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„Österreichische Hochschulen genießen einen guten Ruf“

Ansicht von Salzburg
Wien, Innsbruck oder doch lieber Salzburg? In Österreich gibt es viele schöne Städte mit Hochschulen.
Foto: Manuela Meier

Interview

„Österreichische Hochschulen genießen einen guten Ruf“

Experte Rolf Giering vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gibt Tipps für ein Studium im Alpenstaat.

abi>> Herr Giering, was spricht für ein Studium in Österreich?

Rolf Giering: Aus studentischen Erfahrungsberichten kann man entnehmen, dass die österreichischen Hochschulen generell viel für Lehre, Ausstattung und Betreuung tun. In Gesprächen mit deutschen Interessenten habe ich bemerkt, dass es ihnen – entgegen der oft verbreiteten Annahme – nicht darum geht, einen vermeintlich einfacheren Zugang zum Studienfach zu bekommen, als es in Deutschland der Fall wäre. Vielmehr lassen sie sich inhaltlich leiten, wägen Rahmenbedingungen, Qualität des Lehrkörpers und gegebenenfalls den wissenschaftlichen Output der Lehrenden genau ab und entscheiden sich dann bewusst für ein Studium in Österreich. Interessanterweise sind es häufig englischsprachige Studiengänge, für die sich deutsche Studierende bewerben.

abi>> Stichwort: Studienfinanzierung. Bekommt man als Deutscher in Österreich BAföG?

Rolf Giering: Wer plant, sein gesamtes Studium in Österreich zu verbringen, sollte sich über die Voraussetzungen für Auslands-BAföG schlau machen. Darauf hat jeder deutsche Studierende Anspruch, wenn das Einkommen der Eltern eine bestimmte Summe nicht überschreitet. Auch die Studiengebühren werden für ein Jahr bis zu einer Höhe von 4.600 Euro übernommen.

Die Förderung bemisst sich nach einem bestimmten Prozentsatz, im Durchschnitt kann man mit 500 Euro monatlich rechnen. Für die Förderung sind je nach Zielland spezifische Ämter zuständig, die meist bei den Studentenwerken angesiedelt sind. Die Adressen findet man auf bafoeg.de unter dem Punkt „Antragstellung“. Wichtig zu wissen: Auch solche Studierende können Auslands-BAföG bekommen, denen es bei einem Studium in Deutschland rein rechnerisch verwehrt würde.

abi>> Welche weiteren Möglichkeiten zur Studienfinanzierung gibt es?

Rolf Giering: Zum Beispiel Stipendien, etwa vom DAAD. Die Höhe dieser Förderung hängt unter anderem vom Studiengang und dem jeweiligen Land ab. Für die meisten Länder, so auch für Österreich, beträgt sie durchschnittlich 800 Euro monatlich. Hinzu kommen ein Reisekostenzuschuss und Versicherungsleistungen.

Außerdem kann man sich für eine monatliche Förderung durch das Programm Erasmus+ der Europäischen Union bewerben, das Studierenden aller Fachrichtungen und Hochschularten offen steht. Als Stipendiat von Erasmus+ zahlt man zudem im Ausland keine Studiengebühren. Und natürlich können deutsche Studierende in Österreich grundsätzlich einen Nebenjob annehmen.

abi>> Wie sehen denn die Lebenshaltungskosten in Österreich aus?

Rolf Giering: Ähnlich wie in Deutschland: Man kann von circa 850 Euro pro Monat ausgehen. Was die Miete angeht, ist es in der Hauptstadt Wien natürlich teurer als in der Provinz. Die preiswerteste Möglichkeit besteht in den unter privater Aufsicht stehenden Wohnheimen, die jedoch nur wenige Plätze für Ausländer zur Verfügung stellen.

Es ist daher ratsam, sich frühzeitig zu bewerben. Auf dem freien Wohnungsmarkt betragen die Mieten monatlich rund 300 Euro für ein Studentenapartment. Bei der Wohnverwaltungs-GmbH OeAD finden Interessierte die Ansprechpartner für die Suche nach einem Platz im Studentenwohnheim. Auch die Österreichische Hochschüler_innenschaft ist bei der Wohnungssuche behilflich.

abi>> 07.10.2016