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Drei Muster des Modedesign-Studiums

Eine junge Frau probiert eine entworfene Jacke an einer Puppe.
Ob an der Kunsthochschule, einer Fachhochschule oder einer Universität - Modedesign kann unterschiedlich studiert werden, mit verschiedenen Schwerpunkten und Herangehensweisen.
Foto: Frank Pieth

Hochschularten – Steckbriefe Modedesign

Drei Muster des Modedesign-Studiums

Ein Fach, verschiedene Hochschularten: Drei Studentinnen erzählen abi>>, wie ihr Studium in Modedesign jeweils aufgebaut ist und warum sie sich für ihren Hochschultyp entschieden haben.

Ein Porträt-Foto von Carla Herrig

Carla Herrig

Foto: privat

Name: Carla Herrig
Alter: 24 Jahre
Studium: Modedesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Semester: 7.

Warum an der Kunsthochschule?

Ich habe zunächst Kunstgeschichte an einer Universität studiert und wollte dazu eine Ausbildung zur Schneiderin machen. Bei meinem Praktikumsunternehmen wurde mir dann aber die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle empfohlen. Nach einem Blick auf deren Website habe ich mich für einen Studienwechsel entschieden.

Kriterien?

Im Vergleich zur Universität gibt es an der Kunsthochschule keine Kurse, sondern man arbeitet projektbezogen, was mir sehr gut gefällt. Der Fokus liegt auf dem kreativen Gestalten und weniger auf der Theorie. Wir bekommen jedes Semester ein Oberthema und uns steht es frei, wie wir an dieses herangehen. Außerdem gefällt mir an der Kunsthochschule die enge Zusammenarbeit mit den Professoren und den Kommilitonen: Wir sind gerade mal zehn Leute in der Klasse und werden von zwei Professoren und künstlerischen Mitarbeitern betreut, sodass eine sehr familiäre Atmosphäre herrscht.

Zulassungsvoraussetzungen:

Man durchläuft eine Eignungsprüfung, in der die künstlerisch-kreative Begabung und die Eignung für den Studiengang nachgewiesen werden müssen. Dazu habe ich eine Mappe mit künsterlischen Arbeiten angefertigt. Überzeugt die Mappe die Prüfer, müssen drei Aufgaben zu zeichnerischem Können, Farbempfinden sowie Fantasie und Kreativität bearbeitet werden. In der zweiten Runde gibt es Fachgespräche mit den Professoren sowie weitere künstlerische und gestalterische Aufgaben. Wer den Test besteht, muss vor Studienbeginn ein Praktikum absolvieren.

Studienaufbau und -ablauf:

Im ersten Jahr haben wir die Grundlagen des Designs wie Zeichnen, Umgang mit Farbe, Fotografie und Typografie erlernt. Diese Kenntnisse haben wir in Workshops umgesetzt, etwa zum Siebdruck. Im zweiten Jahr haben wir einiges zur Modegeschichte und -theorie gelernt, aber auch unter anderem Aktzeichnen. Anschließend haben wir ein eigenes Modeprojekt umgesetzt. Ab dem dritten Jahr entwerfen wir eigene Modekollektionen und tauschen uns einmal in der Woche mit den Professoren aus. Am Ende des Semesters gibt es eine Werkschau. Je weiter man im Studium kommt, umso höher ist der Anteil an praktischen Aufgaben. Es gibt nur wenige Vorlesungen, zum Beispiel zu Architektur, Designgeschichte sowie Philosophie und Ästhetik.

Fazit:

Ich mag die praktische Herangehensweise im Studium. Es macht Spaß, mit den Händen zu arbeiten, und ich finde es gut, jederzeit einen Ansprechpartner zu haben.

Ein Porträt-Foto von Svea Behrens

Svea Behrens

Foto: Kevin Brons

Name: Svea Behrens
Alter: 23 Jahre
Studium: Modedesign an der Hochschule Hannover
Semester: 7.

Warum an der Fachhochschule?

Ich habe nach der Mittleren Reife an einer Gesamtschule eine schulische Ausbildung zur Assistentin für Mode und Design absolviert. Damit hatte ich meine Fachhochschulreife, die mir den Zugang zur Fachhochschule erlaubt.

Kriterien?

Nach meiner Ausbildung wollte ich gerne weiter praktisch arbeiten, daher kam für mich ohnehin nur die Fachhochschule infrage. Nach einem Besuch der Hochschule Hannover noch während der Ausbildung war ich überzeugt, dass der Studiengang dort genau der richtige für mich ist.

Zulassungsvoraussetzungen:

Ich musste eine Mappe mit künstlerischen Arbeiten abgeben. Wenn die Mappe überzeugt, wird man zum Eignungstest eingeladen. Der erste Teil war eine Hausarbeit: Ich sollte "Mein kulturelles Erbe" gestalterisch umsetzen und schneiderte aus einer alten Tasche, die meine Großmutter als Schneiderin gefertigt hatte, einen Rucksack. Dieses Werk musste ich anschließend in der Prüfung vorstellen, hinzu kamen der Nachweis von Kenntnissen zu 3-D-Objekten, zu Farbempfinden sowie eine zeichnerische Aufgabe. Bei ausreichender Punktzahl aus der Prüfung kann man sich über ein Online-Portal im Studiengang einschreiben. Zudem ist ein sechswöchiges Praktikum vor Studienbeginn vorgeschrieben.

Studienaufbau und -ablauf:

In den ersten beiden Semestern haben wir viel zu textilen Waren und zur Fertigung gelernt. Außerdem trafen wir uns einmal wöchentlich mit Studierenden anderer kreativer Studiengänge zum interdisziplinären Lernen. Nach dem Grundstudium wäre es daher auch noch möglich, den Studiengang zu wechseln. Im dritten Semester ging es um ein Kleiderprojekt nach einem vorgegebenen Thema, im vierten um das Hauptprojekt, wahlweise zu Herrenbekleidung, Damenoberbekleidung oder nachhaltiger Mode. Im fünften oder sechsten Semester findet das Praxissemester statt. Nach dem Grundstudium ist das Studium ohnehin sehr praxisorientiert angelegt.

Fazit:

Mir hat das Studium viel Freude bereitet – ich bin fast ein wenig traurig, dass es nun bald vorbei ist. Als Ergänzung zu meiner Ausbildung war dieses Studium perfekt für mich.

Ein Porträt-Foto von Irka Glock

Irka Glock

Foto: privat

Name: Irka Glock
Studium: Mode-Textil-Design an der Universität Paderborn

Warum an der Uni?

Mich hat die Möglichkeit eines Zwei-Fach-Bachelor-Studiengangs, der zwei Themenbereiche miteinander verknüpft, sehr angesprochen. An Fachhochschulen oder Kunsthochschulen wurde diese Form zum Zeitpunkt meines Studienbeginns nicht angeboten.

Kriterien?

Die Universität Paderborn hat eine Kombination der Fächer Medienwissenschaften und Mode-Textil-Design angeboten, die sehr gut zu meinen Interessen passt.

Zulassungsvoraussetzungen:

In beiden Fächern gab es einen Numerus clausus. Ich wurde erst nach einer hochschulinternen Prüfung meiner Bewerbung zugelassen.

Studienaufbau und -ablauf:

Im Studiengang Medienwissenschaften werden größtenteils Seminare für bis zu 40 Studierende angeboten. Diese sind in der Regel theoretisch gestaltet: An die Seminarthemen nähern wir uns mithilfe von Texten, die wir im Seminar aufbereiten und diskutieren. Im Modul Medienpraxis bekommen wir einen praktischen Einblick in Bereiche wie Videoproduktion, Fotografie oder journalistisches Arbeiten. Im Fach Mode-Textil-Design gibt es mehrere praktische Kurse. Im Modul Gestaltung erlernen wir Techniken wie Nähen, Stricken, Hochdruck, Siebdruck oder digitale Bildbearbeitung, um diese im Anschluss in eigenen Projekten umzusetzen. Die theoretischen Kurse basieren wie in Medienwissenschaften auf der Arbeit mit Texten, jedoch werden sie häufig durch praktische Übungen ergänzt.

Fazit:

Ich bin mit meinem Studium an der Universität Paderborn sehr zufrieden. Die Kombination zweier Fächer bietet einen umfassenden Einblick in beide Themenfelder. Das vielfältige Angebot von Seminaren ermöglicht es mir, den passenden Schwerpunkt zu finden. Außerdem ergänzen sich beide Fächer inhaltlich sehr gut, was für eine spätere Jobsuche von Vorteil ist. Das Fach Mode-Textil-Design bietet darüber hinaus durch seinen größeren praktischen Anteil eine gute Erweiterung.

abi>> 17.12.2018