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Was spricht für welche Option?

Spielsteine mit aufgedruckten Buchstaben liegen auf einem Holzbrett und bilden die Wörter Studium und Ausbildung.
Vor der Aufnahme eines Studiums gibt es einige wichtige Fragen zu klären.
Foto: Tim Wraneschitz

Checkliste

Was spricht für welche Option?

Hier findest du ein paar Argumente, die bei der Entscheidung für die passende Hochschule hilfreich sein können.

Uni oder Hochschule für angewandte Wissenschaften?

Das Studium an Hochschulen für angewandte Wissenschaften ist in der Regel anwendungsorientiert, die Lehrenden kommen oft aus Wirtschaftsunternehmen. Die Hochschulen bieten häufig überschaubare Unterrichtsgruppen. Der Studienplan ist weitgehend vorgegeben, Praktika sind in den Studienplan eingebaut.

Universitäten bieten einen breiten Fächerkanon, legen Wert auf eine umfangreiche theoretische Grundlagenausbildung und wollen Lehre und Forschung miteinander verknüpfen. Je nach Studiengang sitzt man zwar mit sehr vielen Kommilitonen in großen Hörsälen, das trifft aber nicht auf alle Veranstaltungen zu. In Tutorien etwa wird ebenfalls in Kleingruppen gearbeitet.

„Normal“ oder dual studieren?

Duale Studiengänge verknüpfen Theorie und Praxis eng miteinander. Manche integrieren eine Berufsausbildung, andere setzen auf praktische Phasen im Betrieb. Lernen, arbeiten, lernen: ein hohes Pensum in kurzer Zeit.

Beim dualen Modell knüpft man frühzeitig Kontakte in die Arbeitswelt und punktet mit der Praxiserfahrung bei Arbeitgebern. Hilfreich ist das Modell auch mit Blick auf die Studienfinanzierung, weil man während des Studiums Geld verdient.

Wer „nur“ studiert, muss zwar selbst Praktika organisieren, kann aber verschiedene Arbeitgeber und Branchen austesten und ist am Ende nicht an ein Unternehmen gebunden.

Zuhause oder weit weg?

Heimat ist schön und woanders ist es nicht unbedingt besser. Aber wer selbstständig werden will, sollte raus aus dem Kinderzimmer und auf eigenen Beinen stehen: angefangen vom Besuch beim Meldeamt bis zur Auswahl des Stromtarifs. Eine neue Stadt verspricht zudem neue Freundschaften und die Erfahrung, dass Tübingen anders ist als Berlin und Oldenburg anders als Nürnberg.

Wer in Heimatnähe bleibt, kann eventuell günstiges Wohnen bei den Eltern genießen. Außerdem hat man die Freunde um die Ecke und kann seinen gewohnten Hobbies nachgehen, sei es beim Sportverein oder in der eigenen Band.

Stadt oder Land?

Das ist Geschmacksache: Renommierte und altehrwürdige Hochschulen gibt es sowohl in ländlichen Regionen als auch in großen Städten.

Ob Oldenburg oder Ansbach: Kleinere Städte haben oft schnuckelige Innenstädte mit Cafés und Kneipen, den typischen Studitreffs. Statt anonymem Großstadtgetümmel gibt es Ruhe und kurze Wege. Kleiner und ländlicher bedeutet meist auch bezahlbarer Wohnraum. Ausnahmen bilden hier Universitätsstädte wie Freiburg oder Göttingen: Beides sind keine Großstädte, dennoch hat Wohnungsnotstand hier Tradition.

Andere schreckt das alles nicht: Sie wollen urbanes Leben, inklusive U-Bahn, Museen, Kulturtreffs und des nächtliche Lichtermeers.

Ost oder West?

Das ist keine Frage unterschiedlicher Kulturen, Welten prallen auch in Hamburg und Köln oder Ansbach und Vechta aufeinander. Allein die Hochschullandschaft im Osten hat ihre Besonderheiten: Die meisten Hochschulen sind nicht überlaufen, der Betreuungsschlüssel dadurch gut, die Bibliotheken bestens ausgestattet, Computerarbeitsplätze stehen in ausreichender Zahl bereit. Auch die Lebenshaltungskosten sind teils niedriger als in vielen Städten im Westen.

Staatliche oder private Hochschule?

Private Hochschulen verlangen zwar Gebühren, werben dafür aber mit besonders guten Studienbedingungen, wie kleine Lerngruppen, intensiver Betreuung sowie guter technischer Ausstattung. Das Studium ist straff organisiert, der Studienplan weitgehend vorgegeben. Die Anzahl der angebotenen Studiengänge ist überschaubar.

Gerade Universitäten bieten im Vergleich ein breiteres Spektrum an Studiengängen und mehr Spielraum bei der Studiengestaltung.

Wer eine private Hochschule in Betracht zieht, sollte sich fragen: Was bietet sie, was ich an einer staatlichen Hochschule nicht finde?

abi>> 02.01.2017