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Pflegefachmann/-frau: Mit einem guten Gefühl nach Hause gehen

Leon macht eine Ausbildung zum Pflegefachmann. Diese findet abwechselnd in der Schule und einer Klinik statt. Vor allem der intensive Kontakt mit Patientinnen und Patienten bereitet dem 20-Jährigen Freude.

Leon vor seinem Arbeitsplatz Asklepios Klinik Weißenfels. (Foto: Asklepios Klinik Weißenfels)

„Ich brauche einen Job, in dem ich mit Menschen zu tun habe und ihnen helfen kann“, sagt Leon. „Ich möchte abends nach Hause gehen und das Gefühl haben, dass ich etwas Gutes getan habe.“ Der 20-Jährige schloss deshalb zunächst seine fachgebundene Hochschulreife mit dem Schwerpunkt „Gesundheit und Soziales“ ab und entschied sich dann für eine Ausbildung zum Pflegefachmann.

Direkt nach dem Abitur 2021 begann Leon an der Asklepios Klinik in seiner Heimaststadt Weißenfels in Sachsen-Anhalt die dreijährige Ausbildung. Dabei stehen abwechselnd Theorie und Praxis auf dem Plan: In den Theoriephasen an der Schule befasst er sich sechs bis acht Wochen am Stück mit Pflegeprozessen, Pflegediagnosen und rechtlichen Grundlagen. Auch wie er in Akutsituationen handeln sollte und wie er am besten mit Patientinnen und Patienten sowie mit Angehörigen spricht, ist Teil des Unterrichts.

Auf jeden Theorieblock folgt eine Praxisphase von meist sechs Wochen im Krankenhaus – immer auf verschiedenen Stationen. Während seiner Ausbildung lernt Leon nacheinander unterschiedliche Bereiche kennen: Sein erster Einsatz war in der Geriatrie, danach folgten Kardiologie, Urologie und Dermatologie.

  • Leon vor seinem Arbeitsplatz Asklepios Klinik Weißenfels.

    Ich denke über die Patientinnen und Patienten nach, gerade wenn sie schwer krank sind. Aber ich versuche, das nicht zu nah an mich heranzulassen.

    Leon

Nach und nach mehr Verantwortung

„Wenn ich neu auf eine Station komme, machen wir erst einen kurzen Rundgang, damit ich weiß, wo alles ist und wo ich welche Materialien finde“, erklärt der 20-Jährige. Dann werden ihm Aufgaben zugewiesen, um die er sich während seiner Schichten kümmern muss. „Ich helfe den Patientinnen und Patienten zum Beispiel beim Essen und Waschen, wenn sie das selber nicht oder nur eingeschränkt können.“ Hat er Fragen, kann er sich an eine oder einen der ausgebildeten Pflegerinnen und Pfleger wenden.

Später werden in der Ausbildung weitere Aufgaben dazukommen. „Nach und nach kann ich dann auch mehr eigenverantwortlich arbeiten.“ Ein Ziel der generalistischen Pflegeausbildung ist, dass die Auszubildenden Menschen aller Altersstufen und in allen Versorgungsbereichen pflegen können. Für Leon bedeutet das, dass er im Laufe der drei Jahre einen kompletten Überblick bekommt von der Kinderkrankenpflege bis zur Versorgung von älteren Menschen, in Theorie und Praxis.

Abschalten muss gelernt werden

Der intensive Kontakt mit Patientinnen und Patienten macht ihm Spaß. Das Arbeitspensum kann dagegen eine Herausforderung sein, wie er sagt. „Auf einer neuen Station ist anfangs alles noch ungewohnt, aber nach ein bis zwei Wochen bin ich dann drin und finde mich besser zurecht.“ Manchmal kann Leon nach Feierabend auch nicht sofort abschalten. „Ich denke über die Patienten nach, gerade wenn sie schwer krank sind. Aber ich versuche, das nicht zu nah an mich heranzulassen.“

Bislang wird der 20-Jährige nur für die Früh- und Mitteldienste eingeteilt. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr kommen Spät- und Nachtschichten dazu. „Das macht mir nichts aus“, meint er. „Ich freue mich eher darauf, diese anderen Dienste kennenzulernen.“ Auch mit der Vergütung ist er zufrieden: Im ersten Jahr bekommt er 1.165 Euro brutto. „Geld steht bei mir nicht im Vordergrund“, betont Leon. „Das hat bei der Berufswahl keine Rolle gespielt. Ich möchte etwas machen, wofür mein Herz schlägt.“

Rund zweieinhalb Jahre Ausbildung hat er bis zu seinem Abschluss 2024 noch vor sich. Wenn er mag, kann er im dritten Ausbildungsjahr einen Vertiefungsschwerpunkt wählen, beispielsweise in der Kinderkrankenpflege. Wohin genau es ihn führen wird, weiß er momentan noch nicht. Nur, dass er in der Pflege bleiben möchte: „Ich erfahre hier so viel Dankbarkeit und auch Zuneigung von den Patienten. Ich glaube, das gibt es so in keinem anderen Beruf.“

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Video Pflegefachmann/-frau

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