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Ausbildungsberufe rund ums Geld

Beraten, versichern, finanzieren

Ohne Moos nix los – vieles dreht sich im Alltagsleben um Geld: Wieviel hat man, wieviel braucht man und woher bekommt man es? Wer sein Geld gerne mit Geld verdienen möchte, ist bei Banken, Versicherun-gen und Finanzdienstleistungsunternehmen gut aufgehoben.

Zwei Hände die ein Bündel 50 Euro Scheine auffächern

Es geht ums Geld - aber auch über Eigenverantwortung, Entscheidngsfähigkeit und Problemlösungskompetenzen sollten Azubis verfügen.

„Geld und Finanzen interessieren mich sehr“, sagt Alina Reichenwallner. Die 19-Jährige macht derzeit eine Ausbildung zur Finanzassistentin bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Bei ihr landen etwa Bausparverträge zur Finanzierung eines Hauses oder für den Kauf einer Wohnung. Wie man Bauspar- und Darlehensanträge bearbeitet oder Immobilien bewertet, lernt sie aktuell in ihrer Ausbildung. Auch im Kundencenter war sie bereits im Einsatz. „Die Büroarbeit gefällt mir, und der Kundenkontakt ist sehr interessant. Die Schalterarbeit in einer Bank wäre aber nicht so geeignet für mich gewesen, daher habe ich mich bei meiner Ausbildung für eine Bausparkasse entschieden.“

Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Alternativ hätte Alina Reichenwallner ihr Interesse für Geld, neben einer Bank oder einer Bausparkasse, bei einer Versicherung, im Bereich Investment oder Steuern sowie bei Behörden wie dem Finanzamt oder der Bun-desbank einbringen können. Konkurrenz bekommen klassische Kreditinstitute und Versicherer zunehmend von Start-ups aus dem Fintech-Bereich, der Technologien verwendet, um finanzielle Aktivitäten zu verbessern.
„Die Premium-Ausbildung in der Finanzbranche ist nach wie vor aber die für Bankkaufleute“, weiß Jutta Gentsch, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Stuttgart. Bei den Versicherungen sind es die Kaufleute für Versiche-rungen und Finanzen, in der Immobilienbranche die Im-mobilienkaufleute. „Weniger bekannt und verbreitet ist der Beruf der Investmentfondskaufleute“, erklärt die Beraterin. „Aber in der Investmentbranche ist ein Studium sowieso meist die bessere Wahl für eine Karriere.“ Eine andere Möglichkeit, schneller auf der Karriereleiter aufzusteigen, sind Zusatzqualifikationen speziell für Abiturient*innen, etwa zum*zur Finanz- oder Immobilienassistent*in. „Außerdem kann man sich zum Fachwirt oder zur Fachwirtin für Bank, Finanzberatung, Finanzierung und Leasing oder Versicherungen und Finanzen weiterbilden“, erläutert Jutta Gentsch. „Oder man macht seinen Abschluss als Betriebswirt an einer Fachakademie oder nimmt nach der Ausbildung noch ein Studium auf.“ Doch auch schon während der Ausbildung können Interessierte ein duales oder ausbildungsintegriertes Studium beginnen, beispielweise BWL-Bank.

Jutta Gentsch

Egal für welchen Beruf rund um Kapitalanlagen man sich entscheidet: Eigenverantwortung, Entscheidungsfähigkeit und Problemlösungskompetenzen sind wichtige Eigenschaften für Auszubildende. „Immer wichtiger werden zudem soziale Kompetenzen“, erläutert Jutta Gentsch. „Die Kundenberatung nimmt eine zentrale Bedeutung in der Finanzbranche ein.“ Für den Vertrieb sollte man zudem Verkaufstalent mitbringen. Darüber hinaus nimmt die Digitalisierung in der Branche zu: „Automatisierte Prozesse, digitale Kommunikationswege, Kunden, die möglichst viel online erledigen möchten: Auszubildende sollten sich für neue Techniken und digitale Tools interessieren“, betont die Berufsberaterin.

Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt

Die Digitalisierung hat aber auch dafür gesorgt, dass die Beschäftigungszahl in der Finanzbranche merklich zurückgegangen ist – bei den Bankkaufleuten etwa um sieben Prozent, beziehungsweise 57.000 Stellen, seit 2013, so die Statistik der Bundesagentur für Arbeit. „Im Gegenzug gibt es bei Finanzanalysten und Finanzberatern einen Beschäftigungszuwachs“, sagt Ralf Beckmann, Arbeitsmarktexperte bei der Bundesagentur für Arbeit. „Trotz des Digitalisierungsdrucks ist Arbeitslosigkeit sehr selten. Die Arbeitslosenquote signalisiert in Bank- und Versicherungsberufen mit 1,0 Prozent Vollbeschäftigung.“

Rund 725.000 Menschen waren 2019 sozialversicherungspflichtig als Bankkaufleute, Versicherungskaufleute und in anderen Berufen im Bereich Versicherungs- und Finanzdienstleistungen beschäftigt. „Sie verkaufen Finanzprodukte wie Aktien, Fonds oder Kredite, kümmern sich um Baufinanzierungen und steuerliche Auswirkungen“, nennt Jutta Gentsch klassische Einsatzgebiete in Banken. In Versicherungsgesellschaften analysieren sie die Lebenssituation ihrer Kunden und beraten sie zu den Versicherungsprodukten und zum Vermögensaufbau. „Auch wenn sich der Kunde verändert, weil er heute dank des Internets viel besser informiert ist als früher, ist es nach wie vor Aufgabe der Beschäftigten in den Finanzunternehmen, Vertrauen zum Kunden aufzubauen, wenn es ums Geld geht.“

Info

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung.
berufsfeld-info.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild
berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Ausbildungen suchen.
kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

https://www.voeb.de

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. GDV

https://www.gdv.de

Deutscher Bankangestellten-Verband e.V. (DBV)

https://www.dbv-gewerkschaft.info

Stand: abi» 14.12.2020

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