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Statements zum Bachelor/Master Professional

Begeisterung und Kritik

Die Titel Bachelor Professional und Master Professional werden von den Kammern begrüßt, Der Verband der Ingenieure und die Hochschulrektorenkonferenz hingegen kritisieren diese Neuerung. abi» hat einige zentrale Positionen zusammengetragen.

Ein leerer Hörsaal.

Die Begriffe Bachelor und Master wurden bisher eindeutig mit dem akademischen Bildungsweg assoziiert.

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

„Die berufliche Bildung in Deutschland gehört zu den erfolgreichsten Qualifizierungssystemen weltweit. Mit der BBiG-Novelle werden wir ihre Attraktivität weiter steigern. Das sichert die Fachkräfteausbildung in unserem Land. Die berufliche Bildung bietet jungen Menschen hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten. Die Entscheidung zwischen beruflicher Aus- und Fortbildung oder Studium ist keine Frage eines Mehr oder Weniger. Es ist eine Auswahl zwischen zwei gleichwertigen Wegen zum beruflichen Erfolg.“

Anja Karliczek, Bundesbildungsministerin
(Pressemitteilung 049/2019, 15. Mai 2019)

Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

„Berufsspezialist, Bachelor Professional und Master Professional: Diese neuen Abschlussbezeichnungen sind ein wichtiges und richtiges Signal. Sie unterstreichen die Praxisnähe und besonderen Fähigkeiten von Menschen mit Höherer Berufsbildung. Klare Bezeichnungen nützen auch den Unternehmen, die weiterhin beruflich qualifizierte Fachkräfte suchen. Bachelor und Master Professional machen gerade gegenüber Jugendlichen deutlich, dass ein Qualifizierungsweg in der Beruflichen Bildung eine gleichwertige und praxisnahe Alternative zum Studium darstellt.“

Dr. Oliver Heikaus, Bereichsleiter Weiterbildung und Geschäftsführer der DIHK-Bildungs-GmbH

Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI)

„Die neuen Fortbildungsbezeichnungen ‚Bachelor Professional‘ und ‚Master Professional‘, die übrigens nur in Deutschland vergeben werden, werden nicht die vom Gesetzgeber beabsichtigten Transparenz bringen. Im Gegenteil: Sie führen zu Verwirrung, denn die Begriffe ‚Bachelor‘ und ‚Master‘ werden in Deutschland eindeutig mit dem akademischen Bildungsweg assoziiert. Auch europaweit werden Bachelor und Master ausschließlich von Hochschulen vergeben. Damit sind im internationalen Kontext Missverständnisse zu Lasten von Absolventinnen und Absolventen sowie Unternehmen vorprogrammiert. Der VDI lehnt daher die neuen Bezeichnungen klar ab.“

Dieter Westerkamp, Bereichsleiter Technik und Gesellschaft im VDI

Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

„Absolventen der Höheren Berufsbildung stehen auf Augenhöhe mit akademisch Qualifizierten. Diese Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung verdeutlichen die Abschlussbezeichnungen ‚Bachelor Professional‘ und ‚Master Professional‘. Sie signalisieren dem Arbeitsmarkt: Diese Absolventen sind in ihrem Beruf auf höchstem Niveau qualifiziert – auch für Fach- und Führungsaufgaben. Im Ausland verdeutlichen sie, was sich hinter der deutschen Qualifikation verbirgt. Das fördert auch die internationale Mobilität von beruflich Gebildeten.“

Hans Peter Wollseifer, Präsident ZDH

abi» 16.10.2020

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