur – und war sofort hin und weg. „Tansania hat eine wunderschöne Flora und Fauna und ist sehr facettenreich“, erklärt die heute 21-Jährige. Als sie später im Rahmen ihres Bachelorstudiums „Afrikanische Sprachen, Literaturen und Kunst“ an der Uni Bayreuth ein Auslandssemester plante, war für sie von Anfang an klar, dass sie wieder nach Tansania reisen würde. Das Wintersemester 2016/17 verbrachte Lena Dasch am Jordan University College, einer kleinen christlichen Hochschule im tansanischen Morogoro, die zu den „Saint Augustine Universities Tanzania“ gehört.

Planung ist das halbe Leben

Ein Porträtfoto von Lena Dasch

Lena Dasch

Foto: privat

Da zwischen der Universität Bayreuth und dem Jordan University College keine offizielle Partnerschaft besteht, organisierte Lena Dasch den größten Teil ihres Auslandssemesters selbst. „Jedoch haben mir die Dozenten in Bayreuth dabei geholfen, Kontakt zur Uni in Morogoro aufzubauen, und mich auch sonst immer gut beraten“, betont sie.

Finanzielle Unterstützung erhielt Lena Dasch vom deutschen BAföG-Amt. „Von meinem Auslands-BAföG konnte ich meine gesamten Lebensunterhaltskosten in Tansania finanzieren. Ich rate jedem Studierenden, der ins Ausland gehen möchte, sich genau darüber zu informieren.“ Das Visum für Tansania organisierte die tansanische Universität vor Ort. Auch hier rät Lena Dasch, sich frühzeitig zu erkundigen, wer das Visum beantragt, um alle Fristen einzuhalten. „Meist ist mehr zu tun, als man am Anfang denkt. Vorausschauende Planung ist also wichtig!“

In Morogoro belegte sie die Kurse „African Cultures“, „African Philosophy“ und „Research Methods“. „Die Dozenten versuchten, uns einen Überblick über die traditionelle afrikanische Denkweise anstelle der modernen und eher globalisierten Variante zu geben“, erinnert sich die Studentin. „Schön war auch, dass man sich stark von einer ‚typischen‘ eurozentrischen Weltsicht, beziehungsweise auch Afrikasicht, abgrenzte.“ Für ihr Studium in Deutschland wurden ihr die im Ausland erbrachten Leistungen angerechnet.

Offen und herzlich empfangen

Auch wenn sie das Land durch ihr Auslandsjahr bereits sehr gut kannte, freute es Lena Dasch, neue Erfahrungen zu machen und nette Menschen kennenzulernen: „Tansania ist so ganz anders als Deutschland.“ Das spüre man unter anderem im alltäglichen Leben. Hierzu gehören im ostafrikanischen Land einerseits die offene Art der Menschen gegenüber Ausländern sowie eine hohe Hilfsbereitschaft, andererseits aber auch Stromausfälle oder unzuverlässige Verkehrsmittel.

Auch die Einstellung zu Bildung und dem Privileg, an einer Universität zu studieren, sei in Tansania anders. „Bildung hat hier einen sehr hohen Stellenwert“, sagt Lena Dasch. „Ich hatte den Eindruck, dass ein Studium von den Studierenden in Tansania viel mehr wertgeschätzt wird. Allerdings erwarten die Unis auch mehr. Manche Leute glauben, ein Studium in Afrika sei viel lockerer als etwa in Deutschland. Ich hatte eher den Eindruck, dass es strikter ist und die Dozenten viel mehr Disziplin erwarten.“ Das Arbeitspensum am Jordan University College reichte von wöchentlichen mehrseitigen Aufsätzen bis hin zu mehreren Prüfungen pro Semester. Auch die vergleichsweise strenge Kleiderordnung überraschte die 21-Jährige: „Mädchen dürfen zum Beispiel keine engen Jeans oder Tops tragen, Jungs nur lange Hosen. Auch Flipflops waren verboten – trotz der Hitze!“

Sprachkenntnisse helfen ungemein

Die Unterrichtssprache am College ist zwar Englisch, doch die offizielle Amtssprache in Tansania ist Swahili, die auch im alltäglichen Leben viel gesprochen wird. „Swahili ist eine sehr schöne Sprache! Ich hatte das Glück, dass ich sie bereits während meines ersten Aufenthalts in Tansania gelernt hatte. Somit konnte ich meine Sprachkenntnisse für die Kontaktaufnahme mit anderen Menschen, aber auch auf Ämtern oder in Geschäften anwenden“, erinnert sie sich. „Generell ist es in Tansania viel einfacher, ein lockeres Gespräch anzufangen, und Sprachkenntnisse helfen da natürlich ungemein!“ Lena Dasch ist sich sicher, dies war nicht ihr letzter Aufenthalt in dem ostafrikanischen Land.

abi>> 13.04.2017