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Bauzeichner

Überblick über viele Bauaufgaben behalten

In seiner Ausbildung zum Bauzeichner bei der HI Bauprojekt GmbH in Jena ist Paul Wagner (25) bereits an verschiedenen Projekten beteiligt. Gemeinsam mit seinen Kollegen arbeitet er überwiegend an Bürogebäuden oder Produktionsstätten.

Das Foto zeigt ein Papier mit einem Grundriss. Zwei Hände halten das Papier, dazu liegt ein Lineal auf dem Papier. Das Lineal ist ein sogenanntes "Architektenlineal", denn es ist nicht zweidimensional, sondern Peacezeichen Förmig. Auf jeder der sechs Seiten sind verschiedene Einheiten, die beim Zeichnen unterstützen.

Lagepläne, Grundrisse, Ansichten oder Schnitte von Gebäuden – bei Bauzeichnungen muss jedes Detail veranschaulicht werden.

Obwohl Paul Wagner aus einer Architektenfamilie stammt, kam er erst auf Umwegen zu seinem Ausbildungsberuf. Nach einem Praktikum bewarb er sich in seinem jetzigen Ingenieurbüro und erhielt den Ausbildungsplatz. „Ich bin unglaublich zufrieden“, freut sich der 25-Jährige. Mittlerweile befindet er sich im zweiten Lehrjahr. Sein Ausbildungsbetrieb realisiert überwiegend industrielle Großprojekte und bietet alle drei Fachbereiche an, auf die sich Bauzeichner in ihrer Ausbildung spezialisieren können: Ingenieurbau, Hochbau (Architektur), Tiefbau (Tief-, Straßen- und Landschaftsbau). Paul Wagner ist im Hochbau angestellt.

Sorgfalt und Präzision

Ein Portät Foto des Protagonisten. Seine Arme = verschränkt.

Paul Wagner

Die erste große Herausforderung in der Ausbildung war für den 25-Jährigen, sich mit den im Ingenieurbüro verwendeten Zeichenprogrammen AutoCAD und Revit vertraut zu machen. „Am Anfang musste ich erst einmal verstehen, was sie können und wann man welche Befehle benutzt“, erinnert sich Paul Wagner. „Ich habe mir dann ein Lehrbuch genommen und einfach geübt. Anschließend habe ich bestehende Pläne abgezeichnet und wurde so nach und nach sicherer. Bei Fragen haben mir Kollegen weitergeholfen.“

Inzwischen hat er schon zahlreiche Lagepläne, Grundrisse, Ansichten oder Schnitte von verschiedenen Gebäuden gezeichnet. Und auch Detailzeichnungen fertigte der angehende Bauzeichner bereits an. Diese sind wichtig, weil der Planer oder die Architektin ganz genaue Vorstellungen haben, wie das Bauwerk aussehen soll. Die Bauzeichnungen müssen jedes einzelne Detail veranschaulichen und die Ausführbarkeit genau darstellen. Sorgfältiges und präzises Zeichnen ist für die Tätigkeit als Bauzeichner dementsprechend eine Grundvoraussetzung.

Mehr als nur zeichnen

Der Auszubildende hilft außerdem bei der Erstellung von Bauanträgen. „Dafür müssen Berechnungen angestellt werden, zum Beispiel von der Grundflächenzahl. Diese legt fest, wie viel Quadratmeter Grundfläche je Quadratmeter Grundstücksfläche zulässig sind“, erklärt Paul Wagner. „Ich muss auch darauf achten, welche Regularien ich anwenden muss, denn je nach Baugebiet gibt es unterschiedliche Begrenzungen.“ Da er nach seinem Ausbildungsabschluss diese Anträge selber erstellen muss, lernt der Auszubildende, korrekte Anschreiben zu verfassen und den souveränen Umgang mit PC-Programmen, etwa Excel.

Der Praxisteil der Ausbildung wird durch den theoretischen Unterricht an der Berufsschule ergänzt. Dieser erfolgt überwiegend in Form von Lernfeldern. „Wir haben Mathematik nicht als einzelnes Fach, sondern nutzen mathematische Lösungswege, um zum Beispiel die Dreiecksflächen eines Dachstuhls zu berechnen“, sagt Paul Wagner. Hinzu kommen Fächer wie IT, Wirtschaft, Sozialkunde, Deutsch und Englisch.

Nächstes Ziel: Duales Studium

Drei Jahre dauert die Ausbildung zum Bauzeichner insgesamt. Da Paul Wagner Abitur hat, kann er ein halbes Jahr früher die Prüfung absolvieren. Aktuell bereitet er sich intensiv auf seinen Abschluss vor, arbeitet aber weiterhin im Ingenieurbüro mit. So widmet er sich zum Beispiel dem Gebäude des Firmensitzes. Seine Aufgabe: die vorhandenen Pläne in 2-D in 3-D-Pläne umzuwandeln, damit diese ebenfalls als Datei in der Firma vorhanden sind. Hinzu kommen weitere Aufgaben, bei denen er stets den Überblick behalten muss. „Es ist wichtig, Projekte fristgerecht abzuschließen und nicht zu viele gleichzeitig anzunehmen“, betont er.

Nach seiner Ausbildung möchte er gerne ein duales Studium im Bereich Bauingenieurwesen anschließen. Am liebsten in seinem Ausbildungsbetrieb. „Ich fühle mich in dem Unternehmen sehr wohl“, sagt der 25-Jährige. „Es ist eine riesige Chance, wenn ich hierbleiben und mich weiterentwickeln kann.“

So kann ein Arbeitstag aussehen >>

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abi» 29.07.2020

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