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Stadt, Land, Campus

Mann vor der Universität
Die Suche nach dem passenden Studienplatz ist oftmals schwerer als gedacht.
Foto: Swen Reichhold

Hochschulwahl

Stadt, Land, Campus

Wenn du in etwa weißt, was du studieren möchtest, kommen die Fragen nach dem Wo und Wie: Uni oder Duale Hochschule? Groß- oder Kleinstadt? Daheim bleiben oder wegziehen? abi>> gibt dir Tipps, wie du die richtige Hochschule für dich findest.

Für Marike Bretschneider war Halle an der Saale als Studienort die erste Wahl. Die 21-Jährige ist im Alter von drei Jahren mit ihren Eltern aus Halle weggezogen, hat dort aber noch Verwandte. Von den über 230.000 Einwohnern sind etwa 21.000 Studierende, das prägt die Stadt. „Es ist keine Großstadt. Die Altstadt, in der viele Unigebäude zentral liegen, ist attraktiv“, beschreibt die Studentin. Eine kurze Kaffeepause auf der Rathaustreppe zwischen den Vorlesungen – kein Thema. Nicht zu vernachlässigen: Für ihr großes WG-Zimmer zahlt sie nur 220 Euro. Und die zweieinhalb Stunden Bahnfahrt bis zu ihren Eltern lassen für sie genug Abstand, um auf eigenen Füßen zu stehen.

Ein Porträt-Foto von Marike Bretschneider

Marike Bretschneider

Foto: privat

Neben der Lebensqualität der Stadt passt für Marike Bretschneider auch das Angebot an der Uni: Sie studiert Deutsch, Mathe und Gestalten auf Grundschullehramt im ersten Semester. Die Uni kooperiert mit der Kunsthochschule Burg Giebichenstein. „Dass ich dort Kurse belegen kann, ist ein großer Pluspunkt für Halle als Studienstandort.“

800mal Betriebswirtschaft

„Wenn man in etwa weiß, was man studieren möchte, ist das erst der Anfang“, sagt Cort-Denis Hachmeister, der sich beim Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) mit dem Thema Studienwahl befasst. Denn es gibt viele weitere Entscheidungen zu treffen: Welcher Studiengang soll es genau sein? An welchem Ort? Welcher Hochschultyp ist geeignet? Ausnahmen sind Exotenfächer sowie die bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie. Hier gibt es wenig Entscheidungsspielraum: Die einen werden per se nur an wenigen Standorten angeboten, bei den anderen werden die Studienplätze zentral über hochschulstart.de an die Bewerber vergeben.

Ganz anders sieht es bei Studiengängen aus, die weit verbreitet sind und zudem an unterschiedlichen Hochschultypen angeboten werden, zum Beispiel wirtschaftswissenschaftliche Fächer sowie Ingenieurwissenschaften. Das Portal studienwahl.de findet allein für „Betriebswirtschaft“ mehr als 800 Bachelorstudiengänge.

Mehr Studiengänge, mehr Hochschulen

Ein Porträt-Foto von Cort-Denis Hachmeister

Cort-Denis Hachmeister

Foto: Thomas Kunsch

„Früher entschied man sich für ein Fach wie etwa Maschinenbau und bekam eine Liste von Hochschulen, die das Fach unter genau dieser Bezeichnung anboten“, schildert Cort-Denis Hachmeister. „Heutzutage kombinieren Studiengänge verschiedene Fächer miteinander, etwa Maschinenbau und Elektrotechnik in der Mechatronik. Oder sie konzentrieren sich auf Teilaspekte eines Faches wie etwa Controlling innerhalb der BWL.“ Und noch etwas hat sich geändert, weiß der CHE-Experte: „Auch Fächer, die früher nur an Universitäten zu studieren waren, zum Beispiel Jura, werden als Fachhochschulstudiengänge angeboten, etwa Wirtschaftsrecht.“ Hinzu kommt die Möglichkeit, manche Fächer dual zu studieren und mit einer Berufsausbildung zu verknüpfen.

Dabei nimmt sowohl die Anzahl der Studiengänge als auch die Anzahl der deutschen Hochschulen stetig zu. Gleich mitgewachsen sind die Möglichkeiten, sich zu informieren: „Für jeden Studiengang kann man den Lehrplan herunterladen, es gibt Ranking-Ergebnisse oder Gruppen zu Hochschulen in sozialen Netzwerken“, zählt Cort-Denis Hachmeister auf.

Persönliche Vorauswahl treffen

Christine Stiller unterstützt als Beraterin für akademische Berufe der Agentur für Arbeit Leipzig Studieninteressierte beim Auswahlprozess. Die Expertin rät: „Um sich nicht in der Informationsflut zu verlieren, ist es sinnvoll, für sich selbst eine Prioritätenliste zu erarbeiten: Bin ich besser an einer Universität oder an einer Fachhochschule aufgehoben? Muss es eine große Stadt sein? Wie wichtig ist mir Heimatnähe? Lege ich Wert auf bestimmte Studienschwerpunkte?“

Sind diese Fragen vorläufig geklärt, kann man mit der Studiengangsuche in Suchmaschinen beginnen und eine Vorauswahl treffen. „Ein guter Startpunkt sind allgemeine Portale wie studienwahl.de oder auch länderspezifische Informationsportale“, empfiehlt Cort-Denis Hachmeister. Im Hochschulpanorama von abi.de gibt es zusätzliche Infos, etwa über das Wohnungsangebot und Mietpreise in verschiedenen Hochschulstädten.

Hat man sich so den gewünschten Studiengängen angenähert, gilt es, sich über die Zulassungsvoraussetzungen zu informieren. Die stehen in der Regel auf den Webseiten der Hochschulen. Dort findet man auch die Studienordnungen und Modulhandbücher, mit denen man etwas über die Schwerpunkte der Studiengänge herausfindet.

Was sagt mir ein Hochschulranking?

Eine gute Vergleichsmöglichkeit verschiedener Studiengänge bieten auch die zahlreichen Hochschulrankings. Das CHE erstellt jährlich ein solches gemeinsam mit der Wochenzeitung ZEIT. „Das Ranking bietet eine gute Möglichkeit, einen Überblick über die Hochschulen zu bekommen, die das entsprechende Fach anbieten, und wie sie im Vergleich bei verschiedenen Kriterien abschneiden“, erklärt Cort-Denis Hachmeister. „Das können Messgrößen wie die Zufriedenheit der Studierenden bei der Betreuung oder der Anteil von Berufspraktikern in der Lehre sein.“ Der CHE-Experte betont jedoch auch: „Untersuchungen haben gezeigt, dass das Abschneiden in Rankings für die meisten Studieninteressierten nur ein Kriterium unter vielen ist – und das ist auch gut so.“ Denn: Wenn der Studiengang fachlich nicht zu einem passt, hilft auch kein gutes Ranking-Ergebnis.

Vor Ort umschauen

Weder ein Ranking noch eine Website können die Atmosphäre auf dem Campus oder in der Stadt vermitteln. Bevor die Entscheidung fällt, rät Cort-Denis Hachmeister deswegen zu einem Besuch der Hochschule: „Schließlich verbringt man die nächsten Jahre seines Lebens dort.“

Auch das persönliche Gespräch hilft weiter: Eine gute Informationsquelle sind neben den Studienberatern in den örtlichen Agenturen für Arbeit und an den Hochschulen die Fachschaften, also die Vertretung der Studierenden. Hier kann man „von Studi zu Studi“ reden.

Weitere Informationen

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Auswahl an länderspezifischen Infoportalen

Bayern
www.studieren-in-bayern.de
Baden-Württemberg
www.studieninfo-bw.de
Nordrhein-Westfalen
www.studifinder.de
Sachsen
www.studieren.sachsen.de

CHE Hochschulranking

http://ranking.zeit.de

(Wie) Komme ich an einen Studienplatz? Zulassungsverfahren und Zulassungschancen an deutschen Universitäten und Fachhochschulen.

Herausgegeben vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), 04/2016
www.che.de/downloads/CHE_AP_190_Wie_komme_ich_an_einen_Studienplatz.pdf

Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)

www.dzhw.eu

 

abi>> 02.01.2017