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Selber machen!

Eine junge Frau sitzt in einem Seminarraum und arbeitet an einem Laptop.
Das duale Studium bietet die Chance, zu studieren und gleichzeitig Praxiserfahrung in einem Betrieb zu sammeln.
Foto: Axel Jusseit

Studieren mit hoher Praxisorientierung

Selber machen!

Weil seiner Meinung nach ein Pflichtpraktikum nicht ausreicht, um einen Agrarbetrieb richtig kennenzulernen, hat sich Jakob Schünemann (18) für das duale Studium Agrarwissenschaft an der Hochschule Neubrandenburg entschieden.

„Ich lerne am besten in der Praxis. Das war schon immer so. Was ich selbst mache, vergesse ich nicht so schnell“, erzählt Jakob Schünemann. Seine Hochschulwahl ist daher kein Zufall: In Neubrandenburg kann er dual studieren und in neun Semestern sowohl den Bachelorabschluss als auch die Ausbildung zum Landwirt machen.

Der Student aus der Nähe von Wismar hat bereits viel im landwirtschaftlichen Betrieb seines Großvaters gearbeitet: „Aber das ist ein reiner Ackerbaubetrieb und Landwirtschaft ist so vielseitig“, ergänzt er. Ein Studium mit Pflichtpraktika in den Sommersemesterferien, wie es andere Hochschulen anbieten, reichte ihm nicht: „Man muss den Jahreszyklus eines Betriebes kennenlernen. In zwei, drei Sommern sieht man nicht viel. Wenn ich als Azubi in einem Betrieb arbeite, bringt mir das schon mehr.“

Ausbildung in eineinhalb statt drei Jahren

Die Berufsausbildung, die normalerweise drei Jahre dauert, ist im Studium auf eineinhalb Jahre verkürzt. Die ersten beiden Semester verbringt Jakob Schünemann im Betrieb und an der Berufsschule in Güstrow, wobei er gleich ins zweite Lehrjahr einsteigt. Im dritten Semester ist er an der Hochschule, im vierten Semester wieder im Betrieb. Nach der Abschlussprüfung zum Landwirt studiert er weitere vier Semester, bis er dann im neunten die Bachelorarbeit schreibt. In den Semesterferien wird er weiterhin im Betrieb arbeiten.

Aktuell ist Jakob Schünemann im ersten Semester und somit im Ausbildungsbetrieb – ein Milchviehbetrieb inklusive Aufzucht. Das ist für ihn Neuland. Eingesetzt wird er in allen Bereichen. Neben einfachen Hilfsarbeiten fährt er zum Beispiel mit einem 525-PS-starken Schlepper voller IT über die Felder. „Generell spielt in der Landwirtschaft computergestützte Technik eine große Rolle“, erklärt er.

Hochschule pflegt passende Kontakte

Eine reine Berufsausbildung wäre für Jakob Schünemann undenkbar gewesen: „Da ich Abitur habe, wollte ich auch studieren. Außerdem sind landwirtschaftliche Betriebe heute richtige Wirtschaftsunternehmen. In Mecklenburg-Vorpommern etwa konzentriert sich die Landwirtschaft auf Großbetriebe, über die Hälfte bewirtschaften mehr als 1.000 Hektar. Wenn man in so einem Betrieb eine leitende Position übernehmen möchte, kommt man ohne fachliche und betriebswirtschaftliche Kenntnisse nicht weit.“ Die Struktur der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern war ein weiterer Grund, warum für ihn nur die Hochschule Neubrandenburg in Frage kam: „Die Hochschule pflegt Kontakte zu entsprechend großen Betrieben. In den meisten Regionen in Westdeutschland ist die Landwirtschaft ganz anders strukturiert.“

Eines ist dem 18-Jährigen ganz wichtig: „Es geht später im Beruf auch immer um die Optimierung von Prozessen, um die Wirtschaftlichkeit. Ich möchte dann im Detail wissen, wovon ich spreche. Dazu gehört es eben auch, dass man selber mal Kartoffeln sortiert und Steine vom Acker aufgeklaubt hat.“

abi>> 02.01.2017