Mit viel Empathie flexibel bleiben

Junger Krankenpfleger hilft einer Patientin mit einer Gehhilfe bei Wiedererlernen des Gehens.
Auf dem Stundenplan stehen unter anderem Fächer wie Anatomie, Physiologie, rechtliche Grundlagen im Krankenhaus und Kommunikationstechniken.
Foto: Julien Fertl

Gesundheits- und Krankenpfleger

Mit viel Empathie flexibel bleiben

Nach dem Abitur wusste Julius Falkenberg (20) noch nicht so recht, was er werden will. Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) brachte ihn auf die Idee, eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger zu absolvieren. Inzwischen ist er im zweiten Lehrjahr und profitiert von seinem Vorwissen.

Die Arbeit mit Menschen in einem medizinischen Umfeld hat mir super gefallen, daher habe ich mich für eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger beworben“, erinnert sich Julius Falkenberg. Seine Ausbildung macht er im Centrum für Pflegeberufe am Klinikum Nürnberg. Mittlerweile ist er im zweiten Lehrjahr. „In meiner Ausbildung wechseln sich Praxiseinsätze mit zwei- bis sechswöchigen Phasen an der Berufsschule ab“, erklärt er.

In der Praxis lernen die Auszubildenden viele verschiedene Bereiche kennen. Der Nürnberger hat bereits in der Unfallchirurgie im Klinikum gearbeitet, im ambulanten Pflegedienst der Diakonie, in der Inneren Medizin in einem Krankenhaus und in der Herzchirurgie. Demnächst sind Einsätze in der Gynäkologie oder der Geburtshilfe sowie in einer Psychiatrischen Abteilung geplant. Auch die Notaufnahme und der OP-Bereich stehen auf dem Praxisprogramm. „So bekommen wir einen guten Überblick über die Abläufe in den verschiedenen Abteilungen in einem Krankenhaus“,  erläutert er.

Pflegetechniken und Anatomie

Ein Porträt-Foto von Julius Falkenberg

Julius Falkenberg

Foto: privat

Dank seines Freiwilligen Sozialen Jahres kannte sich Julius Falkenberg schon ein wenig mit pflegerischen Aufgaben aus, trotzdem wurde er nicht ins kalte Wasser geworfen. „Anfangs bin ich mit einem erfahrenen Pfleger mitgegangen, der mir alles gezeigt und erklärt hat“, erinnert er sich an den Beginn seiner Ausbildung. „Nach und nach wurde ich selbstsicherer und konnte die Patienten dann selbst versorgen.“

Auch in den Theoriephasen lernt er Pflegetechniken kennen: wie man Patienten richtig lagert, wie man sie beim Waschen unterstützt oder sie so hebt, dass es für den Pfleger möglichst einfach ist. „Das macht die Arbeit auf der Station natürlich leichter“, findet Julius Falkenberg. Darüber hinaus stehen Fächer wie Anatomie, Physiologie, rechtliche Grundlagen im Krankenhaus und Kommunikationstechniken auf dem Stundenplan. „Wir kommunizieren schließlich den ganzen Tag: mit den Patienten, den Ärzten, den Angehörigen, den Pflegekollegen – da muss man sich immer wieder auf andere Menschen einstellen.“

Mit einem guten Zeitmanagement für die Menschen da sein

Der Auszubildende achtet darauf, dass er sich seine Zeit gut einteilt, sodass zwischendurch auch mal ein Gespräch mit den Patienten oder die Erfüllung eines besonderen Wunsches möglich ist. „Das Gefühl, gut aufgehoben zu sein, hilft oft mehr als Medikamente und Behandlungen“, ist der angehende Gesundheits- und Krankenpfleger überzeugt. Deshalb brauche man für diesen Beruf viel Empathie. „Man muss sich in die Menschen hineinversetzen können und ihre Bedürfnisse erkennen. Manchmal gibt es auch unschöne Situationen, etwa wenn es einem Patienten schlechter geht oder er sogar verstirbt“, sagt Julius Falkenberg. „Dann braucht man eine professionelle Distanz, damit einem das nicht zu nahegeht.“

Je nach Einsatzplan arbeitet Julius Falkenberg im Früh- oder im Spätdienst, ab der zweiten Hälfte der Ausbildung steht hin und wieder auch der Nachtdienst an. „Auch an den Wochenenden müssen wir manchmal arbeiten, denn ein Krankenhaus funktioniert rund um die Uhr. Dafür haben wir dann auch mal unter der Woche frei“, merkt er an. Für die Schichtdiensteinsätze müsse man seine Freizeit im Voraus gut planen. Trotz guter Planung sei es aber wichtig, als Gesundheits- und Krankenpfleger flexibel zu bleiben, denn Unvorhergesehenes könne immer passieren.

Gute Vorbereitung für ein medizinisches Studium

Was Julius Falkenberg nach seiner Ausbildung machen will, steht noch nicht fest. „Ich überlege, ein Fach aus dem Gesundheitsbereich zu studieren. Da gibt es ja vom Pflegemanagement bis zur Medizin eine riesige Bandbreite.“ Er findet es auf jeden Fall gut, durch die Ausbildung die Praxis hautnah kennenzulernen. „Die Pflege ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, die auch für mich als Abiturient sinnvolle Perspektiven bietet.“

So kann ein Arbeitstag aussehen >>

 

Tagesablauf Gesundheits- und Krankenpfleger

So kann ein Arbeitstag aussehen

Julius Falkenberg absolviert eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Für abi» beschreibt er, wie ein typischer Ausbildungstag in der Unfallchirurgie aussieht.

6:00 Uhr:

Der Frühdienst beginnt. Die Pfleger aus der Nachtschicht machen die Übergabe, damit Julius Falkenberg und seine Kollegen wissen, was in der Nacht passiert ist.

6:15 Uhr:

Der Auszubildende geht durch die Station und prüft bei den Patienten die Vitalzeichen: Er misst Blutdruck, Puls und Körpertemperatur und erkundigt sich nach dem allgemeinen Befinden.

7:00 Uhr:

Julius Falkenberg begleitet die Ärzte auf Visite. So weiß er schnell, ob demnächst zum Beispiel eine Operation ansteht oder ob er sonst etwas Besonderes bei den Patienten auf seiner Station beachten muss.

7:45 Uhr:

Die Pfleger und die Azubis teilen das Frühstück aus und helfen Patienten, die nicht alleine essen können.

9:30 Uhr:

Nach einer eigenen Frühstückspause unterstützt Julius Falkenberg Patienten, die seine Hilfe brauchen – etwa beim Waschen, beim Einnehmen der Medikamente, oder er wechselt Verbände.

11:30 Uhr:

Zur Mittagszeit gehen die Pfleger und die Azubis erneut in alle Zimmer und teilen das Essen aus. Anschließend ist Zeit, die Pflegeberichte für jeden Patienten zu erstellen und zu dokumentieren, was gemacht wurde.

13:30 Uhr:

Es erfolgt die Übergabe an den Spätdienst, und Julius Falkenberg kann Feierabend machen.

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Stand: 29.02.2020