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Immobilienkauffrau

Die Vermieterin

Wenn Meike Resing (21) nicht gerade Kund(inn)en berät oder Mietverträge aufsetzt, fährt sie zu Wohnungsbesichtigungen vor Ort. Als angehende Immobilienkauffrau bei einer Wohnungsbaugesellschaft hat sie bereits viele Abteilungen kennengelernt. Am meisten Spaß macht ihr die Arbeit in der Vermietung.

Eine Frau sitzt in einem Büro, telefoniert und macht sich Notizen.

Die angehende Immobilienkauffrau Meike Resing beschreibt ihre Arbeit als Mischung aus Kundenkontakt und Büroarbeit.

Der perfekte Mix aus Kundenkontakt und Büroarbeit – so beschreibt Meike Resing ihren Ausbildungsalltag. Etwa 5.000 Wohnungen zählen zum Bestand der Wohnungsbaugesellschaft mit Sitz im Münsterland, bei der die 21-Jährige ihre Ausbildung absolviert. Mittlerweile befindet sie sich im dritten Ausbildungsjahr und damit kurz vor ihrer Abschlussprüfung. „Am Anfang haben mich Kolleg(inn)en bei Wohnungsbesichtigungen begleitet, jetzt, im dritten Jahr, mache ich das alleine.“ Mehrfach pro Woche trifft sie sich mit Interessent(inn)en vor Ort, um ihnen Wohnungen zu zeigen. Auch das Aufsetzen von Mietverträgen gehört zu ihren Aufgaben.

Ein Porträt-Foto von Meike Resing.

Meike Resing

Wird eine Wohnung frei, erstellt sie eine Anzeige im Online-Portal der Wohnungsbaugesellschaft. Oft melden sich innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Interessent(inn)en per Telefon oder E-Mail bei ihr. „Der Ansturm ist in der Regel sehr groß. Kleine, günstige Genossenschaftswohnungen sind besonders gefragt.“ Auch Schlüsselübergaben, Wohnungsabnahmen, die Bearbeitung von Kündigungen und Beratungsgespräche vor Ort in der Geschäftsstelle gehören zum Tagesgeschäft. „Dann überlege ich gemeinsam mit den Interessent(inn)en, welche Wohnungen zu ihren Vorstellungen passen. Bei Senior(inn)en zum Beispiel achte ich darauf, dass ich ihnen nur altersgerechte Objekte vorstelle, die barrierefrei sind. Gegebenenfalls prüfe ich, ob der- oder diejenige berechtigt ist, eine öffentlich geförderte Wohnung anzumieten.“ Nach einer Wohnungsbesichtigung lässt sich die angehende Immobilienkauffrau die Gehaltsnachweise zeigen, um zu überprüfen, ob jemand sich eine Wohnung grundsätzlich leisten kann.

Spaß am Kundenkontakt

„Man sollte auf jeden Fall ein kaufmännisches Interesse und wirtschaftliches Verständnis haben, wenn man sich für diesen Job interessiert“, findet Meike Resing. Spaß am Kundenkontakt ist ebenfalls wichtig, wenn man wie sie im Bereich Vermietung und Hausbewirtschaftung arbeitet. Um Kund(inn)en richtig beraten zu können, muss sie sich gut mit den entsprechenden Rechtsgrundlagen und Fristen auskennen. Dieses Wissen wird im Berufsschulunterricht vermittelt.

Die Vermietung ist nicht der einzige Bereich, den Meike Resing während der Ausbildung kennenlernt: Sie hat bereits im Rechnungswesen, im Controlling und in der Hausverwaltung mitgearbeitet. Auch die Techniker/-innen der Wohnungsbaugesellschaft hat sie bei ihren Reparaturarbeiten vor Ort begleitet. „Viele denken, Immobilienkaufleute arbeiten als Makler – das ist aber nicht zwangsläufig so. Man kann mit der Ausbildung in alle möglichen Richtungen gehen.“

Duales Studium nach der Ausbildung

Nach ihrem Abitur war sie bei der Agentur für Arbeit und auf Berufsbildungsmessen, um herauszufinden, was sie nach der Schule machen will. „Bei der Beratung ist dann irgendwann der Beruf Immobilienkauffrau aufgetaucht. Ich wollte auf jeden Fall erstmal eine Ausbildung machen, um herauszufinden, ob mir die Arbeit gefällt, und habe mir gedacht: Studieren kann ich später immer noch“, findet Meike Resing. Und das tut sie bald auch: Nach der Ausbildung wird sie den Arbeitgeber wechseln und ein duales Studium in Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Immobilienwirtschaft absolvieren. „Ich will auf jeden Fall weiterhin arbeiten, aber mich auch weiterbilden. Deshalb passt ein duales Studium super, bei dem ich abwechselnd im Unternehmen und an der Hochschule bin.“

Zukünftig wird sie keine Wohnimmobilien, sondern ganz andere Objekte betreuen. „Mein neuer Arbeitgeber verwaltet öffentliche Gebäude, die dem Land gehören, zum Beispiel Denkmäler oder Justizvollzugsanstalten. Ich werde in der Abteilung Projektmanagement eingesetzt, die sich um Verwaltung, Modernisierung und Instandhaltung von Gebäuden kümmert.“ Anschließend kennt sie sich dank Ausbildung und Studium mit zwei verschiedenen Aufgabenbereichen und Arten von Objekten aus. „Dann kann ich mich entscheiden, in welchem Bereich ich arbeiten will“, sagt sie.

So kann ein typischer Arbeitstag aussehen>>

Video

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abi» 17.08.2020

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