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Wohnen bei den Eltern – Erfahrungsbericht: Der Heimat verbunden bleiben

Studieren und zu Hause wohnen bleiben: Anna Braun (23) ist mit dieser Kombination sehr glücklich. Wichtige Voraussetzung dafür ist die optimale Verkehrsanbindung zur Uni.

Arbeitsplatz einer Studentin mit Kaffeetasse von oben. (Foto: Verena Westernacher)

Ich bin ein sehr heimatverbundener Familienmensch. Wenn ich verreist war, hat es mich schon immer gefreut, wieder nach Hause zu kommen. Als ich dann nach dem Abitur mein Studium für Grundschullehramt begonnen habe, war für mich klar, dass ich in der Nähe studieren möchte.

Familie und Hobby

Ich wohne in Roth-Eckersmühlen bei meinen Eltern. Dort habe ich wie früher mein eigenes Zimmer. Um im ländlichen Raum zu Hause wohnen bleiben zu können, ist die gute Verbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr sehr wichtig. Zur Friedrich-Alexander-Universität in  Nürnberg brauche ich ungefähr 40 Minuten mit dem Zug. Glücklicherweise gibt es in Eckersmühlen eine gute Zuganbindung und der Unistandort ist in der Nähe des Bahnhofs gelegen. So kann ich problemlos jeden Tag zu den Vorlesungen und Seminaren fahren. Durch das Semesterticket ist die Fahrkarte außerdem sehr günstig.

Ich habe mich aus mehreren Gründen dafür entschieden, zu Hause wohnen zu bleiben. Zum einen verstehe ich mich gut mit meinen Eltern und wohne gerne bei ihnen. Außerdem ist meine Oma ein sehr wichtiger Mensch für mich. Sie braucht oft Hilfe und vor Ort kann ich mich gut um sie kümmern. Zum anderen ist mir mein Hobby, der Gardetanz, sehr wichtig. Da ich dafür vier bis fünf Mal in der Woche zum Training nach Roth gehe, ist es für mich praktisch, in der Nähe zu wohnen.

Geringe Kosten

Ich zahle zu Hause keine Miete, keine Neben- oder Verpflegungskosten. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. Ich kenne andere, die sich mit einem Mietanteil oder Stromkosten beteiligen müssen. Für meine Eltern war das aber noch nie ein Thema. Diese Kosteneinsparung ist ein großer Vorteil beim Wohnen zu Hause. Meine Eltern bekommen das Kindergeld und ich helfe im Haushalt, kümmere mich um meine Oma oder übernehme anderes, was anliegt, wie Holz schichten oder Fahrdienste. Um meine anderen Ausgaben zu decken, gebe ich privat Nachhilfe.

Mir gefällt, dass zu Hause immer jemand da ist und ich so nie allein bin. Andererseits gibt es natürlich auch mal Streit mit den Eltern oder man kommt nicht zum Lernen, weil gerade wieder Hilfe gebraucht wird. Ich kann allerdings jederzeit zu meinem Freund ausweichen, der eine Wohnung in Nürnberg hat. Und wenn es abends Studentenfeiern gibt, bleibe ich dort oder übernachte bei Kommilitoninnen.

Auszug nach dem Studium

Ich bin im achten Semester und werde mein Studium bald beenden. Da ich jetzt nicht mehr so viele Lehrveranstaltungen besuchen muss, fahre ich nicht mehr jeden Tag zur Uni, sondern teile mir meine Zeit für die Arbeiten selbst ein. Bevor es mit dem Referendariat losgeht, möchte ich zu meinem Freund nach Nürnberg ziehen, als mobile Reserve erst einmal Geld verdienen und Praxiserfahrung sammeln.