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Das ABC zum Studium auf dem Land

Campus der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden
Der Campus Amberg ist einer unter vielen Hochschulstandorten, die in ländlichen Regionen liegen - und durchaus ihre Vorzüge gegenüber den großen Hochschulen in den Metropolen haben.
Foto: Katharina Kemme

Stadtflucht: Studieren auf dem Land – Übersicht

Das ABC zum Studium auf dem Land

Warum sollte man im Studium auf das Leben in einer aufregenden Großstadt verzichten? abi>> zählt einige Vorteile von Hochschulen in Kleinstädten auf.

A wie Anschluss finden

„In Massenstudiengängen an großen Hochschulen ist das Knüpfen von Kontakten sicherlich schwieriger für jene, die nicht so gerne auf andere Menschen aktiv zugehen“, gibt etwa Studien- und Berufsberaterin Maria Altenbuchinger-Dick von der Agentur für Arbeit Freising zu bedenken. „In der Masse kann man schnell untergehen. Erstsemester- und Tutorenprogramme für Studienanfänger, bei denen man Kommilitonen unkompliziert kennenlernen kann, gibt es zwar überall. Aber man läuft in großen Städten nicht unbedingt den neuen Kommilitonen wieder zufällig über den Weg. Das passiert vielmehr an kleineren Hochschulstandorten, an denen auch das Stadtleben stark von den Studierenden geprägt ist.“

D wie Draht zu den Lehrenden

Habe ich genügend Ansprechpartner zur Verfügung, wenn ich ein Problem habe? Nur jeder dritte Uni-Studierende, aber fast jeder zweite Studierende einer Fachhochschule haben diese Frage in der Langzeitstudie „Studierendensurvey – Studiensituation und studentische Orientierungen“ 2016 mit Ja beantwortet. „Eine gute Beziehung zu Lehrenden zu haben“ bestätigen laut dem Studierendensurvey Studierende an Fachhochschulen (54 Prozent) weit häufiger als jene an Universitäten (33 Prozent). Gerade im ländlichen Raum dominieren die Fachhochschulen das Angebot. Viele wurden ausdrücklich mit dem Ziel gegründet, die regionale Wirtschaft mit Nachwuchsfachkräften zu stärken.

F wie Freizeit

Jede Menge Partys, Straßenbahnen, die auch nachts fahren, Remmidemmi rund um die Uhr und dabei anonym bleiben – das ist in Kleinstädten sicherlich nicht gegeben. Aber das Image der langweiligen Provinz lässt sich keineswegs generalisieren. Zum einen können auch Kleinstädte Clubs, Fitness-Studios oder Kinos vorweisen, zum anderen bauen die Studierenden aufgrund des kleinen Angebots oft eine eigene Freizeit-Infrastruktur auf mit studentischen Vereinen, Campus-Clubs und mehr.

G wie Größe der Veranstaltungen

Überfüllte Lehrveranstaltungen waren und sind laut dem Studierendensurvey vor allem an Universitäten ein Problem, wobei sich die Situation in den vergangenen Jahren deutlich verbessert hat. 18 Prozent der Studierenden gaben bei der Befragung „überfüllte Veranstaltungen“ als starkes Kennzeichen ihres Faches an. An Fachhochschulen waren es nur 8 Prozent.

K wie kurze Wege

Greifswald, Ilmenau, Amberg oder Vechta: Je kleiner ein Ort, umso besser lassen sich alle Wege mit dem Fahrrad bewältigen. Zwar gibt es in größeren Städten Studententickets für den öffentlichen Nahverkehr, sodass der Kostenfaktor überschaubar bleibt. Aber wer kurze Wege schätzt und sich gerne die verbummelte Zeit im Auto, in Bus oder Bahn spart, ist in kleineren Städten besser aufgehoben.

L wie Lebenshaltungskosten

Auf die Miete entfällt etwa ein Drittel der Lebenshaltungskosten. Laut der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks geben deutsche Studierende im Schnitt 323 von 819 Euro im Monat für die Miete samt Nebenkosten aus. In den westdeutschen Groß- und klassischen Universitätsstädten ist die Wohnungssituation sehr angespannt. Während man in München, Köln, Frankfurt, Hamburg, Berlin und Düsseldorf monatlich etwa 370 Euro aufwärts für eine Bleibe ausgeben muss – so man denn überhaupt eine bekommt –, sieht es in Greifswald oder Amberg ganz anders aus. Wer sich für kleinere Hochschulstandorte entscheidet, muss nicht die Samstage in der Warteschlange im Treppenhaus verbringen, um eine Wohnung zu besichtigen und zu ergattern.

Doch auch hier gibt es Ausnahmen: Konstanz am Bodensee hat keine 100.000 Einwohner, gehört aber zu den Unistädten mit den teuersten Mieten. Hingegen kann man in den Großstädten Jena, Dresden und Leipzig bereits ab etwa 250 Euro monatlich schön wohnen.

S wie Spezialisierung

Industriearchäologie an der TU Freiberg, Umweltsicherung an der HS Weihenstephan-Triesdorf oder Gerontologie in Vechta: Um sich von den Hochschulen in den Metropolen abzuheben, setzen viele kleine Hochschulen auf spezialisierte Studiengänge. Wer schon früh genaue Vorstellungen davon hat, was ihn für das Bachelorstudium interessiert oder welche Themen er im Master vertiefen möchte, findet auf dem Land ein vielseitiges Angebot vor.

abi>> 16.04.2018