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Start in eine duale Ausbildung: „Sei du selbst!“

Tabea Schönnagel (20) absolviert eine duale, doppelqualifizierende Ausbildung zur Handelsfachwirtin bei der Schuhhandelskette Deichmann. Im Gespräch mit abi» erzählt sie, wie sie die ersten Tage ihrer Ausbildung erlebt und was ihr den Start erleichtert hat.

Verschiedene Schuhmodelle sind vor dem Schuhladen Deichmann aufgestellt (Foto: Tim Wraneschitz)

Name: 

Tabea Schönnagel

Alter:

20 Jahre

Ausbildung:

Kauffrau im Einzelhandel und Handelsfachwirtin im ersten Lehrjahr

Ausbildungsbetrieb:

Filiale der Schuhhandelskette Deichmann in Hamburg

Wieso hast du dich für die Ausbildung entschieden?

Ein Porträt-Foto von Tabea Schönnagel (Foto: Andreas Stammer) Ein Porträt-Foto von Tabea Schönnagel (Foto: Andreas Stammer)

Tabea Schönnagel

Als ich vor dem Abi bei der Berufsberatung war, schlug mir die Beraterin die Ausbildung zur Handelsfachwirtin vor, die sich speziell an Abiturienten richtet. Ich habe schon als Schülerin bei einem Bekleidungsunternehmen gejobbt und wusste, dass ich im Modebereich arbeiten und später eine Leitungsposition übernehmen möchte. Als Handelsfachwirtin werde ich nicht nur zur Einzelhandelskauffrau ausgebildet, sondern gleichzeitig auf eine Karriere als Führungskraft vorbereitet. Meinen Ausbildungsvertrag habe ich kurz vor dem ersten durch Corona bedingten Lockdown unterschrieben. Ich bin sehr froh über den Ausbildungsplatz bei einem großen Unternehmen, das vermittelt mir ein Gefühl von Sicherheit. Außerdem ist die Ausbildung trotz zwischenzeitlicher Filialschließungen sehr gut organisiert.

Wie hast du dich am ersten Tag der Ausbildung gefühlt?

Ich habe mich sehr auf den Start gefreut und dem Tag schon Wochen vorher entgegengefiebert. Als es endlich soweit war, bin ich den ganzen Tag mit einem Grinsen durch den Laden gelaufen. Ich kannte die Filiale von einem Probearbeitstag und wusste, dass hier ein entspanntes Arbeitsklima herrscht. Nervös war ich nicht.

Wie wurdest du von deinen Kolleg*innen im Team aufgenommen?

Alle Kollegen und Kolleginnen sind mir gegenüber sehr offen gewesen und haben mir von Anfang an ihre Unterstützung angeboten. Ich konnte mich jederzeit mit meinen Fragen an sie wenden – und ich hatte viele Fragen! Außerdem haben wir in den Filialen ein Patenmodell. Die Paten, die selbst vor Kurzem ihre Ausbildung abgeschlossen haben, wissen genau, wie wir frischgebackenen Azubis uns fühlen und stehen uns als Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung.

Wie lief der Start in der Berufsschule?

Der Unterricht am Bildungszentrum für Einzelhandel findet im Blockunterricht statt, ein Block dauert zwei Wochen. Ich finde das klasse, da ich mich dann ganz auf die Seminare konzentrieren kann und mich nicht gleichzeitig Arbeit und Schule widmen muss. Die anderen angehenden Handelsfachwirte habe ich bereits vorab kennengelernt. Die Atmosphäre in unserer Klasse ist sehr harmonisch. Man merkt, dass alle hier wissen, wo sie hinwollen. Dabei unterstützen wir uns gegenseitig. Vor Corona haben wir uns gerne nach dem Unterricht zusammengesetzt, aktuell tauschen wir uns regelmäßig via Videochat und über eine Messenger-Gruppe aus.

Was waren die größten Herausforderungen zu Beginn?

Anfangs war es ein ungewohntes Gefühl, meinen Tagesablauf umzustellen und Erledigungen erst nach Feierabend machen zu können. Allerdings achtet meine Chefin darauf, dass ich neben mehreren langen Tagen zwei kurze Arbeitstage habe, an denen ich zum Beispiel Arzttermine wahrnehmen kann. Gerade zu Beginn lernt man wahnsinnig viel Neues: Wie gehe ich auf Kunden zu? Welche Schuhtypen gibt es? Welche Artikelnummer gehört zu welchem Schuhmodell? Meine Kollegen und regelmäßige Schulungen haben mir dabei geholfen, mich schnell zurechtzufinden.

Welches Erlebnis der ersten Wochen ist dir am meisten im Gedächtnis geblieben?

Im zweiten Monat nach meinem Ausbildungsstart habe ich ein älteres Ehepaar bedient. Anschließend haben sich die beiden nach meinem Namen erkundigt. Das war ein sehr, sehr schönes Gefühl: Wow, zwei Kunden, die künftig nach mir fragen werden, wenn sie im Laden sind!

Wie lautet dein Tipp für zukünftige Azubis?

Sei du selbst und verstell‘ dich nicht. Jeder weiß, dass du gerade erst anfängst und noch ganz viel lernen musst. Fehler passieren, dafür reißt dir niemand den Kopf ab. Versuche, offen zu sein und Spaß zu haben bei dem, was du tust!

Video: Kaufmann/-frau im Einzelhandel

Der Artikel enthält ein Video mit weiteren Informationen.

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