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„Ich mag die Lebensfreude der Spanier“

Eine junge Frau und ein junger Mann sitzen im Café am Tisch und sprechen miteinander.
Die Spanier sind sehr gesellig, bei einem Auslandssemester finden Studierende daher schnell Anschluss.
Foto: Trabandt

Studieren in Spanien

„Ich mag die Lebensfreude der Spanier“

Adam Zielonka (26) hat zehn Monate an der Universität Oviedo im nördlichen Spanien studiert. Während seiner Zeit dort hat der Romanist viele Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und das Land erkundet – Erfahrungen, die er nicht missen möchte, wie er abi» berichtet.

Voller Vorfreude und aufgeregt startete ich in mein Auslandssemester. Mit meinem Wanderrucksack reiste ich von Madrid aus, wo ich eine Woche im Hostal wohnte, mit dem Zug Richtung Norden. Oviedo ist die Hauptstadt der autonomen Gemeinschaft Asturien und 30 Kilometer von der Atlantikküste entfernt. Die Stadt mit ihrem pittoresken Stadtkern und der spätgotischen Kathedrale liegt im Tal von Bergen umgeben, inmitten grüner Landschaften. Ich hatte mich für diesen Ort entschieden, weil ich etwas Neues, Authentisches erleben wollte.

Wo ich während meines Auslandsjahres wohnen würde, wusste ich bei meiner Ankunft nicht. Ich kam für ein paar Tage bei einem Freund unter und fand dann schnell eine Wohngemeinschaft. Das ist ganz einfach in Spanien, denn es gibt genügend Zimmer und Wohnungen. Meine Vierer-WG lag nur zwei Minuten vom Campus de El Milán, der Universität, entfernt.

Die Landessprache lernen

Ein Porträtbild von Adam Zielonka

Adam Zielonka

Foto: privat

In Oviedo war ich während meines Studiums in Spanisch und Französisch. Mittlerweile habe ich angefangen, an der Wilhelms-Universität in Münster zu promovieren. Für ein Sprachstudium an meiner Uni ist ein Auslandsaufenthalt vorgeschrieben. Aber ich wäre sowieso nach Spanien gegangen, da es meiner Ansicht nach unentbehrlich ist, Sprachpraxis zu sammeln und über den Tellerrand zu schauen.

In der Schule hatte ich bereits zwei Jahre Spanisch-Unterricht und auch an der Uni belegte ich mehrere Sprachkurse. Bevor ich nach Spanien aufbrach, habe ich Kontakt mit der Sprache gesucht, spanische Romane gelesen und Filme auf Spanisch geschaut. Des Weiteren hatte ich das große Glück, an meiner Uni ein paar Spanier kennenzulernen, die mir die Umgangssprache näherbrachten und durch die ich Hemmschwellen beim Sprechen abbauen konnte.

Den Stundenplan festlegen

In meiner ersten Woche in Spanien, kurz vor dem Semesterstart, stellte ich mir meine Kurse zusammen. Das hatte ich von Deutschland aus nur vorläufig machen können, weil die Daten teilweise noch aktualisiert wurden oder die Uhrzeiten noch nicht feststanden. Wer in Spanien studiert, muss beachten, dass jedes Fach zwei oder drei mal 90 Minuten Unterricht pro Woche beinhaltet und nicht nur einmal 90 Minuten, wie es in Deutschland üblich ist.

Kontakt habe ich vor allem zu internationalen Studierenden gesucht, zu Franzosen, Mexikanern und Spaniern, einige direkt aus Oviedo, um die lokale Kultur und die spezifischen Lebensgewohnheiten kennenzulernen. Außerdem bin ich viel gereist, war zum Beispiel zum Wandern in den Bergen – die atemberaubenden Picos de Europa sind sehr nah.

Hilfsbereit und interessiert

Ich mag die Lebensfreude der Spanier und ihren Pragmatismus. Sie sind unkompliziert, sehr gesellig und offen. Das Leben findet zum großen Teil draußen statt. Auch sind sie hilfsbereit und geben immer gerne Auskunft. Wenn ich jemanden nach dem Weg gefragt habe, hat derjenige mich manchmal bis zum Ziel begleitet. Und weil es in Oviedo insgesamt nur wenige Auslandsstudierende gab, waren alle immer sehr interessiert an uns. Ich habe noch immer Kontakt zu einigen Spaniern und bin seitdem noch dreimal nach Oviedo zurückgekehrt.

Manchmal fand ich es ein bisschen nervig, dass einige Läden zwischen 14 und 17 Uhr aufgrund der Siesta geschlossen hatten – aber das sind eben landesspezifische Dinge, an die man sich anpassen muss. Das Einzige, was mir gefehlt hat, war eine gute Mensa. Das Essen in der Mensa in Oviedo war teuer und qualitativ mittelmäßig. Dafür waren aber die Restaurants in der Stadt günstig. Dort gab es zum Beispiel Pinchos –kleine Appetithäppchen – Cachopos – mit Käse und Schinken gefüllte Kalbfleischfilets – und Fabada – eine typisch asturische Bohnensuppe.

„Ich bin selbstständiger geworden“

Für meinen Aufenthalt konnte ich auf ein Stipendium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) zählen. Ich erhielt etwas mehr Geld als die Erasmus+-Studierenden, zusätzlich habe ich Auslands-BAföG bekommen. Außerdem konnte ich glücklicherweise einen Job als Englisch-Lehrer an einer Grundschule ergattern. Als Eignungstest musste ich ein Interview in englischer Sprache führen. Zu den Lehrern, die ich auch mal zu Hause besucht habe, hat sich ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt – das war toll für mich.

In meinem Jahr in Spanien bin ich definitiv selbstständiger geworden. Im Ausland ist man auf sich gestellt und wächst so auch als Persönlichkeit. Diese Erfahrung kann ich jedem ans Herz legen.

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abi>> 16.03.2018