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Ausbildungsberufe in der IT: Fachkräfte für Hard- und Software

Die Zukunft ist digital. Entsprechend hoch ist der Bedarf an IT-Fachkräften, die den reibungslosen Ablauf gewährleisten. Mit ihrem Know-how bringen sie die Digitalisierung voran, sorgen für Datensicherheit und funktionierende Netzwerke.

Eine Frau testet die Schaltungen für eine Smart-Home-Anlage. (Foto: Susanne Erler)

Wenn die Computertechnik streikt, können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung (BSR) an ihren IT-Service wenden. Auch die Fachinformatikerin der Fachrichtung Systemintegration, Annemarie Baumert (29), nimmt dort Anrufe entgegen und leistet als First Level Support bei kleineren Schwierigkeiten mit der Technik erste Hilfe.

Aufwändigere Aufgaben reicht sie an den sogenannten Second Level Support weiter, der sich dann mit einer Lösung zurückmeldet oder das Problem vor Ort löst, wenn beispielsweise ein Monitor oder ein PC ausgetauscht werden muss. Der direkte Kundenkontakt macht ihr besonders viel Spaß: „Es ist unheimlich schön, jemandem bei einem Problem geholfen zu haben, der dann glücklich ist, wenn es wieder funktioniert.“ Und auch die manchmal erst überraschten, dann aber doch durchweg positiven Reaktionen darauf, dass da eine Frau die IT-Probleme löst, gefallen ihr.

Vom Studium zur Ausbildung

Porträtbild von Annemarie Baumert (Foto: privat) Porträtbild von Annemarie Baumert (Foto: privat)

Annemarie Baumert

Schon als Kind hatte die 29-Jährige Interesse an Computern. Inzwischen ist daraus eine echte Leidenschaft für Elektronik und PCs entstanden. Nach dem Abitur führte sie ihr Weg zunächst an die Universität, doch aufgrund familiärer Probleme musste sie ihr Bioinformatik-Studium abbrechen und eine Alternative suchen. „Ich wollte der Richtung aber treu bleiben.“ Ihre Recherche führte sie zum Beruf der Fachinformatikerin, an dem sie besonders der große Praxisbezug reizte.

Annemarie Baumert bewarb sich bei verschiedenen Berliner Unternehmen, absolvierte mehrere Assessment-Center erfolgreich und konnte sich am Ende ihren Ausbildungsbetrieb aussuchen. Bei der BSR überzeugte sie die freundliche und familiäre Atmosphäre. Im Laufe ihrer Ausbildung hat sie mehrere Stationen durchlaufen. In der Netzwerkadministration sorgte sie dafür, dass alle Büros mit WLAN und LAN ausgestattet sind. Zudem unterstützte sie bei der Realisierung, Konfiguration, Inbetriebnahme und Verwaltung vernetzter IT-Systeme, indem sie verschiedene Softwarekomponenten einband.

Neue Fachrichtungen für angehende Fachinformatiker/innen

Die Technologien, mit denen die Fachinformatikerin zu tun hat, haben sich innerhalb weniger Jahre stark gewandelt. Systeme, die einen nahtlosen, aber sicheren Datenfluss über Unternehmensgrenzen hinweg erlauben, haben an Bedeutung gewonnen. Dies verändert das notwendige Know-how im Bereich Hard- und Software. 2020 wurde deshalb die Ausbildung zum/zur Fachinformatiker/in modernisiert. Zu den bisher zwei Fachrichtungen Systemintegration und Anwendungsentwicklung sind zwei neue Fachrichtungen hinzugekommen: Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung.

„Die Arbeits- und Geschäftsprozesse sind von zunehmender Digitalisierung sowie von einer Vielzahl technischer Neuentwicklungen in den Bereichen Hard- und Software geprägt“, erklärt Mandy Rusch, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Leipzig. Auch die Bedeutung von Datenspeicherung, Datenübertragung sowie IT-Sicherheit nehme immer mehr zu. „Mit der Modernisierung der Ausbildungsordnungen aller IT-Berufe werden diese Themen zukünftig stärker gewichtet.“

Diese Entwicklungen haben auch für andere Ausbildungsberufe mit IT-Bezug Relevanz, beispielsweise den/die IT-System-Elektroniker/in, Kaufleute für Digitalisierungsmanagement und Kaufleute für IT-System-Management.

Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Porträtbild von Mandy Rusch (Foto: Swen Reichhold) Porträtbild von Mandy Rusch (Foto: Swen Reichhold)

Mandy Rusch

„Für alle IT-Berufe und Fachrichtungen sollte man selbstverständlich Interesse an Mathematik und Informatik mitbringen“, erklärt die Berufsberaterin. Ebenso seien sprachliche Fähigkeiten notwendig – und zwar nicht nur Englisch, wie sie betont: „Vor allem in den kaufmännischen Berufen, in denen man viele Kundengespräche führt oder Schulungen hält, braucht man auch gutes Deutsch.“ Ebenso sei ein Interesse an wirtschaftlichen Themen von Vorteil.

Wer diese Voraussetzungen erfüllt und sich für eine Ausbildung in der IT entscheidet, muss sich momentan wenig Gedanken um seine berufliche Zukunft machen. „Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt für IT-Fachleute sind hervorragend“, erläutert Mandy Rusch. Claudia Suttner vom Team Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit bestätigt das: „Der Arbeitsmarkt für IT-Fachleute hat sich 2021 wieder sehr gut entwickelt. Nach wie vor gibt es nur wenig Arbeitslose mit IT-Berufen.“ 941.000 IT-Fachleute waren 2021 sozialversicherungspflichtig beschäftigt, fünf Prozent mehr als im Jahr davor. „Mit 19.000 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten freien Stellen bewegte sich die Nachfrage nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern trotz Corona-Krise weiterhin auf sehr hohem Niveau“, sagt Claudia Suttner.

Interessante Weiterbildungsmöglichkeiten

In einem Berufsfeld, das sich so schnell weiterentwickelt wie die IT-Branche, ist lebenslanges Lernen fast schon Pflicht. „Entsprechende Qualifizierungen nach der Ausbildung sind sowohl berufsbegleitend als auch in Vollzeit möglich“, erläutert Berufsberaterin Mandy Rusch. „Über die unterschiedlichen Möglichkeiten einer Fachschulausbildung zum Techniker beispielsweise kann man sich bei den örtlichen IHKs informieren.“ Darüber hinaus sei eine Weiterbildung zur Betriebswirtin bzw. zum Betriebswirt oder ein Studium, beispielsweise in Wirtschafts- oder Verwaltungsinformatik, denkbar.

Annemarie Baumert hat dank guter Noten ihre Ausbildung innerhalb von zweieinhalb Jahren erfolgreich abgeschlossen. Normalerweise dauert diese drei Jahre. Seitdem ist sie bei BSR festangestellt. Vor allem das Thema Netzwerkadministration findet sie spannend. „Auf jeden Fall käme nun bald eine Weiterbildung infrage“, sagt sie. Und auch ein duales Studium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik, das die BSR anbietet, könnte sich die Fachinformatikerin später gut vorstellen.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Informatik)
www.arbeitsagentur.de/berufenet

Berufsausbildung und mehr

In dieser Datenbank kannst du nach schulischen und dualen Ausbildungsberufen recherchieren

www.arbeitsagentur.de/berufsausbildung

BERUFE.TV

Filmportal der Bundesagentur für Arbeit
berufe.tv

erlebe IT

eine Initiative des BITKOM e.V.
erlebe-it.de

Bundesverband IT-Mittelstand e.V.

bitmi.de

IHK-Lehrstellenbörse für IT-Berufe

ihk-lehrstellenboerse.de