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Therapieberufe - Ausbildungsteckbriefe

Berufsziel: Therapie

Melanie Hurth (21) wird Ergotherapeutin, Aaron Grasemann (29) Logopäde und Cora Kismann (21) Physiotherapeutin. Was haben sie gemeinsam? Was unterscheidet ihre Ausbildung? Und was sind ihre Pläne für später. abi» hat nachgefragt.

Ein Logopäde bei der Arbeit

Sprache und sozio-emotionale Entwicklung hängen eng zusammen. In der Logopädie geht es also nicht nur um Sprechübungen, sondern quasi um das ganze Kind.

Ausbildung zur Ergotherapeutin

Melanie Hurth

Name:

Melanie Hurth

Alter:

21 Jahre

Schule:

SHG Bildung der Saarland-Heilstätten, Saarbrücken

Dauer:

drei Jahre

Warum hast du dich für die Ausbildung entschieden?

Für mich war ziemlich früh klar, dass ich mit Menschen arbeiten möchte. Da die Pflege nichts für mich ist, habe ich mich für die Ergotherapie entschieden, da ich hier sehr individuell auf jeden Patienten eingehen, mir Zeit für ihn nehmen kann, ohne dass die pflegerischen Tätigkeiten im Vordergrund stehen. Ergotherapie hat ein sehr weites Spektrum, bei der Klientel von jung bis alt genauso wie bei den Krankheitsbildern.

Worum geht es im Beruf?

Generell geht es um Wiedererlangung von Lebensqualität, etwa damit Menschen es schaffen, ihren Alltag alleine zu meistern. Was die Ergotherapie von der Physiotherapie unterscheidet, ist, dass wir funktionell motorisch arbeiten und auf kognitiver und psychosozialer Ebene behandeln.

Wie läuft der Unterricht ab?

Das erste Jahr haben wir nur Theorie und Handwerksunterricht. Ab dem zweiten Jahr blockweise alle drei Monate Praktikum. Manche Fächer ziehen sich alle drei Jahre durch. So zum Beispiel Behandlungsverfahren. Weitere Fächer sind Allgemeine und Spezielle Krankheitslehre. Die Praktika erfolgen in den Bereichen Motorisch-Funktionell/Neurophysiologisch, Psychosozial, Arbeitstherapeutisch und im Bereich der Pädiatrie.

In welchem Bereich würdest du gerne später arbeiten?

So genau kann ich das noch nicht sagen, da mir noch die Erfahrungen in zwei Bereichen der Praktika fehlen. Allerdings macht für mich den Reiz der Ergotherapie die Vielseitigkeit aus. So kann ich mir gut vorstellen, später in einer Praxis zu arbeiten, in der ich dieses weite Spektrum bedienen kann.

Ausbildung zum Logopäden

Aaron Grasemann

Name:

Aaron Grasemann

Alter:

29 Jahre

Schule:

Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit und Soziales, Jena

Dauer:

drei Jahre

Warum hast du dich für die Ausbildung entschieden?

Ich wollte gerne mit Menschen zu tun haben und für mich ist Wissensvermittlung eine wichtige Sache. Sprache und Sprechen interessieren mich seit längerem.

Worum geht es im Beruf?

Es geht um die Wiederherstellung der normalen kommunikativen Fähigkeiten, soweit das möglich ist, teilweise aber auch um körperliche Fähigkeiten im Gesichts- sowie Mundbereich, zum Beispiel das Schlucktraining und es geht um eine bestmögliche Integration in den Alltag. Bei Kindern kommt dazu, dass unsere Therapie eine normale Entwicklung unterstützt. Denn Kinder mit Sprachfehlern werden manchmal ausgegrenzt oder sie finden keinen Kontakt, weil man sie nicht versteht.

Wie läuft der Unterricht ab?

Die ersten drei Monate wird fast nur Theorie vermittelt, um auf die Praxis vorzubereiten. Ein Tag in der Woche, der Mittwoch, ist Praxistag. Da gehen wir zum Beispiel in Kindergärten oder logopädische Praxen und schauen zu oder leiten Teile von Therapien an.

In welchem Bereich würdest du gerne später arbeiten?

Ich würde gerne in einer Praxis arbeiten, weil man dort schon viel Material hat, was man mitnutzen kann, aber trotzdem noch seine eigenen Methoden und Ansätze verfolgen kann. Oft ist es so, dass man sich bei den Patienten aufteilen kann: eine Therapeutin behandelt zum Beispiel lieber ältere Patienten, eine vor allem Kinder mit Defiziten in Motorik und Feinspannung. Ich selbst sehe mich eher mit Kindern, die eine Sprachstörung haben.

Ausbildung zur Physiotherapeutin

So sieht Cora Kismanns Arbeit später aus

Name:

Cora Kismann

Alter:

20 Jahre

Schule:

Private Berufsfachschule für Physiotherapie in Erlangen

Dauer:

drei Jahre

Warum hast du dich für die Ausbildung entschieden?

Ich habe starke Hände und musste schon immer meine Familie massieren. Und ich war selbst oft bei der Physiotherapie und finde es sehr interessant, was ich ohne ein Medizinstudium dabei über den Menschen und seinen Körper erfahren kann. Mir gefällt es, zu helfen und zum Beispiel Menschen in der Reha auf dem Weg zu begleiten und ihre Besserung mitzuerleben.

Worum geht es im Beruf?

In der Physiotherapie geht es um die Unterstützung und Begleitung der Patienten im Alltag und um eine Verbesserung bzw. Wiederherstellung der Beweglichkeit. Mithilfe eines eigens erstellten Behandlungsplans können Physiotherapeuten optimal auf die Bedürfnisse ihrer Patienten eingehen und durch bestimmte Methoden beispielsweise Schmerzen lindern.

Wie läuft der Unterricht ab?

Im ersten Jahr habe ich ausschließlich Schule, im zweiten und dritten Jahr sechs Wochen im Wechsel Schule und Praktikum. Zu meinen Fächern gehören unter anderem Anatomie, Manuelle Therapie, Befund, Chirurgie und Orthopädie, Berufs- und Staatskunde, allgemeine Krankheitslehre, Trainings- und Bewegungslehre, Massagetechniken sowie Physik.

In welchem Bereich würdest du gerne später arbeiten?

Da ich bisher noch keine eigenen praktischen Erfahrungen in Praxen, Kliniken etc. machen konnte, kann ich mich diesbezüglich noch nicht festlegen. Generell würde es mir eher gefallen, in einer Rehabilitationsklinik zu arbeiten, um dort die Patienten auf ihrem individuellen Heilungsweg zu begleiten und zu unterstützen.“

Stand: 18.06.2021

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