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Gebäudereiniger mit Zusatzqualifikation

Handwerk macht den Meister

Ausbildung plus statt Studium: Maximilian Lenk (23) will später ein Unternehmen führen. Deshalb kombinierte er seine Ausbildung zum Gebäudereiniger mit der Zusatzqualifikation „Geprüfter Fachmann für kaufmännische Betriebsführung“ und hat schon Teile einer Meisterweiterbildung in der Tasche.

Ein junger Mann windet einen nassen Putzlappen in einem Eimer aus.

In seiner Ausbildung hat Maximilian Lenk alles gelernt, was mit Reinigung zu tun hat.

Nach dem Abitur hatte Maximilian Lenk zunächst andere Pläne. Er studierte Bauingenieurwesen an der FH Leipzig. Doch der 23-Jährige hatte sich das Studium anders vorgestellt. „Es lief vor allem auf Arbeiten am Schreibtisch und Computer hinaus, doch ich bin jemand, der gern den ganzen Tag draußen ist und anpackt.“ Im fünften Semester entschied er sich deshalb für einen Neustart. „Hinzu kam, dass ich mit der Gebäudereinigung sozusagen groß geworden bin. Das gefiel mir gut, und nun zeichnete sich auch noch die Möglichkeit ab, einmal den elterlichen Betrieb übernehmen zu können.“

Gemeint ist die Altenburger Dienstleistung und Service GmbH in Thüringen, in der er seine Ausbildung zum Gebäudereiniger schließlich startete. Jetzt, nach drei Jahren Ausbildung, blickt er auf eine abwechslungsreiche Zeit zurück. „Gelernt habe ich wirklich alles, was mit Reinigung zu tun hat. Unter anderem die Grundreinigung von unterschiedlichen Fußbodenbelägen, wie zum Beispiel PVC, oder wie man Verschmutzungen von Oberflächen beurteilt und behandelt. Denn man muss zum Beispiel Flecken auf dem Boden richtig einschätzen können und wissen, ob man sie mit alkalischen Produkten oder Säure behandelt.“

Zusatzqualifikation als Teil des Meisterkurses

Ein Portätfoto von Maximilian Lenk.

Maximilian Lenk

Ein Thüringer Sonderprogramm ermöglichte es Maximilian Lenk, zugleich die Zusatzqualifikationen „Geprüfter Fachmann für kaufmännische Betriebsführung (laut Handwerkerordnung – HWO)“ und die „Ausbildereignungsprüfung“ zu erlangen – beides sind nicht fachspezifische Teile der Weiterbildung zum Meister. „Das wird derzeit durch das Land Thüringen gefördert, sodass ich mir den Großteil der sonst anfallenden Lehrgangskosten sparen konnte“, freut er sich. „Für diese Inhalte des Meisterkurses musste ich dann nur noch insgesamt circa 200 Euro an Gebühren zahlen. So sind es dann nur noch circa 3.500 Euro für die zwei fehlenden Teile der Meisterweiterbildung, mit der ich direkt anschließend beginnen möchte.“

Im Meisterkurs wird er sein bereits erworbenes Fachwissen praktisch und theoretisch vertiefen: zum Beispiel das über Schädlingsbekämpfung und Textilreinigung. Weil Gefahrstoffe sowie Arbeiten in der Höhe in diesem Aufgabenbereich eine große Rolle spielen, war auch der Arbeitsschutz ein Thema der Gesellenausbildung. „Wir müssen wissen, wie Gefährdungen entstehen und durch welche Schutzmaßnahmen man sie vermeidet. Auch eine Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist in bestimmten Situationen erforderlich, etwa geeignete Handschuhe, Schutzbrille, Helm und Sicherheitsschuhe oder eine PSA gegen Abstürze bei Arbeiten an höher gelegenen Fensterfronten. Damit muss man umgehen können“, erläutert er.

Auf dem Weg in leitende Aufgaben

In der Praxis hat er erlebt, wie entscheidend eine gute Kommunikation ist, nicht nur in Gefahrsituationen. „Wir sind immer bei verschiedenen Kunden, jeder Tag ist anders in diesem Geschäft. Das gefällt mir so an diesem Beruf“, sagt er. Die Theorie erlernte Maximilian Lenk im Blockunterricht, alle eineinhalb Monate für jeweils zwei Wochen an einer Berufsschule in Erfurt. Auch die Kurse für seine Zusatzqualifikationen besuchte er dort. Sie werden bei der örtlichen Handwerkskammer angeboten.

„Das lief während der Ausbildung im dritten Lehrjahr parallel“, erklärt der 23-Jährige, der mittlerweile im elterlichen Betrieb als Geselle arbeitet und in Kürze berufsbegleitend mit den zwei noch fehlenden Kursteilen seiner Meisterweiterbildung beginnen wird. „Im Betrieb übernehme ich nach und nach leitende Aufgaben, unter anderem auch die Organisation unserer rund 130 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen“, berichtet er.

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abi» 09.12.2019

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