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Welche Hochschularten gibt es?

Ein junger Mann schreibt mathematische Formeln an eine Tafel.
Hochschule, Universität oder Akademie – jeder Hochschultyp bringt andere Vorteile mit sich.
Foto: Katharina Kemme

Übersicht

Welche Hochschularten gibt es?

Die Frage, welches Fach man nach dem Abitur studieren möchte, ist immer auch eng verknüpft mit der Frage, an welcher (Art von) Hochschule man diesen Studiengang aufnehmen kann beziehungsweise will. abi» gibt einen Überblick über die Hochschultypen in Deutschland.

So viel vorweg

Das Portal www.studienwahl.de der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit unterstützt dabei herauszufinden, an welchen Hochschulen in Deutschland der gewünschte Studiengang aufgenommen werden kann. In der Ergebnisliste kann man auch gleich ablesen, welche Arten von Hochschulen überhaupt zur Auswahl stehen. Es gibt Fächer wie Medizin oder Jura, die man nur an Universitäten studieren kann, andere –beispielsweise Architektur – werden sowohl an Universitäten als auch an Kunst- und Fachhochschulen angeboten. Ein weiterer Punkt, den man in die Entscheidung einbeziehen sollte: Nicht alle Hochschulen sind in staatlicher Trägerschaft, daneben gibt es viele private und einige kirchliche. Und wer sich fragt, wie viel man später mit welchem Hochschulabschluss möglicherweise verdienen kann, findet im abi>> Portal Informationen zu Einstiegsgehältern von Akademikern.

Universität

Universitäten zeichnen sich durch drei charakteristische Merkmale aus: Erstens ist das Studium dort eher wissenschaftlich-theoretisch sowie forschungsorientiert ausgerichtet, damit die Studierenden wissenschaftliche Urteilsfähigkeit entwickeln können. Zweitens bieten nahezu alle Universitäten das Promotionsrecht an, man kann dort also einen Doktortitel erwerben. Und drittens verfügen Universitäten im Vergleich zu anderen Hochschultypen über das größte Spektrum an Studienfächern, von Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften über Medizin, Recht und Lehramt bis hin zu Ingenieur- und Naturwissenschaften. Interessant zu wissen ist, dass sich einige Universitäten auf einzelne Fächergruppen (zum Beispiel Technische Universitäten) oder gar Fächer spezialisiert haben, wie etwa Sport, Human- oder Tiermedizin. Darüber hinaus gibt es eine Fernuniversität in Deutschland (FernUni Hagen) und zwei Universitäten der Bundeswehr.

Fachhochschule/Hochschule für angewandte Wissenschaften

Bei Fachhochschulen liegt der Fokus auf einem hohen Praxisbezug, was sich auch in Kooperationen mit Unternehmen ausdrückt. Das Studium dort ist deshalb weit weniger theoretisch beziehungsweise wissenschaftlich orientiert als an Universitäten. Stattdessen spielen konkrete Anforderungen aus dem späteren Berufsfeld eine wichtige Rolle. Dem trägt auch die heute gängige Bezeichnung „Hochschulen für angewandte Wissenschaften“ Rechnung. Im Rahmen des Studiums finden meist verpflichtend mehrwöchige Praxis- beziehungsweise Praktikumsphasen statt, die in Unternehmen oder Einrichtungen absolviert werden und teilweise ein ganzes Semester dauern können. Darüber hinaus bieten viele Fachhochschulen duale Studiengänge an. Im Vergleich zu den Universitäten ist das Studienangebot eingeschränkter: Die Schwerpunkte liegen auf Technik, Wirtschaft, Soziales und Medien.

Pädagogische Hochschule

Pädagogische Hochschulen gibt es nur noch in Baden-Württemberg. Sie haben ähnliche Charakteristika wie Universitäten, fokussieren aber hauptsächlich auf Lehramtsstudiengänge und bereiten insbesondere auf das Lehramt an Grund-, Haupt-, (Werk-)Real- und Sonderschulen vor. Auch das Lehramtsstudium für Gymnasien beziehungsweise berufsbildenden Schulen ist dort möglich, erfolgt aber in Kooperation mit Universitäten und Fachhochschulen.

Kunst- und Musikhochschule

Der Schwerpunkt der Kunst- und Musikhochschulen liegt auf den bildenden, gestalterischen und darstellenden Künsten sowie in musischen Studiengängen. Für die Zulassung ist im Normalfall eine Aufnahmeprüfung erforderlich. Unterrichtet wird in kleinen Gruppen, auch Einzelunterricht ist möglich. Das Studium selbst ist je nach Hochschule unterschiedlich organisiert. Wer sich für diese Art von Hochschulen interessiert, sollte sich, was Art, Aufbau und Abschluss des Studiums betrifft, im Vorfeld genau informieren.

Filmhochschule

Filmhochschulen bieten Studiengänge in allen Bereichen der Filmproduktion an, wie etwa Kamera, Regie oder Drehbuch, zum Teil auch Schauspiel. Ähnlich wie bei den Kunst- und Musikhochschulen ist eine Aufnahmeprüfung zu bestehen, um zum Studium zugelassen zu werden. Insgesamt gibt es drei staatliche Filmhochschulen in Deutschland in Ludwigsburg, München und Potsdam-Babelsberg sowie private Akademien und Institute.

Fachhochschule für öffentliche Verwaltung

Wer eine Laufbahn in der öffentlichen Verwaltung des Bundes oder der Länder anstrebt, ist bei diesem Hochschultyp richtig. Das Studium, das auf den gehobenen nichttechnischen Dienst vorbereitet, dauert in der Regel drei Jahre und findet abwechselnd an der Hochschule und am Arbeitsplatz, das heißt in der Ausbildungsbehörde, statt. Jedoch steht nicht jedem der Weg zu einem solchen Studium offen: Zugang erhält nur, wer eine Einstellungszusage von einer Behörde hat.

Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW)

Sämtliche Berufsakademien in Baden-Württemberg wurden vor sieben Jahren in die Duale Hochschule Baden-Württemberg umgewandelt, die den Status einer Fachhochschule hat. Ihr Angebot umfasst duale Studiengänge mit Schwerpunkt auf Wirtschaft, Technik und Sozialwesen. Wer hier ein Studium aufnehmen möchte, muss die Hochschulreife vorweisen können und einen Ausbildungsvertrag bei einem Praxispartner mitbringen.

Berufsakademie

Berufsakademien zählen nicht als Hochschulen. Sie bieten praxisorientierte Bildungsgänge an. Die Ausbildung erfolgt dual, das heißt abwechselnd bei einem Unternehmen und in der Akademie. Regelabschluss ist der Bachelor, der den Bachelorabschlüssen an Hochschulen grundsätzlich gleichgestellt ist.

Weitere Informationen

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Hochschulrektorenkonferenz

Die Hochschulrektorenkonferenz bezeichnet sich als „Die Stimme der Hochschulen“. Sie ist ein freiwilliger Zusammenschluss der deutschen Hochschulen und vertritt diese gegenüber Politik und Öffentlichkeit.
www.hrk.de

abi>> 17.03.2016

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