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Dreimal Informatik, bitte!

Studentin bei der Netzwerkanalyse am Laptop.
Stärker wissenschaftlich oder lieber praktisch orientiert? Viele Studienfächer, zum Beispiel Informatik, lassen sich an verschiedenen Hochschularten studieren.
Foto: Axel Jusseit

Hochschularten – Steckbriefe Informatik

Dreimal Informatik, bitte!

Bits und Bytes an der Uni, an der Fach­hochschule oder dual: Drei Studenten berichten von ihren Erfahrungen mit dem Informatikstudium an verschiedenen Hochschulen und warum es für sie der gewählte Hochschultyp sein musste.

Ein Porträt-Foto von Joshua Wiegmann

Joshua Wiegmann

Foto: privat

Name: Joshua Wiegmann
Alter: 22
Studium: Informatik an der Fachhochschule Bielefeld
Semester: 7.

Warum an der Fachhochschule?

In der Schulzeit haben wir zu Informationszwecken eine Universität besucht. Das war interessant, kam mir aber auch relativ theoretisch vor. Man sagte uns, wenn wir ein praxisnahes Studium machen wollten, wäre eine Fachhochschule die bessere Wahl. Also habe ich mich dafür entschieden.

Kriterien?

Die Praxisnähe war der wichtigste Grund. Ich wollte gerne von Anfang an programmieren, das habe ich schon als Hobby während der Schulzeit betrieben. Außerdem sind die Lerngruppen an der Fachhochschule kleiner als an der Universität, es herrscht eine recht familiäre Atmosphäre.

Zulassungsvoraussetzungen:

Zu meiner Zeit gab es keinerlei Zulassungsvoraussetzungen, ich habe mich einfach eingeschrieben. Mittlerweile gibt es je nach Studienjahr einen Numerus clausus, aber die Chancen auf einen Studienplatz stehen nach wie vor gut. Die Bewerbung erfolgt über das Portal hochschulstart.de.

Studienaufbau und -ablauf:

In den ersten beiden Semestern werden die Grundlagen der Informatik unterrichtet. Neben Mathematik und theoretischer Informatik wird das praktische Wissen über Programmiermethodik und -sprachen vermittelt. Die Studierenden bearbeiten dazu in wöchentlichen Praktika Übungsaufgaben. Das dritte und vierte Semester besteht aus viel praktischer Arbeit, in der speziellere Gebiete wie Webprogrammierung, Embedded Systems oder Computergrafik gelehrt werden. Ab dem fünften Semester spezialisiert man sich mit Wahlpflichtmodulen auf bestimmte Fächer. Ich habe mich auf den Bereich IT-Sicherheit fokussiert. In einem Projekt haben wir zum Beispiel einen „bösen“ USB-Stick angefertigt, der beim Einstecken die Daten des Benutzers stibitzt. Zusätzlich zu den Fachsemestern absolvieren die Studierenden – meist im siebten Semester – eine Praxisphase von 13 Wochen bei einem Unternehmen oder einer Hochschule. In dieser Phase erarbeiten die meisten das Thema ihrer Bachelorarbeit.

Fazit:

Dass meine Wahl genau richtig war, habe ich schon im ersten Semester gemerkt. Mir gefällt die praktische Herangehensweise im Studium. Ich würde mir jetzt sogar schon zutrauen, Programme für ein Unternehmen zu entwickeln.

Ein Porträt-Foto von Carl Schneiders

Carl Schneiders

Foto: privat

Name: Carl Schneiders
Alter: 21
Studium: Informatik an der Universität Oldenburg
Semester: 5.

Warum an der Uni?

Ein Studium an der Fachhochschule war mir als Option gar nicht so bewusst. Und da ich mich schnell für den Studienort Oldenburg entschieden hatte, kam ohnehin nur die Universität infrage, weil an der Fachhochschule Oldenburg reine Informatik nicht angeboten wird.

Kriterien?

Ich wollte gerne zunächst ein Grundlagenstudium absolvieren, bevor ich mich spezialisiere. Das schien mir an der Universität am ehesten machbar. Ich wusste, dass das Studium an der Universität theoretischer ist als an einer Fachhochschule oder im dualen Studium. Da ich eher ein Theoretiker bin, kam mir das sehr entgegen.

Zulassungsvoraussetzungen:

Neben der allgemeinen Hochschulreife muss man ausreichende Englischkenntnisse der Stufe B1 nachweisen, weil die Literatur in der Informatik oft nur auf Englisch vorliegt. Wer nach dem Abitur mit zwölf Schuljahren mindestens sechs Jahre Englischunterricht hatte, hat das Level B1 automatisch erreicht. Eingeschrieben habe ich mich direkt an der Universität.

Studienaufbau und -ablauf:

Die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester. Man kann ohne Programmierkenntnisse mit dem Studium beginnen, denn in den ersten Semestern werden die Grundlagen vermittelt. Es gibt Vorlesungen und anschließend Übungen, bei denen man anhand von Arbeitsblättern praktisch arbeitet. Die Ergebnisse der Übungen fließen in die späteren Klausurnoten mit ein. Später im Studium überwiegen dann die Vorlesungen und man kann sich spezialisieren, zum Beispiel auf Themen wie künstliche Intelligenz, Robotik oder Elektrotechnik.

Fazit:

Ich finde es gut, dass ich an der Universität frei entscheiden kann, wie ich lerne, und nicht von einem Stundenplan abhängig bin. Bei den Vorlesungen gibt es keine Anwesenheitspflicht. Man muss selber entscheiden, was für einen wichtig ist, um die Klausuren zu bestehen.

Ein Porträt-Foto von Jan Rickel

Jan Rickel

Foto: privat

Name: Jan Rickel
Alter: 24
Duales Studium: Informatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Karlsruhe
Praxisphasen: IT-Dienstleister Fiducia & GAD IT AG in München
Semester: 3.

Warum an der dualen Hochschule?

Ich wollte ein Studium mit einem klaren Praxisbezug aufnehmen. Bei der DHBW ist der Wechsel zwischen Theorie- und Praxisphasen klar geregelt. Mein Stundenplan passt zeitlich perfekt zu meiner Arbeit im Unternehmen.

Kriterien?

Durch den klaren Praxisbezug kann ich mein erlerntes Wissen im Unternehmen direkt umsetzen. Ich kann Berufserfahrung sammeln und muss nicht nur Theorie büffeln. Mir gefallen die kleine Kursgröße und der persönliche Kontakt zu den Professoren und Dozenten. Nicht zu unterschätzen ist auch die feste Arbeitsstelle mit einem geregelten Einkommen und sehr guten Übernahmechancen.

Zulassungsvoraussetzungen:

Für die DHBW benötigt man in der Regel die Hochschulreife. Und man muss einen dualen Partner, also ein Kooperationsunternehmen, finden. Man bewirbt sich auf die ausgeschriebene Stelle als dual Studierender und durchläuft das Auswahlverfahren des Unternehmens. Nach meiner Bewerbung bei der Fiducia & GAD wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch mit einem schriftlichen Test eingeladen und erhielt die Zusage. Nachdem ich den Arbeitsvertrag unterschrieben hatte, hat mich die Firma an der DHBW für einen Studienplatz vorgemerkt. Ich habe dann noch einige Unterlagen an die Hochschule gesandt und schon war ich ein fertig immatrikulierter Student.

Studienaufbau und -ablauf:

Die Theorie- und Praxisphasen wechseln sich im 12-Wochen-Rhythmus ab. In der Theoriephase habe ich einen festen Stundenplan. Während des Semesters gibt es zudem Projekte in kleinen Teams, etwa das Programmieren einer Web Application. Am Semesterende finden die Klausuren statt. Die Vorlesungen sind kompakter als an einer Universität. Die Dozenten bringen viele Erfahrungen aus Unternehmen mit ein. In der Praxisphase arbeite ich bei der Fiducia & GAD in verschiedenen Abteilungen. Dabei unterstützen mich Kollegen und Ausbilder. Zudem schreiben wir wissenschaftliche Arbeiten über Projekte, die wir in der Firma übernehmen.

Fazit:

Ich bin sehr glücklich mit meiner Entscheidung für das duale Studium. Es vermittelt mir das notwendige Wissen und in der Firma kann ich mich voll einbringen und etwas erreichen.

abi>> 11.12.2018