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Von Köln in die thüringische Kleinstadt

Das Stadtzentrum von Ilmenau in Thüringen
Für ein Masterstudium kann es von Vorteil sein, an eine Hochschule in einer kleinen Stadt zu wechseln. Die Technische Univerisät Ilmenau hat zum Beispiel den Fokus auf den Fachbereich Medien gelegt.
Foto: Helge Gerischer

Medientechnik in Ilmenau

Von Köln in die thüringische Kleinstadt

Häufig verbindet man mit einer Universität einen Großbetrieb, in dem alles anonymer und weitläufiger erscheint als an einer Fachhochschule. Bei Jonas Brückner war es umgekehrt: Er hat seinen Bachelor in Medientechnik an der großen Technischen Hochschule (TH) Köln absolviert und ist für den Master an die kleine Technische Universität (TU) Ilmenau gewechselt.

Die TH Köln ist mit mehr als 25.000 Studierenden die größte staatliche Fachhochschule, ansässig in der viertgrößten Stadt Deutschlands. Mit der Wahl des Bachelorstudiums in Medientechnik an der TH entschied sich Jonas Brückner also fürs Großstadtgetümmel. Doch für den Master wechselte er an die TU Ilmenau, einer Universität in einer thüringischen Kleinstadt mit gerade mal 6.000 Studierenden. „Für mein Masterstudium wollte ich an eine andere Hochschule – gerne auch an eine Universität. Bei meiner Suche nach einem passenden Masterstudiengang habe ich mich allerdings weniger damit befasst, wo die Universitäten liegen, sondern mich auf die Studieninhalte konzentriert“, erzählt Jonas Brückner.

Ein Porträt-Foto von Jonas Brückner.

Jonas Brückner

Foto: Katharina Vähning

Und so landete die TU Ilmenau auf seiner Prioritätenliste ganz weit oben: „Die TU hat einen sehr guten Ruf und Medien zählt zu den Schwerpunkten.“ Ein weiterer Pluspunkt war, dass dort das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie ansässig ist. „Inhaltlich wollte ich im Master gerne die Themen Signalverarbeitung und Videotechnik intensivieren und die TU bietet entsprechende Module an, etwa Principles of Signal Processing. Nicht nur das Thema ist spannend, die Vorlesung fand auf Englisch statt und war eine gute Vorbereitung für mein Auslandssemester in Schweden“, erzählt der 27-Jährige. Mittlerweile schreibt er an seiner Masterarbeit.

Studentische Vereine beleben den Campus

Seine Freude über die Studienplatzzusage war groß – dann warf er einen Blick auf die Landkarte. Von Köln aus sind es dreieinhalb Stunden Autofahrt bis nach Ilmenau. „Eine annehmbare Zugverbindung gibt es zwar nicht, aber über Mitfahrgelegenheiten kann man Ilmenau ganz gut erreichen“, erzählt Jonas Brückner.

Als er das erste Mal dort ankam, war er schon erstaunt, wie ländlich Ilmenau tatsächlich ist. Die 25.000-Einwohner-Stadt befindet sich am Rande des Thüringer Waldes, umgeben von Bergen. Ilmenau ist ein beliebtes Ziel für Wintersportler – und auch für die 6.000 Studierenden. Jeder vierte Einwohner der Kleinstadt ist damit Studierender.

Kleinstadt und Campus haben wenige Berührungspunkte. Das liegt daran, dass sich das Studentenleben auf dem Hauptcampus östlich des Stadtkerns abspielt. „Die Freizeitgestaltung funktioniert ganz anders als in Köln“, hat Jonas Brückner festgestellt. Statt sich wie in der Rheinmetropole mit ein paar Freunden in der Stadt zu treffen, läuft hier alles über studentische Vereine, in denen sich die Studierenden organisieren – ob fürs Kino, für Sport oder Partys. Er selbst hat sich im Hochschulfilmclub engagiert: „Über die Vereine und Gremien lernt man gleich zu Beginn Leute kennen, auch aus anderen Studiengängen. Das hat sich in Köln zum Beispiel so nicht ergeben.“

„Ilmenau ist das, was man selbst draus macht“

Stadt oder Land – für Jonas Brückner hat beides seine Vor- und Nachteile. Er schätzt an Ilmenau etwa, dass hier die Wege kurz sind – ob von der Veranstaltung bis zur Mensa oder zum Supermarkt. Das macht das Leben sehr entspannt. Und man kann sich auf das Studium konzentrieren.“

Auch die Mieten sind bezahlbar: „Wenn man aus Köln kommt, ist das eine positive Überraschung.“ Während er in der Großstadt für ein WG-Zimmer 450 Euro und mehr bezahlen musste, kann der 24-Jährige hier für 200 bis 250 Euro wohnen: „Und zwar in Campusnähe, so dass ich alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen kann.“ Ilmenau, so sein Fazit, ist letztlich das, was man selbst draus macht.

abi>> 16.04.2018