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Musikschullehrerin

Begeisterung für die Musik vermitteln

Julia* (26) möchte später an einer Musikschule unterrichten. Anstelle eines klassischen Musikstudiums hat sie sich für eine Ausbildung an einer Berufsfachschule entschieden.

Zu sehen ist ein rot gestrichener Raum mit einem Flügel, davor stehen ein Notenpult und ein Klavierhocker, im Vordergrund liegt ein Cello.

Auch für die schulische Ausbildung muss eine Aufnahmeprüfung absolviert werden.

Die Begeisterung ist Julia anzumerken: Wenn sie von ihrem zukünftigen Beruf spricht, sprudelt es nur so aus ihr heraus. Die 26-Jährige möchte Musikschullehrerin werden – an einer Musikschule. Dafür macht sie derzeit eine Ausbildung.

Klarinette spielt Julia seit der dritten Klasse. Jahrelang war sie in ihrem Heimatort in Baden-Württemberg in einer Jugendkapelle und einem Orchester aktiv. Ihr Musikschullehrer bemerkte ihren Enthusiasmus für Musik und brachte ihr damals noch das Dirigieren bei. „Die Musik war mein großes Hobby“, sagt Julia.

Von molekularer Medizin zur Musik

Ihren Traumjob fand sie trotzdem erst mit etwas Verzögerung. Mit Musik wird es schwierig, Geld zu verdienen, dachte sie sich nach der Schulzeit. Außerdem war ihr Abitur mit einem Schnitt von 1,7 so gut, dass sie ein Studium für den logischen nächsten Schritt hielt. Tatsächlich studierte sie Molekulare Medizin an der FH Furtwangen, machte Anfang 2017 ihren Bachelorabschluss – und schwenkte dann doch um.

Julia, künftige Musikschullehrerin

Ihr Beruf hätte sie in ein Labor geführt, aber das wollte sie nicht. „Stattdessen war meine Sehnsucht nach Musik sehr groß.“ Während des Studiums hatte sie weiter Klarinette gespielt und Jugendkapellen geleitet. „Mir wurde klar, dass ich eigentlich gerne Musik unterrichten würde.“ Ein weiteres Studium wollte Julia allerdings nicht absolvieren. Das wäre auch nur notwendig gewesen, wenn sie an einem Gymnasium unterrichten oder in einem Orchester spielen wollte. „Mein Ziel ist aber, an einer Musikschule zu unterrichten.“ Deswegen passte die schulische Ausbildung zur Musikschullehrerin, die in dieser Form nur in Bayern angeboten wird, bestens zu ihr.

Das Ziel: An einer Musikschule unterrichten

In ihrer Bewerbung an die Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl beschrieb sie ihre Motivation für die Ausbildung und wurde zu einer Eignungsprüfung eingeladen. Sie musste mit der Klarinette vorspielen, eine Prüfung zur Gehörbildung bestehen und wurde zur Musiktheorie befragt. Mit Erfolg: Im Herbst 2017 begann Julia ihre Ausbildung.

In den ersten beiden Jahren befasste sich die Klasse mit der musikalischen Ausbildung. Neben Musikgeschichte standen unter anderem Tonsatz, Gehörbildung, Ensemblespiel und Chorleitung auf dem Stundenplan.
Hinzu kam die praktische Ausbildung: Julia erhielt jede Woche Einzelunterricht für Klarinette sowie Klavier. Im Fach „schulpraktisches Klavierspielen“ wiederum lernte sie mit einem anderen Schüler, frei und ohne Noten zu begleiten. Das hilft beispielsweise, wenn man Kinder beim Improvisieren oder Singen begleiten möchte.

Unterrichten im dritten Jahr

Mittlerweile befindet sich die 26-Jährige im dritten Schuljahr, das auch als pädagogisches Aufbaujahr bezeichnet wird. Mit dem Fach Pädagogik in der Theorie und eigenen Unterrichtsstunden in der Praxis steht nun das Unterrichten im Mittelpunkt. „Wir gehen in Ganztagsschulen und gestalten im Rahmen der musikalischen Früherziehung Musikstunden für den Nachmittag“, berichtet die angehende Musikschullehrerin. Genau wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler muss sie mehrere Lehrproben absolvieren, die anschließend mit Dozenten der Berufsfachschule besprochen werden.

„Ich habe jetzt meinen Beruf gefunden“, ist sich Julia sicher. „Es macht mir enorm viel Spaß, mit Kindern zu arbeiten und meine Begeisterung für Klarinette vermitteln zu können.“ Denn auch das habe für sie gegen ein Musikstudium und einen Job am Gymnasium gesprochen: „Da habe ich Klassen vor mir, in denen 95 Prozent keine Lust auf Musik haben und es nur als Nebenfach ansehen.“ An Musikschulen stünde dagegen die Musik im Mittelpunkt. „Dort gehen Schüler hin, die ein Instrument lernen wollen – und ich kann sie so fördern, dass etwas Tolles entsteht.“ Deswegen hat die 26-Jährige bereits klare Pläne für die Zukunft: Nach ihrem Abschluss in diesem Juli wird sie sich an Musikschulen in Baden-Württemberg bewerben.

So kann ein typischer Schultag aussehen >>

*Der vollständige Name ist der Redaktion bekannt.

Video

Weitere Filme findest du auf der abi>> Videoübersicht.

abi» 16.03.2020

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