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Im Trubel der Großstadt

Kölner Dom
Sina Marmor wusste schon sehr früh, dass sie in Köln studieren möchte.
Foto: Stefan Knopp

Studieren an einer großen Hochschule

Im Trubel der Großstadt

Sina Marmor (21) studiert Englisch und Geschichte auf Lehramt fürs Gymnasium an der Universität Köln – ihrer absoluten Lieblingsstadt.

Für Sina Marmor musste es Köln sein. Die 21-Jährige stammt aus der Nähe von Frankfurt am Main und war als Jugendliche mit ihrem Vater häufig in der Domstadt zu Besuch. Wo sie studieren will, stand für sie schon vor dem Abitur fest: „Das klingt vielleicht pathetisch, aber Köln war für mich immer ein Lebensgefühl“, erzählt sie. Das in zig Liedern besungene „Etwas“ dieser Stadt ist für sie kein Mythos geblieben. „Es existiert wirklich!“ Das kann sie nach fünf Semestern bestätigen.

Das liegt für sie unter anderem an der „Draußenkultur“ sowie an der vielbeschworenen rheinländischen Fröhlichkeit. Die erlebt sie etwa im belgischen Viertel auf dem Brüsseler Platz. „Der ist im Sommer rappelvoll, lauter junge Menschen sind auf den Straßen unterwegs.“ Gleiches gilt für die Biergarten-Saison unter Platanen am Rathenauplatz. Den ganzen Tag herrscht munteres Treiben. Nicht zu vergessen der Aachener Weiher: „Ich lebe zwar in einer Großstadt, aber es gibt auch grüne Ecken, an denen man sich erholen kann.“ Dieses Flair hat sie schon bei ihren früheren Besuchen begeistert.

Großstadt kann aber auch laut und stressig sein, räumt Sina Marmor ein. An der Universität gibt es jedoch ausreichend Rückzugsräume, etwa in der Bibliothek, wo sie sich konzentrieren und lernen kann.

Schwieriger Wohnungsmarkt

Ein Porträt-Foto von Sina Marmor

Sina Marmor

Foto: Lena Köppen

Ein echter Wermutstropfen ist in ihren Augen die Wohnsituation. „Ich höre von 25-Quadratmeter-Zimmern, für die gerne mal 580 Euro verlangt werden“, erzählt Sina Marmor. Kein Wunder: Nach Angaben der Stadt Köln von 2015 zählte alleine die Universität über 50.000 Studierende. Mit den anderen Hochschulen kommt Köln auf rund 83.000 Studierende. Und das bei einer Einwohnerzahl von knapp über einer Million.

„Darüber habe ich mir bei meiner Entscheidung gar keine Gedanken gemacht“, gesteht die Studentin. Bei ihrer Zimmersuche hatte sie einfach viel Glück und die richtigen Beziehungen: Über eine Freundin der Familie fand sie gleich zu Studienbeginn ein bezahlbares Zimmer.

Einen Plan B hatte sie auch: „Meine Eltern haben mir geraten, nicht allein auf Köln zu setzen.“ Zumal ihre Fächer in Köln beide zulassungsbeschränkt sind und das Risiko bestand, dass sie keinen Studienplatz bekommt. Somit bewarb sie sich auch in Bremen und Leipzig.

Geschichtliches direkt vor der Haustür

Angeschaut hatte sich Sina Marmor dann aber doch nur den Campus der Uni Köln. „Ich habe vorab keine Rankings studiert oder die Studienpläne im Detail gelesen. Aber was ich vor Ort mitbekommen habe, hat meine Entscheidung bestärkt.“ Dazu gehören etwa Forschungsprojekte im Bereich Gender Studies oder auch die Spuren römischer Geschichte vor Ort. „Wenn man sich für Geschichte interessiert, liegen die Studienobjekte hier vor der Haustür. Köln ist schließlich eine Römerstadt.“

Dass es mit dem Studienplatz in ihrer Lieblingsstadt geklappt hat, verdankt sie ihren sehr guten Abiturnoten. Sie musste sich für jedes der beiden zulassungsbeschränkten Fächer Englisch und Geschichte einzeln bewerben. „Man kann sich nur einschreiben, wenn man auch eine Zulassung für das jeweils andere Fach hat.“ Ob sie ihre Fächerkombination geändert hätte, um in Köln studieren zu können? Im Nachhinein ist das für sie schwer zu sagen. „Es hat ja geklappt!“

abi>> 27.12.2016