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Ausbildungen rund um Gesundheit

Gesundheit in all ihren Facetten

Berufe rund um die Gesundheit werden in erster Linie mit der Arbeit in Krankenhäusern und Arztpraxen in Verbindung gebracht. Doch umfassen diese nur einen Teil der beruflichen Einsatzmöglichkeiten für Auszubildende in der Gesundheitsbranche.

Das Foto zeigt einen Teller mit Obst und Gemüse.

Die Einsatzmöglichkeiten in der Gesundheitsbranche sind vielfältig.

Mittlerweile befindet sie sich im dritten Ausbildungsjahr und ist sehr glücklich über ihre Wahl: „Ich habe mich für einen Pflegeberuf entschieden, weil er so facettenreich ist. Man ist nah am Menschen und muss immer auf dem neuesten medizinischen Stand sein.“

Pflegefachkraft und Seelentrösterin

Ein Porträtfoto von Jacqueline Berth.

Jacqueline Berth

Zu Jaqueline Berths regelmäßigen Aufgaben gehören unter anderem, die Vitalzeichen der Patienten zu messen, sowie die Kontrolle und Abgabe von Medikamenten. „Wir Pflegekräfte unterstützen die Patienten auch bei den Aktivitäten des täglichen Lebens und sind dabei genauso Seelentröster“, schildert sie. Besonderes Feingefühl zeigt sie bei den Prophylaxen. „Je nachdem, welche Schwierigkeiten ein Patient hat und welche Pflege er konkret benötigt, kann das zum Beispiel eine Mobilisierung aufgrund einer Thrombosegefahr sein oder eine atemstimulierende Einreibung bei einer Pneumonie – also Lungenentzündung“, erklärt sie. Bevor sie diese Aufgaben durchführt, entwickelt sie eine individuelle Pflegeplanung für jeden Patienten und evaluiert diese, um sicherzugehen, dass es wirklich die optimale Behandlung ist.

Nach Abschluss ihrer schulischen Ausbildung stehen ihr viele Möglichkeiten offen. „Ich könnte mich zum Beispiel zur Intensivpflegerin oder Wundmanagerin weiterbilden. Auch ein berufsbegleitendes Studium könnte ich mir vorstellen, etwa Pflegewissenschaften, Pflegemanagement oder Pflegepädagogik.“

Neuer generalistischer Pflegeberuf

Um jungen Auszubildenden einen noch umfassenderen Einblick in die verschiedenen Tätigkeiten von Pflegefachkräften zu geben, wurde im Januar 2020 der Ausbildungsberuf Pflegefachmann/-frau eingeführt. Er bündelt die bisherigen Ausbildungen zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, zum Altenpfleger sowie zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Die Auszubildenden lernen in drei Jahren alle Pflegebereiche kennen, können sich später spezialisieren und erhalten einen europaweit anerkannten Abschluss.

Natürlich ist die Pflege nur ein kleiner Teil innerhalb des gesamten Spektrums der Gesundheitsberufe. „Das Berufsfeld Gesundheit umfasst viele verschiedene Teilbereiche: Pflege, Therapie, Labor/Forschung, Medizin- und Rehatechnik, Ernährung sowie Gesundheitswirtschaft und -verwaltung“, fasst Beate Nowak-Possél, Berufsberaterin bei der Arbeitsagentur Frankfurt, zusammen.

Teilbereich Therapie

Ein Portrtätfoto von Beate Nowak-Possél.

Beate Nowak-Possél

Im Teilbereich Therapie, der vor allem die Behandlung von Patienten umfasst, ist die Ausbildung zum/zur (Zahn-)Medizinische/n Fachangestellte/n zu nennen. Die Absolventinnen und Absolventen werden in allen erdenklichen Facharztpraxen gesucht. Dort assistieren sie bei Behandlungen, kümmern sich um Patienten und organisieren Praxisabläufe. „Wer im Operationssaal arbeiten möchte, könnte sich über eine Ausbildung zum Operationstechnischen Assistenten oder zur Anästhesietechnischen Assistentin informieren.“ Für alle, die im Rettungsdienst arbeiten möchten, bietet sich vor allem die Ausbildung zum/zur Notfallsanitäter/in an.

„Außerdem wäre da noch die Physiotherapie als Bewegungstherapie mit diversen Weiterbildungsmöglichkeiten“, sagt Beate Nowak Possél und nennt zum Beispiel Reittherapie (Hippotherapie), die vor allem bei Menschen angewendet wird, deren zentrales Nervensystem erkrankt ist oder deren Bewegungsapparat mobilisiert werden soll. „Die Ergotherapie, Arbeits- und Beschäftigungstherapie sind ebenfalls spannende Berufe für alle, die sich für Therapie interessieren und dabei helfen wollen, dass Patienten ihre physischen, neurologischen und psychischen Fähigkeiten verbessern“, ergänzt die Berufsberaterin. Angehende Auszubildende, die Menschen mit Sprechschwierigkeiten unterstützen möchten, sollten sich wiederum die Logopädie näher anschauen.

Mit Technik oder im Labor arbeiten

Wer sich zusätzlich für kaufmännische Aspekte interessiert, findet Einsatzmöglichkeiten in diversen Fachgeschäften. „Zu den häufigen Ausbildungsberufen gehören hierbei unter anderem Augenoptiker und Hörakustikerin“, sagt die Berufsberaterin. Doch auch Orthopädietechnik-Mechaniker/innen sind in entsprechenden Fachgeschäften tätig. Bei allen Ausbildungen bietet eine anschließende Meister-Weiterbildung eine zusätzliche Qualifizierung.

Für eher naturwissenschaftlich Interessierte bieten Ausbildungsberufe im Labor spannende Berufsmöglichkeiten. In diesen Teilbereich fallen etwa Berufe wie der Medizinisch-technische Assistent, die Physiklaborantin oder der Zahntechniker.

Gesundheit im Amt und in der Verwaltung

Wen vor allem Zahlen begeistern, könnte sich für eine Ausbildung im Bereich Gesundheitswirtschaft oder -verwaltung entscheiden. Auch hierzu hat Beate Nowak-Possél einige Beispiele parat: „Kaufleute im Gesundheitswesen sind beispielsweise in Kliniken und bei Krankenkassen gefragt. Weitere Ausbildungsberufe sind Sozialversicherungsfachangestellte, Fachangestellte für Medien und Informationsdienste der Fachrichtung Medizinische Dokumentation sowie Gesundheitsaufseher beziehungsweise Hygienekontrolleure. Diese Ausbildung wird bei den Gesundheitsämtern angeboten. Die Absolventen prüfen zum Beispiel die Einhaltung von Hygienevorschriften und Maßnahmen der Seuchenverhütung in Restaurants, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Gebäuden. (Mehr Infos zu ausgewählten Gesundheitsberufen gibt es in der Übersicht.)

Gute Zeiten für Fachkräfte

„In fast allen medizinischen und nicht-medizinischen Berufen sind Fachkräfte gesucht“, sagt Claudia Suttner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. „Insgesamt gingen 2019 653.000 Personen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in der Arzt- und Praxishilfe nach, 248.000 in Berufen der nicht ärztlichen Therapie und Heilkunde und 129.000 in der Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik.“ Weitere 18.000 Personen seien in Ernährungsberatung und Wellness tätig sowie 9.000 in der medizinischen Dokumentation.

Durchschnittlich waren 2019 in allen ausgewählten Berufen, außer in der medizinischen Dokumentation, mehr Stellen gemeldet als im Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit war in allen Berufen rückläufig. Bei den medizinischen Assistenzkräften, Therapeuten und Medizintechnikern lag die Arbeitslosenquote bei unter zwei Prozent. „Angesichts der älter werdenden Bevölkerung, dank des medizinischen Fortschritts und dem zunehmenden Gesundheitsbewusstsein stehen die Zukunftschancen in einem Gesundheitsberuf gut“, ist die Expertin sicher.

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Das Informationsportal der Bundesagentur für Arbeit zeigt Berufswelten im Überblick. Zur Auswahl stehen Studium, Ausbildung und Weiterbildung.

berufsfeld-info.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchworte: z.B. Gesundheit, Pflege, Therapie)

berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Ausbildungen suchen.

kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Verband medizinischer Fachberufe (vmf)

vmf-online.de

abi» 31.07.2020

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