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Erste Tage in der Ausbildung – Umfrage: Keine Angst vor Fehlern

Wie bereite ich mich am besten auf den Ausbildungsstart vor? Und welche Fehler sollte ich vermeiden? abi» hat drei Ausbildungsverantwortliche gefragt, was sie von frischgebackenen Azubis erwarten und wie ein guter Start gelingen kann.

Azubi hält Bücher in der Hand und steht vor einem Glasgebäude (Foto: Hans-Martin-Issler)

Uwe Ritthammer leitet die Ausbildung bei dem IT-Dienstleister Datev eG.

Ein Porträt-Foto von Uwe Ritthammer (Foto: privat) Ein Porträt-Foto von Uwe Ritthammer (Foto: privat)

Uwe Ritthammer

Von unseren Auszubildenden erwarten wir Motivation, Engagement, Lust auf Neues, Offenheit und den Willen, selbständig mit anderen im Team zusammenzuarbeiten. Gerade der letzte Punkt ist sehr wichtig: Dass man sich mit seinen individuellen Fähigkeiten in ein Team einbringt, dort eigenständig Aufgaben übernimmt, die anderen aus eigenem Antrieb heraus unterstützt und von sich aus auf sie zugeht.

Mir fällt jedes Jahr aufs Neue die positive Grundeinstellung der jungen Schulabgänger und Schulabgängerinnen zum Berufsleben auf. Früher hat man den Schülern eher mit dem Spruch „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ gedroht. Heute geht es darum, auch im Beruf Spaß zu haben und sich selbst zu verwirklichen. Vermeiden sollte man dabei, in eine Anspruchshaltung zu verfallen. Also nicht entspannt zurücklehnen und denken „Mal sehen, was der andere für mich tun kann“, sondern aktiv werden und mitgestalten.

Für einen guten Start sollte man sich offen und angstfrei auf das einlassen, was da auf einen zukommt. Es lohnt sich, vor dem ersten Arbeitstag noch einmal zu recherchieren, um wie viel Uhr man wo sein muss. Wenn man sich unsicher ist, darf man den zukünftigen Arbeitgeber noch einmal anrufen und nachfragen – z. B. welche Kleidung im Betrieb angebracht ist.

Sabine Leonhardt ist für die kaufmännische Ausbildung bei der Stuttgarter Lebensversicherung verantwortlich.

Ein Porträt-Foto von Sabine Leonhardt (Foto: privat) Ein Porträt-Foto von Sabine Leonhardt (Foto: privat)

Sabine Leonhardt

Wer sich für eine Ausbildung bei uns interessiert, sollte schon im Bewerbungsgespräch zeigen können, dass er sich mit der Branche, dem Unternehmen und dem Inhalt der Ausbildung auseinandergesetzt hat. Dann drohen in der Ausbildung keine bösen Überraschungen. Für uns zählen nicht allein Lebenslauf und Noten, sondern vor allem die Person dahinter. Von unseren Auszubildenden erwarte ich Lernbereitschaft und Engagement, Offenheit und Ehrlichkeit. Viele machen am Anfang den Fehler, sich zu sehr zurückzuhalten und sind sehr schüchtern und verschlossen. Das macht es aber schwierig, sich in den Abteilungen zu integrieren.

Für den Start ist es außerdem hilfreich, wenn man sich im Vorfeld über die Gepflogenheiten in der Versicherungsbranche erkundigt: Welche Kleidung ist angemessen, wird geduzt oder gesiezt? Angst vor Fehlern müssen unsere Azubis nicht haben. Aus Fehlern lernt man, die gehören – vor allem am Anfang – dazu.

Als Ausbildungsverantwortliche beobachte ich, dass sich die Einstellung der jungen Menschen zur Arbeit verändert hat. Sie sind offener und ihre Ambitionen oft größer als das früher der Fall war. Viele bringen die Bereitschaft mit, sich nach der Ausbildung weiterzuentwickeln und zum Beispiel ein Studium anzuschließen.

Hanna Zdebel ist HR-Ausbildungsleiterin bei dem Industriepark-Betreiber Currenta.

Ein Porträt-Foto von Hanna Zdebel (Foto: Currenta) Ein Porträt-Foto von Hanna Zdebel (Foto: Currenta)

Hanna Zdebel

Wir erwarten von unseren Auszubildenden vor allem Motivation und Vorfreude auf die Zeit bei uns. Sie starten bei uns in einen völlig neuen Lebensabschnitt mit vielen Herausforderungen und Aufgaben. Da ist neben der fachlichen Eignung besonders der Wille, Neues zu erlernen, ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Positiv ist es, wenn Auszubildende offen auf uns und vor allem auf die anderen Auszubildenden zugehen. Interessiert sein und Fragen stellen, gerade dann, wenn was unklar ist. Es wäre ein Fehler, wenn man durch falsche Zurückhaltung am Ende als desinteressiert wahrgenommen wird.

Vorab erhalten unsere Auszubildenden von uns eine ganze Menge an Informationen und Unterlagen, außerdem laden wir sie vor dem Start zu uns ein, damit sie das Unternehmen und ihre Ausbilder*innen persönlich kennenlernen und dabei gleichzeitig schon einmal einen ersten Blick auf ihren späteren Ausbildungsplatz werfen können. Wenn dann der erste Tag gekommen ist, starten wir normalerweise mit einem gemeinsamen Event, bei dem sich die ganze Gruppe näher kennenlernen kann. Das war, zwar eingeschränkt, selbst unter strengen Hygienemaßnahmen im vergangenen Jahr möglich. Wer dann zudem noch die bereits angesprochene Vorfreude und Neugierde mitbringt, wird sicher einen erfolgreichen Start bei uns haben.