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Technische und persönliche Unterstützung auf einen Blick

Zwei Hände, die einen Rollstuhl schieben. Schemenhaft ist der Rollstuhlfahrer zu erkennen.
Du sitzt im Rollstuhl? Das Reha-Team deiner örtlichen Agentur für Arbeit und die Integrationsfachdienste beraten dich, wie du deinen Weg in eine Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt findest.
Foto: Axel Jusseit

Ausbildung mit Behinderungen – Checkliste

Technische und persönliche Unterstützung auf einen Blick

Von technischen Hilfsmitteln bis zur Assistenz – für Auszubildende mit Behinderungen gibt es zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten. Das gilt für die Arbeit im Betrieb genauso wie für den Unterricht in der Berufsschule. abi» hat einige wichtige im Überblick zusammengestellt und verrät dir, an wen du dich wenden musst.

Beratung und Infos

Welcher Beruf ist für mich der richtige? Die Antwort auf diese Frage ist nicht immer einfach und eindeutig. Um Hilfe bei der beruflichen Orientierung und Informationen zu möglichen Unterstützungsangeboten für Menschen mit Behinderungen zu erhalten, sind die Berater des Reha-Fachteams der Agentur für Arbeit vor Ort der richtige Ansprechpartner für dich. Eine Agentur in deiner Nähe, bei der du einen Beratungstermin vereinbaren kannst, findest du unter www.arbeitsagentur.de. Integrationsfachdienste vor Ort beraten schwerbehinderte Menschen grundsätzlich zur Teilhabe am Arbeitsleben. Deinen Integrationsfachdienst vor Ort findest du über die Seite der Integrationsämter.

Einstiegsqualifizierung

Hast du Schwierigkeiten, einen Ausbildungsplatz zu finden, kann ein Praktikum in einem Betrieb eine Möglichkeit sein, den Arbeitgeber von deinen Stärken zu überzeugen und zu testen, ob der von dir gewählte Beruf zu dir passt. Die Bundesagentur für Arbeit bietet geförderte Praktika als Einstiegsqualifizierung (EQ) an. Die Einstiegsqualifizierung kann sechs bis zwölf Monate dauern und dient der Vermittlung von Grundkenntnissen und Grundfertigkeiten in einem Betrieb. Fragen zu dieser Qualifizierung beantwortet dir gern das Reha-Team der Agentur für Arbeit.

Nachteilsausgleich

Nach dem Gesetz haben Azubis mit Behinderungen einen Anspruch auf Nachteilsausgleich, um dem Unterricht folgen und die Prüfungen meistern zu können. Das können Regelungen, wie längere Prüfungszeiten, mehr Pausen oder die Zulassung von technischen Hilfsmitteln sein. Ausführliche Informationen zum Nachteilsausgleich bietet das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Beantragt wird der Nachteilsausgleich bei der zuständigen Kammer.

Technische Arbeitshilfen

Um Beeinträchtigungen auszugleichen, fördert die Bundesagentur für Arbeit für Auszubildende mit Behinderungen außerdem technische Arbeitshilfen, die am Arbeitsplatz installiert werden. Das können Rampen oder Treppenlifte für barrierefreien Zugang, spezielle Computerprogramme oder Sitzhilfen sein. Darüber informieren die Reha-Berater deiner örtlichen Agentur für Arbeit. Basisinformationen findest du unter www.rehadat-hilfsmittel.de.

Arbeitsassistenz

Bei einer schweren Einschränkung, etwa einer Sinneseinschränkung, kann eine Arbeitsassistenz erforderlich sein. Das können beispielsweise Gebärdendolmetscher oder Vorleser sein. Die Assistenten führen Hilfstätigkeiten aus, um Auszubildenden ihre fachliche Arbeit zu ermöglichen. Den Antrag auf Arbeitsassistenz stellst du bei deinem zuständigen Integrationsamt vor Ort, das die Leistung prüft und bezahlt.

Begleitete Ausbildung

Brauchst du grundsätzlich Unterstützung, bietet die Bundesagentur für Arbeit die begleitete betriebliche Ausbildung (bbA) an. Dein Ausbildungsbetrieb und du erhalten kostenlose Beratung, Nachhilfe und Begleitung während der gesamten Ausbildungszeit.

Ausbildungsbegleitende Hilfen

Bei Problemen in der Ausbildung, wie Schwierigkeiten mit dem Lernstoff, schlechten Noten oder Ärger mit dem Ausbilder unterstützen die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) der Bundesagentur für Arbeit. Bevor es zum Ausbildungsabbruch kommt, findest du hier kostenlose Hilfe bei der Prüfungsvorbereitung, Nachhilfe oder sozialpädagogische Unterstützung zur Vermittlung bei Gesprächen.

Zuschüsse für den Arbeitgeber

Die Bundesagentur für Arbeit kann Arbeitgebern Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung während der gesamten Ausbildungszeit zahlen, wenn die Ausbildung sonst nicht möglich ist. Die Höhe des Zuschusses ist abhängig von Art und Schwere der Behinderungen. Wenn die Ausbildung bereits abgeschlossen wurde, kann, sofern der Azubi vom Betrieb übernommen wird, für ein Jahr ein Eingliederungszuschuss genehmigt werden.

Berufsbildungswerke

Ist es für dich trotz der Hilfen nicht möglich, eine Erstausbildung in einem Betrieb zu absolvieren, können ganze oder Teile der Ausbildungsqualifikation in einem Berufsbildungswerk (BBW) erworben werden. Hier gibt es für die verschiedenen Beeinträchtigungen geschultes Personal und entsprechende Fachdienste. Finanziert werden die Berufsbildungswerke hauptsächlich durch die Bundesagentur für Arbeit.

abi>> 11.10.2019