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Die Hochschule vor der Haustür

Frau lernt in der Bibliothek
Ein Studienplatz in Heimatnähe bietet viele Vorteile, nicht nur bei der Wohnungssuche.
Foto: Swen Reichhold

Studieren in Heimatnähe

Die Hochschule vor der Haustür

Für ein Studium wollte Laura Zwicker (26) nicht aus ihrer Heimatstadt wegziehen. Weil die Hochschule Rosenheim eine Außenstelle in ihrer Heimatstadt Mühldorf am Inn eröffnete, entschloss sie sich dann aber, doch noch zu studieren.

Laura Zwicker hat gerade ihre ersten Wochen auf dem Campus hinter sich. Sie studiert im ersten Semester den dualen Studiengang „Pädagogik der Kindheit und Jugend“ im oberbayerischen Mühldorf, einer Außenstelle der Hochschule Rosenheim. Der Campus ist übersichtlich: Er besteht aus einem Gebäude zwischen dem Landratsamt und dem Bildungszentrum der Handwerkskammer. Der frischgebackenen Studentin aber gefällt das: „Ich mag die familiäre Atmosphäre. Alles ist sehr überschaubar.“

Wie das Studium finanzieren?

Ein Porträt-Foto von Laura Zwicker

Laura Zwicker

Foto: privat

Das Studium ist dual aufgebaut, dauert sieben Semester und richtet sich sowohl an Interessierte, die studieren und gleichzeitig die Ausbildung zum Erzieher absolvieren wollen, als auch an Erzieher mit bereits abgeschlossener Ausbildung.

Auf Laura Zwicker trifft Letzteres zu. Studiert hätte sie am liebsten gleich nach dem Abitur: „Ich hatte aber leider nicht den Schnitt, um auf Grundschullehramt studieren zu können, und etwas anderes wollte ich damals nicht.“ Stattdessen begann sie die Ausbildung. Danach hielten sie die Frage, wie sie ein Studium finanzieren sollte, und auch der Umzug in eine größere Stadt vom Studium ab.

Da die 26-Jährige sich vor allem für den Bereich Jugendbildung interessiert, arbeitet sie aktuell an einer Montessori-Schule, wo sie als pädagogische Zweitkraft Schüler von der vierten bis zur sechsten Jahrgangsstufe betreut. Als sie in der Regionalzeitung einen Bericht über den neuen Studiengang „Pädagogik der Kindheit und Jugend“ in ihrer Heimatstadt las, bewarb sie sich sofort: „Das Thema Studium war für mich nach wie vor relevant. Zum einen, weil ich einfach noch mehr lernen wollte. Und zum anderen, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass ich als Erzieherin selten in der Position bin, selbst Entscheidungen treffen zu können. Aber weggezogen wäre ich für ein Studium nicht.“

Mehr Zeit für Familie und Freunde

Durch das duale Studienkonzept kann sie gleichzeitig arbeiten und studieren. So muss sie sich über die Finanzierung keine Sorgen machen. Und dass es neben den Seminaren kein „echtes“ Hochschulleben gibt, stört sie nicht: „Es bleibt neben der Arbeit und dem Studium sowieso kaum Zeit, und die möchte ich mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen.“

Von dem Studiengang erhofft sie sich neue berufliche Impulse, schließlich soll er auf eine leitende Tätigkeit etwa in Horten, Heimen, Einrichtungen der Jugendarbeit sowie in anderen sozial- und heilpädagogischen Bereichen vorbereiten. Neben pädagogischen Themen werden daher auch Fächer wie Betriebswirtschaft und Personalwesen gelehrt.

Einen kleinen Nachteil hat der Standort doch – vorerst zumindest: „An der Hochschule in Rosenheim steht den Studierenden eine sehr gut ausgestattete Bibliothek zur Verfügung. Die haben wir hier noch nicht. Wir sind der erste Jahrgang in dem Studiengang und da ist noch nicht alles fertig eingerichtet. Aber das ist eine Frage der Zeit.“

abi>> 02.01.2017