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Kommunikation in vielen Sprachen

Drei Frauen und zwei Männer sitzen gemeinsam an einem Tisch und führen eine Unterhaltung
In der Berufsfachschule liegt der Fokus ganz auf dem Spracherwerb: Vier Stunden Englisch, vier Stunden Französisch und acht Stunden Spanisch hat Annika Bartz pro Woche.
Foto: Julien Fertl

Fremdsprachenkorrespondentin

Kommunikation in vielen Sprachen

Neue Sprachen lernen und praktisch anwenden, das wollte Annika Bartz (20) nach ihrem Abitur. Jetzt macht sie eine zweijährige Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin an einer Berufsfachschule.

Sprachen sind Annika Bartzs Leidenschaft. Englisch und Französisch fielen ihr leicht in der Schule. Bald war ihr klar: Mit Sprachen möchte sie später ihr Geld verdienen. „Kurz vor dem Abitur hielten zwei Vertreter meiner Berufsfachschule einen Vortrag über die Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin. Danach wusste ich, dass das genau das Richtige für mich ist“, erinnert sich die 20-Jährige. Fremdsprachenkorrespondenten sind in Unternehmen der heiße Draht zum globalen Markt. Sie kümmern sich um die schriftliche und mündliche Korrespondenz mit internationalen Zulieferern, Kunden und Partnern. Mit dem Know-how für kaufmännische und organisatorische Aufgaben sind sie zudem Experten für wirtschaftliche Zusammenhänge.

Ein Porträt-Foto von Annika Bartz

Annika Bartz

Foto: privat

All das saget Annika Bartz zu. Sie bewarb sich bereits vor dem Abi mit ihrem letzten Zwischenzeugnis an der Berufsfachschule in Bremerhaven, erhielt kurz darauf die Zusage und begann nach ihrem Schulabschluss direkt mit der zweijährigen Ausbildung. Im ersten Halbjahr hieß es für sie: noch fitter in den Sprachen werden. Vier Stunden in der Woche lernte die 20-Jährige Englisch, vier Stunden Französisch und acht Stunden Spanisch – eine Sprache, die neu für sie war. Ab dem zweiten Semester wurde dann nur noch eine Sprache unterrichtet, aber in insgesamt 20 Wochenstunden.

Fachunterricht in einer Fremdsprache

Was gilt es beim geschäftlichen Schriftverkehr zu beachten? Wie beginne ich ein Gespräch am Telefon? Auch das war für Annika Bartz neu. „Neben den Fremdsprachen hatten wir Deutsch, Betriebswirtschaft, Politik, Geografie und IT sowie Kurse zur Text- und Datenverarbeitung, also Word, Excel, Powerpoint und Zehnfingerschreiben am Computer“, berichtet die angehende Fremdsprachenkorrespondentin, die ihr Wissen nach jedem Halbjahr bei Prüfungen unter Beweis stellen muss.

Nach dem ersten halben Jahr werden an ihrer Schule sogar einige der allgemeinen Fächer in einer der Fremdsprachen unterrichtet. Das trainiert zusätzlich, genauso wie ein fünfwöchiges freiwilliges Praktikum in Frankreich, für das sich Annika Bartz in den großen Sommerferien entschied. „Ich arbeitete in einem Museum in Cherbourg, der Partnerstadt von Bremerhaven, um das Arbeiten in einer Fremdsprache kennenzulernen. Der Kontakt zu dem Museum, kam über die Berufsfachschule zustande. Der Praktikanten-Austausch zwischen den beiden Partnerstädten hat mittlerweile Tradition“, erklärt sie.

Fachpraxis in imaginärer Firma

Annika Bartz ist mittlerweile am Ende ihrer Ausbildung angekommen. Jetzt dreht sich alles nur noch um die Fachpraxis. Die Schüler arbeiten dazu in einer Art imaginärem Unternehmen – in ihrem Fall die Fresh Fruit Trade Company. Sie erledigen Aufgaben im Ein- oder Verkauf, im Sekretariat, als Lieferanten oder Kunden. Sie schicken sich gegenseitig Geschäftsbriefe und führen Gespräche. Nach den Prüfungen in der Fachpraxis und in Betriebswirtschaftslehre wird Annika Bartz ihr Abschlusszeugnis zur staatlich geprüften Fremdsprachenkorrespondentin in der Hand halten.

Danach möchte sie zunächst jobben und Geld für eine längere Auslandsreise sparen. „Ich möchte meine Sprachkenntnisse weiter verbessern und nach meiner Rückkehr ‚Global Management‘, also eine Mischung aus Betriebswirtschaftslehre und Sprachen, studieren“, so der Wunsch der Fremdsprachenkorrespondentin in spe. Die schulische Ausbildung war in ihren Augen ein guter Grundstein dafür.

So kann ein Schultag aussehen >>

abi>> 24.09.2019