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Ausbildungen mit Gold, Edelsteinen & Co.

Gold und Glanz

Abiturient*innen, die sich für eine Arbeit mit Edelmetallen, Uhren und Schmuck interessieren, finden sowohl im Handwerk als auch im Handel verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten. Für einige davon werden jedoch jedes Jahr nur wenige Plätze angeboten.

Vitrine in einem Juweliergeschäft.

Für Abiturient*innen, die mit Edelmetallen, Uhren und Schmuck arbeiten wollen, gibt es verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten.

Am Ende des Tages etwas in den Händen halten, das man selbst gestaltet hat: Ein befriedigendes Gefühl, das wohl viele Menschen kennen, die handwerklich arbeiten. Für Lena Büscher ein Grund, warum sie sich für die Ausbildung zur Goldschmiedin entschieden hat. „Außerdem liebe ich den Kontrast: Auf der einen Seite führe ich sehr filigrane Arbeiten aus, wenn ich zum Beispiel per Hand winzig kleine Buchstaben oder Symbole aussäge, die später auf ein Schmuckstück gesetzt werden“, erzählt die 21-Jährige. „Auf der anderen Seite gehört auch das Schmieden dazu, das Kraft erfordert und wo man auch mal richtig draufhauen muss.“

Arbeiten mit kostbaren Materialien

Schon im Altertum übten Edelsteine und Edelmetalle wie Gold und Silber eine große Faszination auf die Menschen aus. Und noch immer werden viele Schmuckstücke aus Gold gefertigt und mit Edelsteinen versehen. Zwischen 2005 und 2019 lag das Marktvolumen für Uhren und Schmuck in Deutschland bei rund 4,8 Milliarden Euro (Quelle: Statista). Es handelt sich also durchaus um ein attraktives Berufsfeld mit einer Reihe von Ausbildungsmöglichkeiten. „Die wohl bekannteren sind Goldschmied und Uhrmacher“, sagt Andreas Masermann, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Pirna. Die Zahl der Auszubildenden ist jedoch überschaubar. Deutschlandweit starten jährlich rund zweihundert Goldschmied*innen und einhundert Uhrmacher*innen ihre Ausbildung. „Die Ausbildungen können in Handwerksmeisterbetrieben, in der Industrie oder auch in Berufsfachschulen absolviert werden“, erklärt der Berufsberater.

Während Goldschmied*innen in der handwerklich geprägten Ausbildung lernen, Schmuckstücke individuell zu entwerfen, steht in der Industrie die Massenproduktion im Fokus. Uhrmacher*innen in Handwerksbetrieben prüfen, reparieren und warten mechanische und elektronische Klein- und Großuhren. Außerdem stellen sie Zeitmessgeräte aller Art her. In der Industrie werden Uhren maschinell sowie in Serie hergestellt. Hier fertigen Uhrmacher*innen Einzelteile für Klein- und Großuhren an, programmieren und bedienen CNC-Maschinen und überwachen die Produktion.

Handwerkliches Geschick und Konzentrationsfähigkeit

Sowohl Goldschmied*innen als auch Uhrmacher*innen widmen sich hauptsächlich der praktischen Arbeit an Schmuckstücken und Uhren. „Sie benötigen eine gute Auge-Hand-Koordination, räumliches Vorstellungsvermögen, Beobachtungsgenauigkeit sowie Geduld und Konzentrationsfähigkeit“, fasst Andreas Masermann die Anforderungen zusammen. „Der Umgang mit wertvollen Materialien erfordert zudem große Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein.“ Für Goldschmied*innen sind außerdem Kreativität, zeichnerische Fähigkeiten und Sinn für Ästhetik wichtige Voraussetzungen, um im Beruf erfolgreich zu sein. Uhrmacher*innen benötigen ein gutes technisches Verständnis.

Abiturient*innen, denen das Handwerk weniger liegt, die sich aber für Entwurf und Design interessieren, können beispielsweise einen Studiengang in „Gold- und Silberschmieden“ wählen, wie ihn etwa die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg anbietet. Wer seinen Fokus auf Beratung und Verkauf legen möchte, ist in der Ausbildung zum*zur Einzelhandelskaufmann*kauffrau, beispielsweise in einem Juweliergeschäft, gut aufgehoben. Einige Geschäfte bieten sogar eine spezielle Abiturient*innenausbildung an, mit der die Auszubildenden bereits nach drei Jahren den Abschluss zum*zur Handelsfachwirt*in in den Händen halten.

Viele Interessenten, wenige Ausbildungsplätze

Passende Ausbildungsangebote im Bereich Schmuck und Edelsteine listen die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit oder die Lehrstellenbörsen der Handwerkskammern sowie der Industrie- und Handelskammern. „Allerdings gibt es deutlich weniger Angebote als interessierte Bewerber“, gibt der Berufsberater zu bedenken. „Nicht alle Ausbildungsplätze sind auch in den Portalen ausgeschrieben.“ Deshalb sei es ratsam, mit einer initiativen Bewerbung direkt an die Ausbildungsbetriebe heranzutreten.
Weniger bekannte Ausbildungsberufe im Bereich Schmuck und Edelsteine sind zum Beispiel Vergolder*in, Silberschmied*in, Edelsteinfasser*in, Edelsteinschleifer*in und Feinpolierer*in. „In diesen exotischeren Berufen fällt das Lehrstellenangebot nochmal deutlich geringer aus. Hier sind es jährlich weniger als zehn Ausbildungsneuabschlüsse“, sagt Andreas Masermann. „Diese Ausbildungen erfordern besondere Fähigkeiten, in denen man sich vorher ausprobieren sollte. Die Unternehmen achten nicht in erster Linie auf Noten – die Bewerberinnen und Bewerber müssen mit Befähigungen und Interessen überzeugen, die für den jeweiligen Beruf erforderlich sind.“ Diese können zum Beispiel mit vorherigen Praktika unter Beweis gestellt werden.

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Die BERUFSFELD-Informationen der Bundesagentur für Arbeit enthalten Reportagen aus den Reihen Ausbildung, Weiterbildung und Studium.

https://berufsfeld-info.de

BERUFENET

Zu jeder Berufsbezeichnung liefert die Suchmaske der Bundesagentur für Arbeit Informationen zu entsprechenden Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten und Berufsperspektiven.

www.berufenet.arbeitsagentur.de

BERUFE TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit gibt Einblick in viele verschiedene Berufe.

www.berufe.tv

KURSNET

Mit Hilfe der Suchfunktion finden sich Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in ganz Deutschland.

https://kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Jobsuche

In der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit finden sich auch freie Ausbildungsplätze.

arbeitsagentur.de/jobsuche

App „BERUFE Entdecker“

Mit der „BERUFE Entdecker“-App der Bundesagentur für Arbeit kann man eine Favoritenliste aus hunderten Ausbildungsberufen zusammenstellen und sich zu den Arbeitsbereichen informieren, die einen besonders interessieren.

https://entdecker.biz-medien.de/

Bundesverband der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte e.V. (BVJ)

Der Verband vertritt den Einzelhandel der Branche und informiert auf seiner Webseite auch über Ausbildungsmöglichkeiten in der Schmuck-, Uhren- und Edelsteinbranche.

www.bv-juweliere.de

Nachwuchskampagne Uhrmacher „Wie tickst du?“

Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten als Uhrmacher bietet der Zentralverband für Uhren, Schmuck und Zeitmesstechnik.

www.wie-tickst-du.de

abi» 12.10.2020

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