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Zwischen Natur und Großstadttrubel

Eine Försterin untersucht einen Baum im Wald.
Großstadt oder Natur? An der TU Dresden haben Studierende der Forstwissenschaften beides. Sie lernen an der Außenstelle in der Kleinstadt Tharandt, für alles rund um Verwaltung müssen sie in Dresden vorstellig werden.
Foto: Hans-Martin Issler

Studieren an einer dezentralen Hochschule

Zwischen Natur und Großstadttrubel

Josefine Wiesehütter (25) liebt die Ruhe – gelegentlich aber auch das laute Studentenleben. Im Studiengang Forstwissenschaften an der Technischen Universität (TU) Dresden ist sie deshalb bestens aufgehoben. Sie studiert im vierten Mastersemester und lebt schon seit sechs Jahren in der Kleinstadt Tharandt, wo sich die Außenstelle der Hochschule befindet.

Josefine Wiesehütter kommt aus dem Westerzgebirge und entschied sich für ein Studium an der traditionsreichen TU Dresden, weil es einen Freund aus ihrer Heimat auch dorthin zog. „Der Studiengang Fortwissenschaften interessierte mich, weil er mit Natur zu tun hat – eine gute Alternative für mich, denn für mein erstes Wunschstudium Tiermedizin waren meine Abiturnoten leider nicht gut genug“, erzählt sie.

Forstwissenschaftler unter sich

Ein Porträtbild von Josefine Wiesehütter

Josefine Wiesehütter

Foto: Olivia Firth

Die Institute und zentralen Einrichtungen der TU Dresden sind über die Stadt verteilt. Das Institut für Forstwissenschaften, an dem die 25-Jährige studiert, befindet sich gar in einer Außenstelle in der Kleinstadt Tharandt, 13 Kilometer von Dresden entfernt. Josefine Wiesehütter verbringt dort viel Zeit, denn wenige Laufminuten von ihrem Institut befinden sich ihr Studentenwohnheim, eine Mensa, eine Bibliothek, ein Prüfungsamt und sogar ein Studentenclub für die Forstwissenschaftler. „Wenn man vom Dorf kommt und das Ländliche mag, kann man das grüne Leben hier genießen. Jeder kennt jeden und auch zum Lehrpersonal haben wir gute Beziehungen“, erklärt die Studentin.

Kommilitonen, die das Stadtleben lieben, suchen sich dagegen eher ein zentral gelegenes Zimmer in Dresden und fahren nur für die Vorlesungen nach Tharandt. Denn wer abends gerne feiern geht, käme schlecht wieder heim: Von Mitternacht bis 4.30 Uhr verkehren zwischen Dresden und Tharandt keine öffentlichen Verkehrsmittel.

Josefine Wiesehütter verbringt die Nächte allerdings gerne in der kleinstädtischen Ruhe und verlässt die Außenstelle lieber tagsüber, um ein bisschen Großstadtluft zu schnuppern. Die Fahrt von ihrem Institut zum Hauptgebäude der Universität dauert mit Bus und Bahn etwa vierzig Minuten.

Ausflüge zu anderen Instituten

Manchmal haben die Forstwissenschaftler gemeinsame Lehrveranstaltungen mit den Studierenden der anderen Umweltwissenschaften, die dann nicht in Tharandt, sondern in der Landeshauptstadt stattfinden. Auch einen Finnisch-Sprachkurs hat Josefine Wiesehütter in Dresden besucht. Während der Kernprüfungszeiten nutzt sie zudem manchmal die dortige Hauptbibliothek, weil sie länger geöffnet hat als die Bibliothek der Forstwissenschaftler. Und um zum Beispiel beim Studentenwerk ihren Mietvertrag zu unterschreiben oder Unterschriften für ihr Erasmus-Semester einzuholen, musste sie zu verschiedenen Standorten der Hochschule fahren.

Das stört die Studentin nicht, sondern sie erlebt Ausflüge zu den anderen Instituten und Einrichtungen als eine angenehme Abwechslung zum Studienalltag auf dem Land: „Hier in Tharandt sind nur 120 bis 200 Studierende unterwegs, in Dresden ist viel mehr los. Und während wir hier wirklich nur mit ‚Förstern‘ zu tun haben, können wir an den anderen Standorten auch mal Studierende anderer Fachrichtungen treffen“.
Der Studiengang an ihrer Hochschule bietet also für jeden Geschmack etwas, findet Josefine Wiesehütter: „Wer das Stadtleben genießt, kommt in der sächsischen Hauptstadt voll auf seine Kosten. Und wer die Ruhe der Natur mag, ist auf dem Campus der Forstwissenschaftler bestens aufgehoben.“

abi>> 17.08.2018