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Studieren in Dänemark: "Eine wertvolle Erfahrung – trotz allem"

Johanna Heiler (25) studiert gerade in Aarhus, Dänemark. Die Entscheidung, trotz Pandemie ins Ausland zu gehen, hat sie nie bereut.

Blick in einen roten Trolle, in dem verschiedene Reiseutensilien sind wie etwa eine Kamera, Bücher, ein Laptop, T-Shirts. (Foto: Julien Fertl)

Ich bin seit Ende August hier in Aarhus. Es ist bereits mein dritter längerer Aufenthalt im Ausland. In der 10. Klasse war ich für ein Jahr in den USA und in meinem Bachelorstudium für ein Semester in Südkorea. Für mich stand von vornherein fest, dass ich auch im Masterstudium ins Ausland will. Ich studiere Management an der Universität Mannheim. Auslandserfahrung ist in diesem Bereich sehr wichtig und sieht später auch im Lebenslauf gut aus. Aber abgesehen davon finde ich es einfach spannend, nicht als Touristin in einem Land zu sein, sondern dort zu leben und so Land, Leute und Kultur richtig kennenzulernen.

Mein Masterstudium habe ich im September 2019 angefangen und musste mich schon wenig später entscheiden, ob und wann ich ins Ausland gehen will. Da war Corona noch gar kein Thema. Mich haben die skandinavischen Länder sehr gereizt. Es heißt ja immer, dass die bei Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovationen ganz weit vorne sind. Das wollte ich selbst erleben und habe mich schließlich an den Universitäten in Kopenhagen und Aarhus beworben.

Corona hat alles auf Eis gelegt

Johanna Heiler (Foto: privat) Johanna Heiler (Foto: privat)

Johanna Heiler

An meiner Heimatuni in Mannheim werden Auslandsaufenthalte stark gefördert und die Organisation ist wirklich gut. Es gibt eine eigene Online-Plattform, auf der man Schritt für Schritt durch die Bewerbung für Erasmus+ geführt wird. Anfang Dezember habe ich dann die Zusage der Uni Aarhus bekommen.

Als im Frühjahr 2020 das Coronavirus Deutschland erreichte, lag erstmal alles auf Eis, die Grenzen waren dicht. Ich hatte regelmäßig Kontakt zu meiner Partneruni und den Erasmus-Ansprechpartnern in Mannheim. Als Reisen wieder möglich waren, sollten wir über die Plattform angeben, ob wir den Aufenthalt wie geplant machen wollen, ob wir ihn um ein halbes Jahr verschieben oder absagen wollen. Zu dieser Zeit habe ich die Zusage für einen Platz in einem Studentenwohnheim bekommen. Das war für mich das Zeichen, es durchzuziehen. Es war zu dem Zeitpunkt nicht abzusehen, wie sich die Situation entwickeln würde – aber ins Ausland wollte ich nach wie vor.

Das Beste aus der Situation gemacht

Ich ging dann im Sommer mit einem guten Gefühl nach Dänemark, die Situation war ja damals relativ entspannt. In Dänemark gab es noch nicht einmal eine Maskenpflicht im Supermarkt. Es gab zwar keine großen Events für die Erasmus-Studierenden, aber wir haben uns in kleineren Gruppen im Park getroffen. Partys gab es auch nicht, doch kleinere Veranstaltungen wie Ausflüge oder eine Bingo- oder Movie-Night waren möglich. Natürlich ist es nicht die gleiche Erfahrung wie ohne Corona – aber das wäre ein Studium in Deutschland ja auch nicht gewesen. Und in Dänemark war zumindest im Sommer noch einiges mehr möglich. Meine Kurse fanden alle in Präsenz statt, sogar heute noch. Nur im Unigebäude gibt es mittlerweile eine Maskenpflicht.

„Wertvolle Erfahrungen“

Seit auf Nerzfarmen in Dänemark eine mutierte Corona-Variante festgestellt wurde, sind die Maßnahmen etwas strenger. In meinem Wohnheim sind die Gemeinschaftsräume geschlossen, die Kontaktbeschränkungen sind ähnlich wie in Deutschland. Das ist natürlich schade, aber es wäre ja in fast jedem anderen europäischen Land derzeit ähnlich.

Ich bereue es auf keinen Fall, dass ich gefahren bin – auch so nehme ich aus Dänemark jede Menge wertvolle Erfahrungen mit. Aber natürlich gibt es durch Corona immer wieder Herausforderungen