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Ausbildung in Teilzeit – FAQ

In Teilzeit zum Abschluss

abi» beantwortet zusammen mit Anette Fischer-Peters, Volljuristin beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Referat Recht, Organisationsentwicklung, Büro Hauptausschuss, Fragen zum Thema Ausbildung in Teilzeit.

Eine Person am Schreibtisch mit einem Kalender

Eine Teilzeitausbildung bietet mehr Flexibilität im Alltag

Darf jeder eine Ausbildung in Teilzeit machen?

Seit dem 1. Januar 2020 kann jede*r Auszubildende eine betriebliche Ausbildung in Teilzeit machen, sofern der ausbildende Betrieb einverstanden ist.

Kann jede Ausbildung in Teilzeit absolviert werden?

Porträt von Anette Fischer-Peters

Anette Fischer-Peters

Grundsätzlich gibt es in allen anerkannten Berufen, die im dualen System, also im Betrieb und in der Berufsschule gelehrt werden, die Möglichkeit auf Teilzeitausbildung. Ob ein Ausbildungsplatz in Teilzeit angeboten wird, hängt häufig von der Branche und dem Beruf, aber auch von den jeweiligen Absprachen ab.

Funktioniert Teilzeit auch für schulische Ausbildungsberufe?

Neben dualen Ausbildungen sind auch schulische Ausbildungen in Teilzeit vor allem in bestimmten Branchen möglich, mit steigender Tendenz in der Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege (z. B. in der Ausbildung zum*zur Altenpfleger*in, Kinderkrankpfleger*in). Vermehrt werden auch Teilzeitausbildungsklassen gebildet.

Wie ist in einer Teilzeitausbildung die Aufteilung Schule/Arbeit geregelt?

Die Berufsschule ist an eine im Ausbildungsvertrag vereinbarte Teilzeit nicht gebunden und muss in der Regel im normalen zeitlichen Umfang besucht werden. Die Einbeziehung der Berufsschulzeiten in die Teilzeitausbildung sollte deshalb unbedingt zwischen Betrieb, Auszubildenden und Berufsschule abgestimmt werden. Vereinzelt zeigen sich Berufsschulen flexibel und bieten bereits Teilzeitmodelle an. Viele berufsständische Kammern oder andere Organisationen führen Modellprojekte für die Teilzeitberufsausbildung durch und stehen als Ratgebende zur Verfügung.

Worin besteht der Unterschied zwischen Teilzeitausbildung und Vollzeitausbildung?

Die Ausbildung in Teilzeit verläuft grundsätzlich wie die Vollzeitausbildung – nur mit dem Unterschied, dass die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit im Betrieb reduziert wird. Hier werden individuelle Vereinbarungen getroffen, die im Ausbildungsvertrag festgehalten werden. Wichtig ist, dass die Kürzung der regelmäßigen Ausbildungszeit nicht mehr als 50 Prozent betragen darf, häufig liegt die wöchentliche Ausbildungszeit zwischen 20 und 35 Stunden.

Mit wem bespreche ich meinen Wunsch auf eine Ausbildung in Teilzeit?

Neben Ansprechpartner*innen der Agentur für Arbeit sind die zuständigen Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern sehr hilfreiche Anlaufstellen. Auch die Betriebe selbst sollte man ansprechen. Die Entscheidung, bestimmte Auszubildende in Teilzeit auszubilden, kann sich auch erst im Laufe des Bewerbungsprozesses ergeben oder sogar noch später während der Ausbildung.

Wie hoch ist mein Gehalt bei einer Ausbildung in Teilzeit?

Die Höhe der Ausbildungsvergütung darf bei der Teilzeitausbildung zeitanteilig, das heißt entsprechend der prozentualen Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit, verringert werden. Die prozentuale Verringerung der Vergütung muss angemessen sein: Sie darf nicht höher sein als die prozentuale Kürzung der Arbeitszeit. So könnte beispielsweise eine Reduzierung der monatlichen Ausbildungszeit um 30 Prozent zu einer Kürzung des Ausbildungsentgelts führen.

Was muss ich beachten, wenn ich einen Teilzeit-Ausbildungsvertrag unterschreibe?

Bei einem Teilzeit-Ausbildungsvertrag muss genau darauf geachtet werden, in welchem Umfang die Arbeitszeit reduziert wird (maximal um 50 Prozent) und wie dies geschieht, also ob die tägliche oder die wöchentliche Ausbildungszeit verringert wird. Die Teilzeitregelung kann sich dabei auch nur auf einen bestimmten Zeitraum beschränken oder erst nach Ausbildungsbeginn durch Vertragsänderung vereinbart werden. Hinzu kommen Angaben, die auch bei einem Vollzeit-Ausbildungsvertrag enthalten sein müssen, etwa Gliederung, Ziel der Berufsausbildung, Beginn und Dauer.
Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Ausbildungsvergütung angemessen ist.

abi» 10.09.2020

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